StartFreizeitKulturMögliche Verlängerung: „Gesichter aus der Ukraine“ im Jüdischen Museum

Mögliche Verlängerung: „Gesichter aus der Ukraine“ im Jüdischen Museum

Veröffentlicht am

Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten stellt seit Februar 2025 Fotografien unter dem Namen „Gesichter aus der Ukraine“ aus. Bis mindestens Mai werden Dirk Vogels Portraits der Geflüchteten dort zu sehen sein.

Seit dem 23. Februar 2025 stellt das Jüdische Museum Westfalen in der Dorstener Altstadt die Fotografien „Gesichter aus der Ukraine“ von Dirk Vogel aus. Mit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 nahm auch die Jüdische Gemeinde Bielefeld Geflüchtete auf. Vogel entschied sich, 30 dieser Personen zu portraitieren, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Um diese möglichst authentisch zeigen zu können, ließ er sie Ort und Pose selbst wählen.

Anzeige
Anzeige zum Freizeitspezial 2026 auf Dorsten-Online

Mit einer Präsentation stellte Vogel mit zwei der Ukrainerinnen, Marianna und Svitlana, im Februar die Ausstellung vor. Während die Kommunikation zwischen den Frauen und dem Fotografen anfangs maßgeblich nonverbal gelaufen war, hatten die Frauen sich in der Zwischenzeit teilweise gute Deutschkenntnisse angeeignet. Eine der beiden sei Leiterin der Pressestelle der Universität in Charkiw gewesen, so Vogel, und habe in den IT-Bereich umgeschult; die andere sei Ingenieurin gewesen und schaue noch nach einer Jobmöglichkeit. Ihre Ehemänner seien in den Kriegsdienst berufen worden.

Foto: Julian Konetzka

Unkonventionelle Art der Ausstellung

„Gesichter aus der Ukraine“ ist im Jüdischen Museum keine Ausstellung im klassischen Sinn: Die Bilder sind auf Folien an die Wände des Veranstaltungs- und Seminarraums geklebt. „Normalerweise mache ich auch lieber den Abzug in der Dunkelkammer mit Passepartout“, so Vogel, „aber sowas könnte man auch öfter machen“. Die aufgeklebten Portraits sehen gut aus, seien kostengünstig und man sei flexibel damit.

Holocaust-Überlebende portraitieren

Laut Vogel habe die Jüdische Gemeinde Bielefeld mittlerweile über 500 Geflüchtete aufgenommen. Darunter seien auch Holocaust-Überlebende, die er gerne portraitieren würde. Allerdings seien diese nicht so zugänglich für seine Arbeit. In Dortmund gebe es ebenfalls Holocaust-Überlebende, deren Geschichte er in Zukunft gerne visuell erzählen möchte.

Verlängerung der Ausstellung angedacht

Auch wenn „Gesichter aus der Ukraine“ eine kleine Ausstellung sei, gebe es doch einige Leute, die gezielt danach fragen, so Dr. Kathrin Pieren, Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen. Wegen der „Woche des Grundgesetzes“ im Museum und dem damit einhergehenden Thema „Frieden“ habe sie die Ausstellung bis zum 11. Mai terminiert. Vielleicht werde sie den Zeitraum für „Gesichter aus der Ukraine“ aber noch verlängern.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Für körperbehinderten Freund: Zwei Brüder radeln durch Europa

Seit über 17 Jahren sind Leo und Thomas mit Maceo befreundet. Sie gingen zusammen in den Kindergarten, wuchsen gemeinsam auf und wurden Freunde fürs Leben....

Mit Geschichten Kindern den Weg zum Lesen öffnen: Dorsten sucht Lesepaten

Vorlesen unterstützt Kinder beim Spracherwerb, erweitert den Wortschatz und weckt die Neugier auf Bücher. Das Netzwerk „Dorsten liest vor“ engagiert sich seit 24 Jahren in...

DTC Jüntgen feiert historischen Meistertitel vor heimischer Kulisse

Der Dorstener TC Jüntgen hat das erfolgreichste Wochenende seiner Vereinsgeschichte mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gekrönt. Bei der erstmals im Final-Four-Format ausgetragenen Endrunde der...

Radfahrer nach Unfall am Lippe-Deich geschlagen und geflüchtet

Nach einem Zusammenstoß zweier Radfahrer am Lippe-Deich in Dorsten sucht die Polizei nach einem bislang unbekannten Mann. Er soll seinen Unfallgegner nach dem Sturz geschlagen...

Klick mich!