Bekämpfung des gefährlichen Schädlings verursacht hohe Kosten und überfordert viele Kommunen

Keine Unterstützung bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners für Kommunen von der Landesregierung geplant.

Eichenspinnerprozessions-

Besonders das Jahr 2019 sei, so Landtagsabgeordneter Michael Hübner SPD, heftig gewesen und habe sich in Nordrhein-Westfalen 2019 noch weiter ausgebreitet.

Rückblickend auf das jahr betont Hübner, dass die Brennhaare dieser Raupe mit ihrem Nesselgift sich über große Distanzen verbreitet haben und das Gift habe teilweise starke Hautreizungen und allergische Reaktionen bis zum allergischen Schock verursacht. Betroffen 2019 seien in besonderem Umfang von zahlreichen Nestern des Eichenprozessionsspinners unter anderem Kommunen im Münsterland, aber auch anliegende Gemeinden wie Dorsten gewesen.

Eigenständige Entfernung von Nestern

„Sofern es sich um kommunale Baumbestände handelte, haben die Kommunen sowohl in Eigenregie als auch mittels Beauftragung von Spezialunternehmen versucht, die Nester zumindest in der Nähe von Schulen und Kindergärten etc. zu entfernen“, so Hübner.

Hübner verweist in seiner Anfrage auf den kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung 2019, der zeigen würde, dass die finanzielle Situation der Kommunen immer weiter auseinanderdriftet.

Eichenspinnerprozessions-

Kommunen überfordert

Seiner Meinung liege es auf der Hand, dass die Bekämpfung des gefährlichen Schädlings so hohe Kosten verursacht und viele Kommunen überfordert seien und die betroffenen Städte nicht genügend Unterstützung bei der konkreten Gefahrenabwehr durch das Land bekämen.

In einer Anfrage an das Landesamt für Umwelt und Natur (LANUV) wollte Hübner wissen, wie die Landesregierung Kommunen unterstützt, die in besonderer Weise vom Auftreten der EPS betroffen sind?

Eichenspinnerprozessions-

LANUV setzt unterschiedliche Schwerpunkte

Die Unterstützung vonseiten der Landesregierung bestehe laut LANUV vor allem in der Bereitstellung geeigneter Informationsmaterialien. Hierbei werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt wie zum Beispiel Infomeldungen vom Landesbetrieb Wald NRW zur Biologie des Eichenprozessionsspinners und es gebe Hinweise zur Überwachung und Bekämpfung raus. Eine Broschüre solle die Bürger über die gesundheitlichen Risiken des Eichenprozessionsspinners aufklären und Hinweise zur Bekämpfung und zum Einsatz von Bioziden geben.

Neben den Erfahrungen der verschiedenen Ressorts setze LANUV auf Erfahrungen anderer Bundesländer, in denen der EPS schon länger als Gesundheitsrisiko gelte.

Keine Daten zu den entstehenden Kosten

Auch was die Kosten für eine angemessene Bekämpfung des Befalls mit dem Eichenprozessionsspinner anbelange, gebe es bisher noch keine Daten zu den entstehenden Kosten einer Bekämpfung, da darüber hinaus die Kosten auch von vielen äußeren Faktoren abhängig seien. Diese seien unter anderem das angewendete Verfahren zum Entfernen der Gespinstnester, die Größe des Baumes, die Anzahl an Gespinstnestern und die Erreichbarkeit des Baumes mit fahrbaren Arbeitsbühnen und Hubsteigern. Je nach äußeren Faktoren können die Kosten über 500 € je Baum betragen.

Was die praktische und logistische Unterstützung für die schwer betroffenen Kommunen z. B. durch Landesbetriebe anbelange, verweist LANUV auf den Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der waldbesitzende Kommunen im Rahmen seiner Zuständigkeit für den Wald unterstütze. Ebenso bekämpfe der Landesbetrieb Straßenbau NRW den Eichenprozessionsspinner an Straßen in seiner Zuständigkeit. In der Regel, so heißt es weiter, durch beauftragte Fachfirmen. Auch stehe Straßen NRW dabei mit den örtlichen Kommunen in Kontakt.

Keine Zerstörung des Ökosystems

Welche Bedeutung, wollte Hübner wissen, misst die Landesregierung der Wiederherstellung zerstörter ökologischer Systeme bei?

Dazu teilt LANUV mit, dass die Wiederherstellung zerstörter ökologischer Systeme von besonders hoher Bedeutung sei. Allerdings stelle der Befall mit Eichenprozessionsspinner jedoch keine Zerstörung eines Ökosystems dar.

Erklärend dazu heißt es vom LANUV: Der Eichenprozessionsspinner komme, wie viele andere Insekten auch, natürlich in Eichenwäldern und auf Eichen vor. Als Schädling spiele er dabei eine untergeordnete Rolle. Der Fraß der Raupen findet relativ früh im Jahr statt.

Durch eine zweite Phase des Blattaustriebs, den sog. Johannistrieb Mitte Juni können die Verluste, verursacht durch den Eichenprozessionsspinner und andere Schmetterlingslarven, ausgeglichen werden. Erst im Zusammenspiel mit weiteren schädigenden Wirkungen kann der Fraß des Eichenprozessionsspinners zum Absterben einzelner Bäume führen. Dies stellt jedoch keine Zerstörung eines Ökosystems dar und ist in seinem Umfang auch nicht mit anderen Schädigungen durch Insekten wie z. B. den Borkenkäfer gleichzusetzen.

Petra Bosse

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.