Friday for future – Während FDP-Chef Christian Lindner die Schüler-Demos gegen den Klimawandel anprangert und die Protestaktionen während der Unterrichtszeit kritisierte mit den Worten … „ dass man von Kindern und Jugendlichen nicht erwarten kann, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“, sieht Melanie Brömmelhaus das ganz anders. Dazu schreibt die Deutenerin:

Als Mutter eines 14jährigen Sohnes bekam ich in den letzten Tagen eine E-Mail seiner Schule, in der über die Teilnahme an den sogenannten “Friday for future“ Demonstrationen und den daraus folgenden Konsequenzen  aufgeklärt wurde.

Bereits seit einiger Zeit verfolge ich die sehr hitzig geführte Diskussion über den Sinn und/oder Unsinn dieser Aktion und kann nur den Kopf schütteln, wie sich viele Menschen gerade in den sozialen Medien zu diesem Thema äußern.

Mit vernünftiger Argumentation oder gar respektvollen Umgang ist in vielen dieser Postings nichts zu lesen; da wird kübelweise Dreck und Häme ausgeleert, polarisiert und stigmatisiert – und das, weil Kinder und Jugendliche sich für ein bestimmtes Thema stark machen.

Natürlich: Es gibt eine Schulpflicht, und wer dieser nicht nachkommt, muss zu Recht mit unangenehmen Konsequenzen rechnen. Die Dokumentation unentschuldigter Fehlstunden auf dem Zeugnis sind da noch die geringste Strafe, die ein Schüler für das Fernbleiben des Unterrichts zu befürchten hat. Und dies wird auch konsequent umgesetzt, sofern der Schüler nicht im Zuge des Unterrichtes im Klassen- oder Kursverbund an einer solchen Demo teilnimmt.

So weit- so gut!

Dass aber viele Menschen in teils unflätiger Weise über die Schüler herziehen, die dennoch  an diesen Demos teilnehmen, ist schlichtweg nicht hinnehmbar.

Allen Teilnehmern zu unterstellen, sie gehen nur wegen des Schwänzens auf die Straße und sie würden im Privatleben auch nicht auf Umwelt und Klima achten, ist schlichtweg falsch.

Natürlich wird es sie auch geben, diese Kinder und Jugendlichen, die einfach nur mitlaufen und sich nichts dabei denken. Aber sicherlich ist die Zahl weitaus geringer als die derer, die durch Greta und ihre “Friday for future–Märsche“ ins Grübeln gekommen sind.

Anfang für Umdenken

Und dieses Grübeln ist ein Anfang für ein Umdenken und ein Beginn für nachhaltigeres Verhalten. Es ist leicht, in sozialen Medien die Keule zu schwingen, und zu schreiben, die Teilnehmer der Demos sollen dann auch so konsequent sein und auf ihr Smartphone, auf ihren Computer etc verzichten, um Strom zu sparen. Aber, seien wir doch ehrlich, alles zugleich schafft doch kaum jemand!

Ich persönlich freue mich, wenn unsere Jugend sich für Dinge jenseits ihres Tellerrandes interessiert. Lange Zeit wurde genau dieser Jugend Politikverdrossenheit vorgeworfen. Wenn es jetzt gelingt, eben diese Jungendlichen wieder für globale Dinge zu begeistern, ist ein guter Schritt getan.

Lasst die Jugendlichen ihre Meinung sagen

Ich bin überzeugt, dass sich die meisten Demonstranten darüber im Klaren sind, dass ein scharfer Umbruch wie Greta ihn fordert, nicht machbar sein wird. Dass aber mehr, viel mehr, getan werden muss, um die Welt auch in Zukunft bewohnbar zu machen, steht auch außer Frage.

Also bitte, lasst die Jugendlichen ihre Meinung sagen und kundtun. Gerne auch an einem Freitagvormittag, denn nachmittags würde das niemanden interessieren. Aber dann natürlich im Rahmen des Unterrichts und in Begleitung eines Lehrers. Es ist wichtig, dass unsere Jugend den Weg in gelebte Demokratie findet.

Melanie Brömmelhaus

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