StartAnzeigeJubiläumsmonat in Wulfen und Barkenberg, dem doppelten Stadtteil

Jubiläumsmonat in Wulfen und Barkenberg, dem doppelten Stadtteil

Vertreter der Vereine und Institutionen die am Festmonat beteiligt sind. Foto: Privat

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Wulfen ist kein Stadtteil wie jeder andere. Wer hier unterwegs ist, spürt schnell, dass zwei Erzählstränge nebeneinander laufen und sich doch immer wieder berühren. Genau daraus entsteht der Begriff doppelter Stadtteil.

Er meint die räumliche und funktionale Dualität von Alt Wulfen und der Neuen Stadt Wulfen Barkenberg, geplant und gebaut in den 1960er und 1970er Jahren.

Alt Wulfen trägt mittelalterliche Geschichte in seinen Straßen und Strukturen. Bis zur Eingemeindung in die Stadt Dorsten im Jahr 1975 war Alt Wulfen eine selbständige Gemeinde. Barkenberg dagegen ist ein moderner Stadtteil, ursprünglich für den Bergbau gedacht, mit attraktiven Wohnungen für neu anzuwerbende Arbeitskräfte.

Charakteristisch sind das autofreie Wegenetz, naturnahe Grünflächen und das Zentrum am Wulfener Markt, das beide Stadtteilhälften verbindet. Zwei Welten, die sich nicht abgrenzen müssen, sondern ein gemeinsames Ganzes bilden, mit Kontrasten, Reibung und viel Alltagspoesie.

Genau diese besondere Mischung steht im Mittelpunkt eines Veranstaltungsmonats, der vom 4. bis zum 28. März zahlreiche Programmpunkte und Mitmachaktionen bündelt. Es geht um Begegnung, Erinnern, Erzählen und darum, Wulfen in seiner ganzen Bandbreite sichtbar zu machen.

Auftakt mit fast feierlichem Klang: die Lange Tafel am 6. März

Ein Höhepunkt gleich zu Beginn setzt den Ton für den ganzen Monat. Am 6.3. lädt das Gemeinschaftshaus Wulfen um 19 Uhr zur Auftakt Lange Tafel ein, organisiert vom Förderverein proGHW.

Das Konzept ist so schlicht wie verbindend: ein Mitbringbüfett, bei dem jede und jeder etwas Leckeres für sich mitbringt und wer teilen mag, bringt ein wenig mehr für die Sitznachbarn mit. Dazu gibt es den Sound von 1975, ein kleines Mitsingkonzert mit dem Kirchenchor St. Barbara.

Praktisch wird es auch, denn Gemeinschaft lebt von kleinen Regeln, die vieles leichter machen: Bitte Besteck und Teller nicht vergessen. Und die mitgebrachten Aufbewahrungsboxen mit Namen beschriften, damit danach niemand lange suchen muss. Reservierung im GHW unter 02369 93450 oder per Mail an [email protected].

Frauen und Politik: ein Nachmittag mit Biografien und Ausstellung am 8. März

Am 8.3. richtet sich der Blick auf Frauen in der Kommunalpolitik. Von 15 bis 17.30 Uhr, Einlass ab 14.30 Uhr, lädt die Geschichtsgruppe des Heimatvereins in die Bibi am See. Thema sind Biografien Wulfener Politikerinnen ab 1918.

Begleitet wird der Nachmittag von der Ausstellung 50 Jahre Barkenberg, dazu Kaffee und Kuchen. Als Gäste werden unter anderem Monika Ehm und Ria Helfferich erwartet. Ein Termin, der Geschichte nicht ins Archiv zurücklegt, sondern in Gesichter, Entscheidungen und Lebenswege übersetzt.

Städtebau zum Anfassen: Rundgang und Vortrag am 12. März

Am 12.3. wird es historisch und zugleich hochaktuell. In der Bibi am See beginnt um 17 Uhr ein städtebaulicher Rundgang zur Neuen Stadt Wulfen. Um 19 Uhr folgt ein Vortrag von Prof. Yasemin Utku aus Köln zum Thema Städtebau.

