Als im August 2021 am Flughafen Kabul Tausende Menschen auf einen Platz in den Evakuierungsmaschinen hofften, mussten deutsche Soldaten innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen treffen, die über Leben, Sicherheit und Zukunft von Menschen bestimmten. Einer von ihnen war der ehmalige Dorstener Marc Hinzmann. Der ehmalige Bundeswehr Offizier berichtet am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 19 Uhr im Forum der VHS Dorsten von seinen Erlebnissen während der dramatischen Evakuierungsmission in Afghanistan. Im Mittelpunkt steht sein Buch „Leben und sterben lassen – die letzten Tage der Bundeswehr in Afghanistan“, das es auf die Spiegel Bestsellerliste geschafft hat.
Hinzmann war während des Einsatzes als Feldjäger am Flughafen Kabul eingesetzt. Gemeinsam mit seiner Einheit stand er am Nordtor des Flughafens vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Unter chaotischen Bedingungen, bei hohem Zeitdruck musste Entscheidungen getroffen werden.
Gerade diese zugespitzten Momente machen die Lesung besonders. Es geht nicht allein um militärische Abläufe, sondern um Verantwortung unter äußerstem Druck, um moralische Konflikte und um die Frage, wie Menschen in Ausnahmesituationen handeln müssen, obwohl es keine einfachen Antworten gibt.
Ein persönlicher Blick auf die letzten Tage in Kabul
In seiner Lesung schildert Marc Hinzmann die Ereignisse jener Tage aus persönlicher Perspektive. Sein Buch ist kein distanzierter Rückblick auf politische Entscheidungen, sondern ein unmittelbarer Bericht aus einem Einsatz, der sich tief in das öffentliche Gedächtnis eingebrannt hat. Die Lesung verspricht damit Einblicke in jene dramatischen Tage, die viele Menschen aus den Nachrichten kennen, deren konkrete Realität vor Ort aber oft abstrakt blieb.
Im Anschluss an die Lesung steht Hinzmann für Fragen und Gespräche zur Verfügung. VHS Leiter Carsten Feldhoff hebt genau darin den besonderen Wert der Veranstaltung hervor: Sie ermögliche es, hinter die damaligen Schlagzeilen zu blicken und die Ereignisse aus erster Hand einzuordnen.
Erfahrungen aus Bundeswehr, Stabsarbeit und Sicherheitsfragen
Marc Hinzmann war Offizier der Feldjägertruppe der Bundeswehr. In Führungs und Stabsverwendungen arbeitete er schwerpunktmäßig an Operations und Ausbildungsfragen, an Sicherheits und Lagebewertungen sowie an der Koordination komplexer Einsätze. Dabei bewegte er sich häufig an der Schnittstelle zwischen militärischen und zivilen Sicherheitsakteuren.
Ergänzt wird diese operative Erfahrung durch ein Studium der Staats und Sozialwissenschaften mit dem Abschluss Master of Arts. Als Buchautor veröffentlicht er 2026 im Econ Verlag, einem Unternehmen der Ullstein Gruppe, sein Buch „Leben und sterben lassen“.
Lesung mit Aktualität und lokalem Bezug
Dass Marc Hinzmann mit seiner Lesung in seine alte Heimatstadt Dorsten kommt, verleiht der Veranstaltung eine besondere lokale Dimension. Zugleich berührt das Thema weit mehr als nur eine persönliche Geschichte. Der Afghanistan Einsatz der Bundeswehr, sein Ende und die Evakuierung aus Kabul gehören zu den prägendsten sicherheitspolitischen Ereignissen der vergangenen Jahre. Die Lesung bietet deshalb nicht nur einen persönlichen Erfahrungsbericht, sondern auch einen Anlass, über Verantwortung, Einsatzrealität und politische Folgen nachzudenken.
Teilnahme kostenlos, Anmeldung empfohlen
Die Veranstaltung in der VHS Dorsten ist kostenfrei. Aus organisatorischen Gründen wird jedoch um eine Anmeldung gebeten, online oder per E Mail an die VHS Dorsten.




























