Im Rahmen des Festmonats März zur 750 Jahr Feier der Stadt Dorsten wurde in Wulfen und Barkenberg ein vielfältiges Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Besonders das Gemeinschaftshaus Wulfen entwickelte sich dabei zu einem zentralen Ort der Begegnung, der Musik und der kulturellen Vielfalt. Organisiert wurden mehrere Veranstaltungen von PRO GHW, die mit ihrem Programm bewusst ein breites Publikum ansprechen wollten.
Für die Organisatoren stand von Anfang an fest, dass die Feierlichkeiten mehr sein sollten als ein klassisches Festprogramm. Vielmehr sollte ein Angebot entstehen, das unterschiedliche künstlerische Formen und Interessen zusammenführt.
Hannes Schmidt-Domogalla von PRO GHW beschreibt diesen Anspruch als einen „Blumenstrauß von allem“. Ihm sei wichtig gewesen, „einen bunten Strauß an Kulturangeboten zu liefern“, der die Vielfalt des kulturellen Lebens in den Mittelpunkt stelle. Es gehe gerade nicht darum, Kunst in Kategorien einzuteilen oder zu bewerten, sondern darum, Menschen mit ganz unterschiedlichen Zugängen zur Kultur zusammenzubringen.

Mit diesem Ansatz traf Pro GHW den Nerv des Festmonats. Die 750 Jahr Feier Dorstens wurde in Wulfen und Barkenberg damit nicht nur zum Anlass des Erinnerns, sondern auch zu einer Bühne für lokale und überregionale Kultur.
Gemeinschaftshaus Wulfen als Ort der Begegnung
Das Gemeinschaftshaus Wulfen spielt während des Festmonats eine besondere Rolle. Hier fanden verschiedene Veranstaltungen statt, die den Stadtteil als lebendigen Kulturstandort sichtbar machten. Gerade in einer Zeit, in der kulturelle Orte um Aufmerksamkeit ringen, zeigte sich das Haus als offener Treffpunkt für Künstler und Publikum.

Die Veranstaltungen unterstrichen, dass Jubiläumsfeiern nicht allein aus Festakten und historischen Rückblicken bestehen müssen. In Wulfen und Barkenberg wurde das Stadtjubiläum auch als Einladung verstanden, Gegenwartskultur erlebbar zu machen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Klavierkonzert mit Volker Zwetschke als musikalischer Höhepunkt
Zu den besonderen Programmpunkten zählte das Klavierkonzert von Volker Zwetschke im Gemeinschaftshaus Wulfen. Der Pianist spielte Werke von Beethoven, Chopin, Schubert und weiteren Komponisten und setzte damit einen klassischen Akzent im Festmonat März.

Für Zwetschke war der Auftritt in Wulfen kein Termin wie jeder andere. Der Pianist, der aus Marl stammt, hat bereits eine Verbindung zum Haus und zu seinem Publikum. „Das hier ist so ein bisschen zu Gast bei Freunden“, sagte er im Vorfeld des Konzerts. Umso mehr freue er sich, „dass ich hier den Beitrag für Dorsten für die 750 Jahr Feier sein darf“.
Diese persönliche Note verlieh dem Abend eine besondere Atmosphäre. Das Konzert war nicht nur ein kultureller Beitrag zum Stadtjubiläum, sondern auch ein Heimspiel für einen Künstler, der international unterwegs ist und zugleich in der Region verwurzelt bleibt.
Zwischen internationaler Bühne und Auftritt in der Heimat
Zwetschke blickt auf eine intensive Konzerttätigkeit zurück, die ihn in den vergangenen Monaten auch nach Asien führte. Nach der Corona Zeit habe er den Weg zurück auf die Bühne wieder deutlich verstärkt, berichtete er. Als Intendant des Europäischen Klassikfestivals sei er zwar seit Jahren eng mit der Organisation von Musikveranstaltungen verbunden, seit der Pandemie habe er jedoch „deutlich wieder ausgebaut, auch international dann“.

Zuletzt sei er im Oktober und November auf Tour in Japan gewesen, in diesem Jahr bereits in Vietnam, dort auch mit Meisterkursen. Dennoch betont Zwetschke, wie wichtig ihm Auftritte in der Heimat bleiben. „Ich freue mich, dass ich auch in der Heimat gefragt bin und gefragt werde und dass ich dann auch selber in die Tasten hier greifen darf“, sagte er.
Gerade dieser Kontrast zwischen internationalem Konzertbetrieb und lokalem Kulturabend macht den Reiz solcher Veranstaltungen aus. Es zeigt sich, dass große künstlerische Qualität nicht allein an Metropolen oder Konzerthäuser gebunden ist, sondern auch im Stadtteil ihre Wirkung entfalten kann.
Die Nähe zum Publikum hat ihren eigenen Reiz
Dass ein Klavierkonzert im Gemeinschaftshaus Wulfen nicht mit einer Konzerthalle in Kyoto vergleichbar ist, räumt Zwetschke offen ein. Wenn dort fast 2000 Menschen im Saal säßen, sei das „komplett schon Wahnsinn“, sagt er mit spürbarer Begeisterung. Doch Größe allein entscheide nicht über die Bedeutung eines Auftritts.
„Ich freue mich genauso, wenn hier jetzt 50 Leute kommen, finde ich genauso spannend und ich bin auch genauso aufgeregt“, sagte der Pianist. Gerade kleinere Konzerte hätten ihre eigene Intensität. Die Nähe zum Publikum, die direkte Resonanz und die besondere Aufmerksamkeit eines solchen Abends schafften eine Atmosphäre, die große Säle nicht ersetzen könnten.
Hinzu komme ein Faktor, den viele Kulturschaffende kennen: In der eigenen Region aufzutreten, sei oft besonders aufregend. Zwetschke bringt es auf einen einfachen, aber treffenden Satz: „Es kann immer der eine dabei sein, der alles hört, und das war schlecht.“
Klavierkonzert als Teil der Stadtgeschichte
Die Veranstaltungen in Wulfen zeigen im Festmonat März gezeigt, wie lebendig die 750 Jahr Feier von Dorsten in den Stadtteilen gestaltet werden kann. Wulfen und Barkenberg präsentierten sich dabei nicht nur als Orte mit Geschichte, sondern auch als Räume aktueller Kulturarbeit.




























