Abschied, Verlust, Trauer sind Themen, die auch Kinder und Jugendliche betreffen. Der Hospizfreundeskreis Dorsten e.V. hat sich seit vielen Jahren der Begleitung Sterbender verschrieben. Seit rund einem Jahr gibt es nun ein spezielles Angebot für junge Menschen: Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Im NikolHaus an der Storchsbaumstraße 77 treffen sich monatlich Gruppen für unterschiedliche Altersstufen. Grundschulkinder ab fünf Jahren, Kinder der weiterführenden Schulen ab elf Jahren, Jugendliche ab 15 Jahren und junge Erwachsene ab 18 Jahren sind eingeladen. Nach einem Erstgespräch werden die Kinder und Jugendlichen je nach Entwicklungsstand in die passende Gruppe eingeteilt.
„Wir begegnen den Kindern und Jugendlichen ehrlich und offen, sprechen über Sterben, Tod und Abschiednehmen und geben ihnen Raum, sich spielerisch und gestalterisch mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen“, erklärt Simone Wulfers, eine der Hauptamtlichen beim Hospizfreundeskreis. Dabei wird gebastelt, gemalt, geschrieben, gelacht, geweint und manchmal auch einfach nur zugehört.


Familien in der Trauer begleiten
Die Arbeit geht über die Gruppen hinaus. „Wir nehmen die ganze Familie in unsere Begleitung mit“, betont Andreas Mareyen vom Hospizfreundeskreis. Die Trauerarbeit umfasst auch Einzelkontakte, Treffen in der häuslichen Umgebung sowie Schul- und Kindergartenprojekte. So werden Eltern und andere Bezugspersonen unterstützt, den Verlust gemeinsam zu verarbeiten.
Oft kommen Kinder und Jugendliche mit tiefen Emotionen in die Gruppen. Neben Trauer äußern sie auch Wut, Schuldgefühle oder Angst. In manchen Fällen haben sie Menschen durch Suizid oder Gewalt verloren. „Wir geben ihnen Zeit und Raum, sich zu öffnen. Es ist ein freiwilliges Angebot, Druck gibt es keinen“, erklärt Mareyen. Rund 90 Prozent der eingeladenen Kinder und Jugendlichen nehmen das Angebot trotzdem an.

Engagiertes Team mit eigener Trauererfahrung
Simone Wulfers bringt ihre berufliche Erfahrung als Heilpädagogin sowie eigene Trauererfahrung ein. Andreas Mareyen hat nach 26 Jahren in einem technischen Beruf seine neue Erfüllung in der Trauerbegleitung gefunden. „Das gab gutes Geld, aber der Job hat mich nie erfüllt. Jetzt fühle ich mich angekommen“, sagt er. Neben den beiden gehört auch noch die Leitende Koordinatorin des Hospizdienstes Claudia Kiehl zum festen Team.

Das Team unterstützt nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. „Die Arbeit ist emotional belastend. Wir sorgen dafür, dass alle sich aufgefangen fühlen und sich die nötige Zeit nehmen können“, erklärt Wulfers.
Ein kostenfreies Angebot, das Verbindung schafft
Die Kinder treffen sich regelmäßig in den Gruppen und bilden dort oft neue Freundschaften, fast wie eine erweiterte Familie. Gemeinsam basteln sie Kerzen, malen Bilder, schreiben Gedichte und sprechen über schöne Erinnerungen. Das Ziel ist, dass die jungen Menschen lernen, ihre Trauer in ihr Leben zu integrieren und dabei begleitet werden, ohne Zwang, aber mit viel Herz.

Kontakt und Anmeldung
Interessierte Familien können sich für Informationen oder eine Anmeldung direkt an das NikolHaus wenden:
Telefon: 02362 9998731
Andreas Mareyen: 0157-85044907, E-Mail: [email protected]
Simone Wulfers: 0157-85517553, E-Mail: [email protected]




























