Der festgefahrene Streit um die Zukunft der Hürfeld-Halde bekommt eine neue Facette. Mit einem offenen Brief an Bürgermeister Tobias Stockhoff und den Rat der Stadt Dorsten schlägt der Dorstener Bürger und frühere Vorsitzende des Radsportclubs RSC Dorsten, Uwe Kähler, vor, die Halde als möglichen Austragungsort für olympische Mountainbike-Wettbewerbe zu prüfen. Sein Ansatz: eine sportliche Nutzung statt einer Deponie.
„Ich finde die Idee großartig, die internationale Sportfamilie in Nordrhein-Westfalen zu Gast zu haben, um hier mit der Welt friedliche und bewegende Spiele zu feiern“, schreibt Kähler und betont zugleich die regionale Verantwortung: Der Kreis Recklinghausen müsse als größter Kreis Deutschlands Teil einer solchen Bewerbung sein.
Bürgerantrag an den Rat
Kähler hat seinen Vorstoß als formellen Bürgerantrag nach § 24 der Gemeindeordnung NRW eingebracht. Darin fordert er, zunächst zu prüfen, „ob die Hürfeldhalde geeignet ist, Austragungsort der Olympischen Mountainbike-Wettbewerbe zu werden“. Sollte dies der Fall sein, solle die Entscheidung in einem Ratsbürgerentscheid getroffen werden.
Aus seiner Sicht ist Dorsten prädestiniert, eine Lücke zu schließen, die durch jüngste politische Entscheidungen in der Nachbarschaft entstanden ist. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt hätten in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie bereit seien, Verantwortung für die Region zu übernehmen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Stadt sich auch in dieser Situation der Verantwortung für das Ruhrgebiet stellt“, so Kähler.

Sportliche Tradition und regionale Strategie
Der Antrag verweist auf die enge Verbindung des Ruhrgebiets zum Sport – vom Profifußball bis zum Breitensport. Auch der Mountainbike-Sport sei längst Teil der Tourismusstrategie des Regionalverbands Ruhr. Kähler zitiert in diesem Zusammenhang den Regionaldirektor des RVR, Garrelt Duin: „Das Ruhrgebiet kann Sport, kann Events und vieles mehr.“
Hürfeld-Halde als erprobter Veranstaltungsort
Dass die Halde grundsätzlich für größere Veranstaltungen geeignet ist, hält Kähler für erwiesen. Er erinnert an das Musikfestival „Dorstival“, das ab 2009 mehrere tausend Besucher auf die Halde lockte. „Es war damals kein Problem, die nötige Infrastruktur auf die Halde zu schaffen“, schreibt er und ergänzt, dass die Fläche aus seiner Sicht auch für deutlich größere Zuschauerzahlen Platz biete.

Klare Kritik an Deponieplänen
Deutlich wird Kähler beim Thema Deponie. Die geplante Nutzung für Abfälle der Klassen DK I und DK III würde die Halde auf Jahrzehnte blockieren und die versprochene Freizeitnutzung unmöglich machen. Die RAG wolle sich damit, so Kähler, „davor drücken, ihre Versprechungen gegenüber den Menschen der Region zu erfüllen“.
Die Olympiabewerbung sieht er dagegen als Ausweg aus der verfahrenen Situation. Mit Blick auf RAG und AGR schreibt er: „Die Olympia-Bewerbung wäre auch eine großartige Chance, aus dieser verfahrenen Situation herauszukommen.“ Eine sportliche Endgestaltung könne helfen, alte Zusagen einzulösen und zugleich Fördermittel zu mobilisieren – „eine absolute Win-Win-Situation“.

Entscheidung liegt bei Politik und Fachleuten
Kähler räumt ein, dass noch zahlreiche fachliche, planerische und rechtliche Fragen offen sind. „Ob alle planerischen Hürden gemeistert werden können, müssen Fachleute beurteilen“, schreibt er. Die Zeit bis zu möglichen Olympischen Spielen reiche jedoch aus, um diese Hausaufgaben zu erledigen.
Sein Appell an Politik und Bürgerschaft ist deutlich – und bewusst zugespitzt: Unter dem Motto „Gold statt Gift“ könne Dorsten mehr gewinnen als verlieren. Oder, wie Kähler es selbst formuliert: „Ich bin der festen Überzeugung, dass in vielen Dorstenerinnen und Dorstenern das Olympische Feuer für diese Idee brennen wird.“




























