Goldschmiede Bellendorf – Dorstener Läden, die ihr kennen solltet

Qualität aus einer Hand (v.l.): Klara Bunzel (gelernte Goldschmiedin), Tanja Pokoyski, Stefanie Braun, Stefan Schmitz, Yvonne Reidegeld und Engelbert Bellendorf mit Wachhund Paco.
Foto: André Elschenbroich

Juwel der Dorstener Innenstadt

Dorsten. In unserer Serie stellen wir euch Geschäfte und Restaurants aus Dorsten und Umgebung vor, die das gewisse Etwas haben und sich durch ihren eigenen Charme auszeichnen. Ein Besuch lohnt sich. Heute schauen wir in der inhabergeführten Goldschmiede Bellendorf vorbei. Warum ihr sie kennen solltet, erfahrt ihr hier:

Gleich an der Ecke zur Innenstadt, der Recklinghäuser Str. 23, befindet sich die Goldschmiede Bellendorf. Schon auf den ersten Blick zeigen sich altes Handwerk, Tradition und Moderne. Vereint im Logo, das über dem Eingang prangt. Darauf zu sehen ist das Haus, in dem der goldige Laden sein Zuhause gefunden hat. Mit einem – für Dorstens alte Häuser typischen – Treppendach.

Goldschmiede Bellendorf – seit 1998 ein Begriff

Auf rund 30 Quadratmetern Verkaufsfläche zeigt sich, dass die Liebe im Detail steckt. Hinter jeder Anfertigung verbirgt sich noch echtes Handwerk. Jedes Schmuckstück bringt seinen persönlichen Charakter und einzigartigen Charme mit. Kein Teil ist wie das andere. Längst hat sich die Qualität in der ganzen Region herumgesprochen.

Alles pure Feinarbeit.
Foto: André Elschenbroich

Inhaber Engelbert Bellendorf hat das Geschäft 1998 eröffnet. In einem Alter von gerade einmal 25 Jahren. Schon als Kind lernte er die Arbeit seiner Familie kennen. Spielte in der Metzgerei seines Vaters. Schlich durch den Laden seines Großonkels Ernst Bellendorf, der 1948 eine Uhrmacherei eröffnete. Eines war ihm schon früh klar: „Ich wollte kein Uhrmacher werden, sondern kreativ arbeiten“, erinnert sich der 47-Jährige zurück.

Vom Astronauten zum Goldschmied

Nachdem er schon früh seinen Kindheitstraum, Pilot oder Astronaut zu werden, an den Nagel hing, wollte er nur noch Eines: Im Gespräch mit Menschen sein, Verkäufer werden. Sein Vater, damals Metzger und noch von der alten Schule, sagte zu ihm: „Junge, wenn du Etwas verkaufen willst, musst du das Handwerk verstehen.“ Mit seinem Vater wurde nicht groß diskutiert, da wurde sogleich gehandelt. Verkaufen allein war also nicht. Auf diesem Weg kam Engelbert Bellendorf zur Lehre als Goldschmied.

Engelbert Bellendorf lebt seinen Job.
Foto: André Elschenbroich

Fast wäre Engelbert Bellendorf für Dorsten verloren gewesen. Seine Eltern lernten auf einer Schiffsreise die Sekretärin von Hans Stern kennen. Der weltberühmte Juwelier machte dem jungen Goldschmied das Angebot nach Rio de Janeiro zu kommen und dort bei ihm zu arbeiten. Ein großer Schritt für den heimatbewussten jungen Gesellen. Dank einer fehlenden Aufenthaltsgenehmigung blieb Engelbert Bellendorf hier. Nach seiner Gesellenzeit machte er seinen Meister in Münster. Er hat es nie bereut. Denn seit seiner Kindheit ist Engelbert Bellendorf tief mit seiner Heimat Dorsten verwurzelt.

Ein vertrautes Team von Anfang an

Der nächste Schritt in die Selbstständigkeit war schnell getan. An der Recklinghäuser Straße 23 fand die Räumlichkeiten, in denen er seit 22 Jahren seine Kunden empfängt. Seitdem arbeitet er mit einem Team zusammen, dem er vertraut. Gleich im Gründungsjahr 1998 kam Goldschmiedemeister Stefan Schmitz zu ihm. Ebenso wie Yvonne Reidegeld.

