Ein ungemütlicher Mix aus Wind, Regen und grauen Wolken begleitete das Dorstener Herbstfest am Wochenende. Tief „Detlef“ sorgte zwar für nasse Jacken und offene Schirme, doch viele ließen sich davon nicht abschrecken. Trotz des durchwachsenen Wetters zog es zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt.
Nach dem musikalischen Auftakt mit „Deutschland singt und klingt“ am Freitag und einem belebten Samstag bildete der verkaufsoffene Sonntag den Abschluss des dreitägigen Stadtfestes.

Gottesdienst als besinnlicher Start
Den Beginn des letzten Festtages markierte ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Marktplatz. Unter der Leitung von Anke Klapprodt und Marko Weibels versammelten sich rund um den Altar trotz Nieselregens dutzende Gläubige.

„Viele Menschen wissen heute nicht, was sie morgen essen oder wo sie schlafen werden. Wir sollten unser Glück wertschätzen und denen helfen, die in schwierigen Zeiten leben“, erinnerte Pfarrerin Klapprodt in ihrer Predigt. Ein nachdenklicher, aber passender Auftakt für einen stilleren Herbstsonntag.
Verkaufsoffener Sonntag mit überschaubarem, aber stetigem Publikum
Ab 13 Uhr öffneten die Geschäfte in der Innenstadt und in den Mercaden ihre Türen. Der große Besucheransturm blieb wegen des Wetters zwar aus, doch wer kam, zeigte sich in Einkaufs- und Bummellaune. Viele nutzten den Nachmittag für Gespräche mit Bekannten oder einen warmen Kaffee zwischendurch.

Im Alten Rathaus lud der Rotary Club Dorsten zu einem Bücherbasar ein – eine willkommene Gelegenheit, dem Regen zu entkommen und beim Stöbern zwischen Romanen, Klassikern und Kinderbüchern trockene Minuten zu verbringen.

Auch im Campus Dorsten konnte man dem Regen entgehen und sich einen ersten Eindruck des neuen Gesundheitszentrums verschaffen. Die einzelnen Abteilungen stellten sich den Besuchern vor.
Traktoren, Technik – und eine ganz besondere Kuh
Auf dem Platz der Deutschen Einheit präsentierten die Oldtimerfreunde Lembeck ihre historischen Traktoren, die selbst im Dauerregen glänzten. „Manche Modelle stammen noch aus den 50er-Jahren. Wir restaurieren sie mit viel Herzblut“, erklärte Vereinsmitglied Bernd.

Für ein Schmunzeln sorgte die vom Verein selbstgebaute Holzkuh „Bertha“, an der Kinder ihr Können im „Melken“ testen durften – statt Milch spritzte allerdings Wasser heraus. „Bertha ist unser Publikumsliebling“, sagte Bernd. „Gerade bei solchem Wetter braucht man etwas, das die Leute zum Lachen bringt.“
Ein Herbstfest, das besseres Wetter verdient gehabt hätte
Auch wenn Tief „Detlef“ die Stadt zeitweise fest im Griff hatte, bewiesen viele Dorstenerinnen und Dorstener Durchhaltevermögen. Das Herbstfest 2025 blieb damit zwar wetterbedingt etwas ruhiger als in den Vorjahren, zeigte aber erneut, dass die Altstadt selbst bei Regen ein Ort der Begegnung bleibt – nur eben mit Regenschirm statt Sonnenbrille.









