Kurz vor dem dritten Advent geht auch der Dorstener Winterzauber in die Halbzeit. Veranstalter Hans Schuster zieht eine Zwischenbilanz und verrät, wie viele Glühweingläser schon verschwunden sind.
Die ersten Wochen sind vorbei, der erste Schnee ist gefallen, und die deutsche Elf schon wieder zuhause. Auch beim Dorstener Winterzauber hat die zweite Halbzeit begonnen. Für Hans Schuster ist dies eine Gelegenheit, Bilanz zu ziehen.
Tassen verschwinden tausendfach
„Schon über tausend Tassen haben den Weg in private Hände gefunden“, erzählt der Veranstalter mit einem Lächeln. Das war keine Überraschung: Die hochwertigen Winterzauber-Tassen waren ohnehin mit Pfand belegt und in ausreichender Zahl bestellt worden, um auch ohne großen Verlust als Souvenir dienen zu können. Zudem zeige es den guten Zuspruch der Gäste für das Gastrozelt „Winterzauberalm“ auf dem Winterzauber. „Durch ein neues System sorgen wir dafür, dass auch bei hohem Andrang keine Wartezeiten entstehen“, erklärt Hans Schuster.

Eisstockschießen ist ein Erfolg
Auch das Eisstockschießen habe sich in diesem Jahr bereits als Erfolg erwiesen. „Wir haben es geschafft, Menschen aus allen Stadtteilen zusammen zu bringen. Das ist für Dorsten schon etwas Besonderes“, betont Schuster. Normalerweise feierten viele Menschen am liebsten in ihrem Stadtteil, aber bei dem gemeinsamen Turnier kämen die Teams aus allen Winkeln Dorstens zusammen. Tatsächlich sind bei den Turniertagen deutlich mehr Menschen vor Ort, als bei den wenigen Übertragungen der deutschen Spiele aus der umstrittenen Fußball-WM in Katar. Dieses Kapitel ist nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft ohnehin bereits beendet.

Innenstadt attraktiver gemacht
Einen positiven Effekt des Winterzaubers sieht Hans Schuster auf jeden Fall, wenn es um die Attraktivität der Dorstener Innenstadt geht. „Die Kaufmannschaft gibt uns positive Signale, weil wir auch die Aufenthaltsqualität in der Altstadt steigern“, so Schuster. Zwischen zwei Einkäufen legten viele Besucher eine Aufwärmpause in der „Winterzauberalm“ ein. „Es ist uns wichtig, die Innenstadt zu beleben“, betont Schuster. Entgegen vieler Gerüchte sei der Winterzauber nämlich nicht die Goldgrube, als die sie oft dargestellt werde.
Dorstener Winterzauber ist enormer Aufwand
Denn der Aufwand sei enorm. Rund 350.000 Euro Kosten müssten erst einmal wieder gegenfinanziert werden. Dabei sind die Energiekosten noch ein eher kleiner Faktor. Durch LED-Technik und die künstliche Eisbahn werde viel Energie eingespart. „Zum Vergleich: Als wir noch die alte Eisbahn hatten, verschlang die Kühlung allein schon rund 18.000 Euro an Strom. Und das waren die Preise von 2021“, erklärt Hans Schuster. Der Personalaufwand sei deutlich kostspieliger: Rund 40 Mitarbeiter steckten rund 7500 Arbeitsstunden in den Dorstener Winterzauber.

„Rein wirtschaftlich lohnt sich das nicht“
„Mit Stadtfesten verdient man eigentlich kein Geld“, ist das Fazit von Hans Schuster. Eine Aussage, die wohl viele Dorstener überraschen dürfte. Schuster hat die Zahlen aber klar vor Augen: „Seit der Übernahme der Veranstaltung durch Nightaffairs und Schlotmann 2019 haben die Innenstadtveranstaltungen rund 200.000 Euro Defizit eingefahren.“ Das sei dem Firmenleiter von Nightaffairs und seinem Kooperationspartner Luca Schlotmann aber von vornherein klar gewesen. „Rein wirtschaftlich lohnt sich der Aufwand nicht. Besonders nicht beim Herbstfest, wo das Wetter ein unkalkulierbarer Faktor ist.“
Altstadt soll nicht aussterben
Warum organisieren Schlotmann und Nightaffairs dann überhaupt noch Veranstaltungen in der Innenstadt? „Für mich ist der Fall sehr klar“, erklärt Schuster.
„Wenn wir das nicht machen würden, wäre die Altstadt tot. Und wenn die Altstadt stirbt, wird unsere Stadt sterben.“
Hans Schuster
Und daran könne er als Geschäftsmann, aber auch als Dorstener Bürger kein Interesse haben.




























