Hier stellen wir euch die vierte Geschichte von Luis, der lustigen Libelle von Martina Jansen vor. Martina ist freie Autorin und beliefert die Lokallust und die Heimatmedien (Dorsten-online.de, schermbeck-online.de und den Heimatreport.de) regelmäßig mit interessanten Themen aus der Region. Vor kurzem hat sie ihr Herz für Kindergeschichten entdeckt.

Hallo, ich freue mich, dass du wieder da bist. Erinnerst du dich noch daran, dass ich mitten im Satz aufhörte zu reden, als ich meinen Libellenfreunden gerade davon erzählen wollte, wie mich die kleinen Ameisen durch das viel zu kleine Tor gedrückt haben und ich ins Ameisenschloss gerollt bin?

„Und dann haben mich die kleinen Ameisen …“ Ich breche mitten im Satz ab und vergesse weiterzureden. Auf dem dünnen Ast direkt vor mir sitzt das wunderwunderwunderschönste Libellenmädchen, das ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.

Ich schaue in ihre großen Kulleraugen und vergesse dabei mit meinen Flügeln zu schlagen. Sofort stürze ab und falle direkt in den Teich unter mir. Jetzt muss ich aber ganz wieder schnell trockenen Boden unter meinen Füßen bekommen, damit ich meine Flügel ausbreiten und sie trocknen kann. Mit nassen Flügeln kann ich ja nicht mehr fliegen.

Doch plötzlich sehe ich grooooße Wellen im Wasser und ein dickes grünes Tier mit riiiiesigen Augen schwimmt auf mich zu. Ich bekomme natürlich richtig doll Angst, denn ich kenne das Tier nicht. Weißt du denn, welches Tier das wohl sein kann?

Schnell versuche ich zum nächsten Seerosenblatt zu schwimmen, doch kurz bevor ich es erreiche, fasst jemand meine Hand und fliegt mit mir davon. „Luis, Luis, du musst ein bisschen besser aufpassen. Hier im Teich leben Frösche, die wollen uns fressen“, schimpft das wunderschöne Libellenmädchen mit mir. „Du kennst meinen Namen?“, frage ich erstaunt.

Das Libellenmädchen ist überrascht. „Ja natürlich kenne ich deinen Namen, deine Freunde haben doch nach dir gesucht. Daher kenne ich dich schon. Ich bin Luisa.“ Luisa zeigt auf eine Stelle hinter den großen Bäumen. „Dort hinten im Teich habe ich als Libellenlarve gelebt und dort sind auch meine Freunde.“

„Luisa.“ „Luuu-iii-saaa“, wiederhole ich den Namen. Er ist der allerschönste Name, den ich bisher gehört habe. Ich kann nicht aufhören, Luisa anzusehen und mein Herz klopft viel stärker als sonst.
„Du hast aber einen schönen Namen Luisa“, strahle ich das Libellenmädchen an.

Eigentlich will ich Luisa noch erklären, dass ich die Gefahren am Teich nicht kenne. Ich bin ja bei meinem ersten Ausflug zu weit geflogen und sehe meinen Teich erst jetzt wieder. Aber ich kann nicht aufhören Luisa anzusehen. Also sage ich einfach nichts.

„Komm Luis, lass uns um die Wette fliegen“, rufen mir meine Freunde zu. „Nein ich möchte jetzt nicht mit euch fliegen, ich möchte lieber bei Luisa bleiben“, antworte ich ihnen. „Luis ist verliiehiiiiiebt. Luis ist verliiehiiiiiebt“, rufen sie daraufhin alle durcheinander. Sie drehen noch ein paar Runden um Luisa und mich und fliegen dann alleine weiter. „Bis später“, höre ich sie noch und dann sind sie auch schon verschwunden.

Luisa nimmt mich an die Hand. „Komm, wir fliegen zu meinem Teich und du lernst jetzt auch meine Freunde kennen.“ Gemeinsam fliegen wir hoch in die Luft und machen uns auf den Weg zu ihren Freunden. Ich freue mich darauf, Luisas Freunde zu sehen, aber ich freue mich noch viel mehr darüber bei meiner neuen Freundin zu sein.

Was glaubst du? Werden die zwei die ganze Zeit zusammen fliegen? Und bekommen sie Libellenkinder? Wenn du im Sommer dicke grüne Libellen fliegen siehst, dann winke ihnen doch mal zu. Vielleicht sind es ja Luis‘ und Luisas Kinder. Sie freuen sich bestimmt darüber, dass du sie erkennt und du keine Angst vor ihnen hast. Und sie zeigen sie dir dann auch bestimmt gerne, dass sie genauso toll fliegen können, wie ihre Eltern.

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Hallo, ich bin Martina Jansen. Meine Heimat ist das Monatsmagazin „Lokallust“, aber da wir mit den „Heimatmedien“ eng zusammenarbeiten, richte ich mich seit einiger Zeit nun auch hier als freie Mitarbeiterin häuslich ein. Als nicht gelernte Redakteurin schreibe ich aus dem Bauch heraus und lasse dabei unbewusst, gerne aber auch ganz bewusst, redaktionelle Regeln aus. Soll heißen: Ich schreibe so, dass ich auch verstanden werde. Gerne treffe ich mich mit Menschen aus Dorsten, Schermbeck oder Raesfeld, die ein verrücktes Hobby haben, ehrenamtlich tätig sind oder einfach „gut drauf“ sind, also mit Menschen wie du und ich und bin jedes Mal darauf gespannt, welche Geschichte am Ende dabei herauskommt.

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