Seit Beginn der Meister im Betrieb: Stefan Schmitz
Foto: André Elschenbroich

Die zwei sind seit 22 Jahren von Beginn an mit in der Werkstatt tätig und helfen einander. „Wir sprechen dieselbe Sprache“, erklärt Stefan Schmitz hinten in der Werkstatt, wo der Schmuck durch seine Hand entsteht. „Hier herrscht immer produktives Chaos“, erklärt der Meister und betont: „Wir machen nichts, was nicht gefällt“.

Goldschmiede Bellendorf erfüllt spezielle Wünsche

Viele Kunden kommen mit besonderen Wünschen. So lassen sich mittlerweile auch die Eheringe von Oma und Opa und andere Erbstücke mit einer speziellen Technik in die neuen Eheringe einarbeiten. Nach einer Beratung schmieden und gestalten sie jedes Schmuckstück, angepasst an die eigenen Vorstellungen. Schleifen, Schmelzen, Sägen und Walzen erfolgt bei alten Schmuckstücken noch auf die traditionelle Art mit Lötpistole.

Arbeiten nach der traditionellen Art.
Foto: André Elschenbroich

Auch spezielle Wünsche erfüllt die Goldschmiede Bellendorf immer gern. So kam ein Kunde mit dem Vergaser seines geliebten Oldtimers in den Laden mit der Bitte, diesen mittels Ultraschall zu reinigen. Unvergessen ist auch die Reinigung des alten Kreuzes der St. Ursula Kirche, einer Arbeit von Schwester Paula. Aktuell bearbeitet die Werkstatt die Miniaturarbeit eines Dorstener Künstlers aus seiner Skulpturenserie.

Meist sind die Finger der Goldschmiede hinten in der Werkstatt dreckig. Oft ganz schwarz, mit kleinen Verletzungen versehen – und doch leisten sie saubere Arbeit, technisch versiert und mit Feingefühl. Erst vorne im Laden zeigen die Schmuckstücke und kleinen Schätze ihren Glanz. Gepunzt sind alle selbstgefertigten Stücke mit dem Logo der Goldschmiede.

„Klunkabert“ – eine eigene Marke der Goldschmiede Bellendorf

Besucher der Goldschmiede können auf Individualität vertrauen und neuartige Trends von Schmuckdesignern weltweit entdecken. Im Sortiment befindet sich auch Markenware von Designern wie Jochen Pohl, IsabelleFa und Jörg Gellner. Er selbst hat seine eigene Marke von Armbändern namens „Klunkabert“ etabliert.

Nur in der Goldschmiede Bellendorf erhältlich: der KLUNKABERT.
Foto: André Elschenbroich

Die Goldschmiede Bellendorf in Dorsten offenbart das Besondere im Detail. Hier bekommen Edelsteine ihren Feinschliff. Hinter dem Juwelierladen steckt mehr als ein Geschäft. Es ist vielmehr ein kleines Juwel für die Innenstadt von Dorsten – und wird es jetzt und in Zukunft auch bleiben.

logo1bellendorf

Kontakt:

Goldschmiede Bellendorf
Recklinghäuser Str. 23
46282 Dorsten
Telefon: 02362/995122
E-Mail: [email protected]
goldschmiede-bellendorf.de

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Marie-Therese Gewert
Hallo, ich bin Marie. Schon während meines Studiums in Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule schlug mein Herz für die Geschichten der Menschen. Als freie Mitarbeiterin war ich während meines Studiums stets für die WAZ Dorsten unterwegs. Danach zog es mich nach Kassel zum Volontariat bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, kurz HNA. Im Dezember 2017 wurde ich in einer Kommunikationsagentur in Düsseldorf tätig. Im Mai 2018 entschied ich mich für die Selbstständigkeit. Seither arbeite ich für verschiedene Auftraggeber, journalistisch und beratend. Ich schreibe für dorsten-online.de, weil die Plattform von Menschen aus der Heimat für Menschen aus der Heimat gemacht wird. Ich freue mich, Sie mit Beiträgen und Informationen aus der Region versorgen zu dürfen. Anregungen, Fragen und Hinweise nehme ich gerne entgegen. Marie-Therese Gewert

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