Die aktuellen Ereignisse in Israel wirken sich auch auf Dorsten aus. Das Jüdische Museum verzichtet zusammen mit dem Central Kino auf eine Filmvorführung. Zudem ist eine kleinere Solidaritätsveranstaltung durch die Stadt Dorsten in Vorbereitung.
Der Angriffkrieg der Hamas auf Israel hat auch im Jüdischen Museum Westfalen für Entsetzen gesorgt. „Wir sind alle sehr betroffen“, erklärt Museumsleiterin Dr. Kathrin Pieren. „Die Situation ist für uns sehr belastend und unsere Gedanken sind bei den Menschen in Israel.“
Als erste Maßnahme verzichtet das Jüdische Museum Westfalen auf die Vorführung des Filmes „Tel Aviv on Fire“, die am 15. Oktober im Central Kino in Dorsten hätte stattfinden sollen. „Es ist eigentlich ein sehr intelligenter, positiver Film“, erklärt Pieren. Durch den missverständlichen Filmtitel sei eine Aufführung nun aber nicht mehr passend.

Intelligente und mehrfach ausgezeichnete Komödie
Trotz des reißerischen Titels ist „Tel Aviv on Fire“ eine absurde und äußerst humorvolle Komödie, die vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts spielt. Der Film von Regisseur Sameh Zoabi erzählt eine amüsante Geschichte in diesem komplexen politischen Kontext. Der Titel bezieht sich im Film auf eine gleichnamige fiktive Soap Opera, die jeden Abend über die TV-Bildschirme flimmert und Israelis wie Palästinenser vor der Glotze vereint.
„Tel Aviv on Fire“ wurde im Jahr 2018 beim Toronto International Film Festival im Wettbewerb gezeigt und in der Sektion Orizzonti auf der Biennale in Venedig vorgestellt. Dort erhielt der Film den INTERFILM-Preis zur Förderung des interreligiösen Dialogs und wurde Kais Nashif als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
Ferienspaß wird nicht weiter beworben
Auch der beliebte Ferienspaß im Jüdischen Museum wird nicht weiter beworben. „Das kam uns angesichts der Umstände pietätlos vor“, erklärt Dr. Pieren. Kinder und Jugendliche, die aber bereits angemeldet seien, sollten nicht unter einer Absage leiden und können wie geplant teilnehmen.

Stadt plant Solidaritätsaktion
Im engen Austausch mit dem Jüdischen Museum plant die Stadt Dorsten derzeit eine kleinere Solidaritätsaktion für die Menschen in Israel und insbesondere der Partnerstadt Hod Hadsharon. Als äußeres Zeichen setzten städtische Mitarbeiter am Montag bereits die israelische Flagge vor dem Rathaus.




