Auch an diesem Tag ist die Ausstellung 50 Jahre Barkenberg zu sehen, in Kooperation mit dem BDA Vest Recklinghausen. Wer Barkenberg nur als Wohnort kennt, bekommt hier die Chance, das Konzept dahinter zu verstehen, als Idee, als Experiment, als gewachsene Realität.

Alt Wulfen im Doppelpack: Frühstück und Kirche im Zeitraffer am 15. März

Am 15.3. stehen in Alt Wulfen gleich zwei Veranstaltungen auf dem Programm. Im Heimathaus Wulfen gibt es um 9.30 Uhr ein Westfälisches Frühstück des Heimatvereins. Anmeldung ist ab 16.02.2026 möglich unter 02369 22119 bei Werner Gohmann.

Am Abend, von 17 bis 19.30 Uhr, lädt der Förderverein Gnadenkirche Wulfen zur Veranstaltung Kirche im Zeitraffer. Erzählt wird die Geschichte der Gnadenkirche vom Bau bis zur Übernahme durch den Förderverein, in Geschichten und Bildern, ergänzt durch eine Gesprächsrunde. Ein Format, das Bauwerk und Biografie zusammenführt, und zeigt, wie Orte durch Menschen weiterleben.

Ein Tag voller Bewegung und Erinnerung in Wulfen

Am 21.3. verteilt sich das Programm über mehrere Orte und Stimmungen. In der Halle der Gesamtschule Wulfen läuft von 10 bis 15 Uhr der Fußball KiGa Cup mit den umliegenden Kindergärten, organisiert von den SuS GW Barkenberg. Ebenfalls um 10 Uhr starten die Dorstener Besentage, Treffpunkt Gemeinschaftshaus Wulfen, getragen vom Förderverein proGHW.

Am Nachmittag wird es dann erzählerisch und emotional. Im Hotel Humbert findet von 15 bis 17.30 Uhr, Einlass ab 14.30 Uhr, ein Zeitzeugen Nachmittag der Geschichtsgruppe Heimatverein statt. Bei Kaffee und Kuchen geht es um die Gebietsreform 1975 und um den Satz, der bis heute nachklingt: Wulfen wollte eigenständig bleiben. Solche Nachmittage sind mehr als Nostalgie. Sie sind gelebte demokratische Erinnerung, weil sie zeigen, wie Entscheidungen von damals in Identitäten von heute hineinwirken.

Finale mit Bass und Begegnung: Party am 27. März, Abschluss am 28. März

Am 27.3. folgt die große Party. Im Gemeinschaftshaus Wulfen geht es von 19 bis 2 Uhr in die Nacht, organisiert vom Förderverein proGHW gemeinsam mit den SuS GW Barkenberg, mit DJ und Abschlussstimmung.

Am 28.3. gehören die letzten Seiten dieses Monats noch einmal der Gemeinschaft. Um 12 Uhr lädt der Barbara Pfarrsaal zum Mittagstisch gegen Spende, Voranmeldung im Pfarrbüro unter 02369 4145. Um 13 Uhr folgt im Gemeinschaftshaus Wulfen ein Angebot, das den Blick von außen bewusst einlädt: Barkenberg für Nicht Barkenberger, ein Spaziergang mit Christian Gruber.

Ein Monat, der zeigt, was Wulfen kann

Dieser März ist keine Aneinanderreihung von Terminen. Er ist ein lebendiges Porträt eines Stadtteils, der aus zwei Hälften besteht und gerade deshalb so viel Stoff für Begegnung bietet. Alt Wulfen und Barkenberg, Geschichte und Planung, Erinnern und Feiern, Kaffee und Kuchen und DJ Nacht, das alles gehört hier zusammen. Wer teilnehmen will, muss kein Experte sein. Neugier reicht.

Weitere Informationen gibt es unter www.stadtagentur-dorsten.de.

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