StartDorstenPolitikNachgefragt - Jugend fragt, Politik antwortet: Knallharte 90 Sekunden

Nachgefragt – Jugend fragt, Politik antwortet: Knallharte 90 Sekunden

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Zusammen mit der Jugendförderung der Stadt Dorsten stellen wir die Interviewreihe „Nachgefragt!? Jugend fragt. Politik antwortet.“ vor. Hier richten Jugendliche ihre Fragen direkt an die sechs Bürgermeister-Kandidaten der Stadt Dorsten.

Jeder Kandidat hatte 90 Sekunden Zeit, um acht Fragen mündlich zu beantworten – ohne vorher zu wissen, welche Fragen gestellt werden. Nach den 90 Sekunden beendete ein Buzzer knallhart das Gespräch. Zudem gab es sechs Fragen, die die Kandidaten schriftlich beantwortet haben.

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Der Clou: Die Fragen waren zuvor von Jugendlichen aus Dorsten eingereicht worden. Die Jugendförderung sammelte die Fragen und sortierte sie. Selbst das Team von Dorsten-Online wusste bis zum Drehtermin nicht, welche Fragen gestellt werden würden.

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1 Wie gelingt es Ihnen persönlich, nach einem anstrengenden Tag zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen?

Tobias Stockhoff (CDU): Das Verantwortungsgefühl für eine Stadt wie Dorsten wird man als Bürgermeister nie ganz abschalten können. Nicht umsonst werden Bürgermeister auch manchmal als „Stadtvater“ bezeichnet.  Aber wenn meine Tochter Luise abends am Tisch plappert, mich anlächelt oder kichernd Brei auf mein Hemd prustet, laden diese Glücksmomente den Akku sofort wieder auf. Die Zeit, ein Buch zu lesen oder mit dem Rad durch die Hohe Mark zu fahren, ist leider knapp und kostbar. Aber das sind für mich wertvolle Stunden, die ich bewusst genießen kann und die den Kopf frei machen, um mich am nächsten Tag gestärkt wieder meinen Aufgaben und unserer Stadt widmen zu können.

Julian Fragemann (SPD): Meine Familie ist mein Anker. Ob beim Abendbrot oder bei einem gemeinsamen Spaziergang, meine Frau und unsere Kinder geben mir die Kraft, den Akku wieder aufzuladen.

Claas Römer (Grüne): Ich verbringe Zeit mit meinen Familie und gehe gerne mit unserem Hund spazieren. Einmal die Woche spiele ich Schlagzeug in einer Band. Drei bis vier mal im Jahr spielen wir auch vor Publikum. Wenn am Wochenende noch Zeit ist, spiele ich gerne Onlinespiele wie World of Warcraft oder Phasmophobia. 

Jürgen Chmielecki (AfD): Am Ende eines anstrengenden Tages beschäftige ich mich gerne mit Lesen oder treffe mich mit der Familie und Freunden.

Maurice Fröhlich (Die Linke): Am besten gelingt mir das mir mit nichts tun. Kein Handy oder sonstige Medien. Einfach an einem schönen Ort sein und die Ruhe genießen.

Boris Benkhoff (Die Partei): Geschlechtsverkehr und ausreichend Schlaf.

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2 Welche Aspekte der politischen Arbeit erfüllen Sie mit besonderem Respekt oder Demut – und warum?

Tobias Stockhoff (CDU): In allem, was wir tun, sind wir Recht und Gesetz verpflichtet. Diese Regeln gelten für alle, können aber nicht allen Menschen in jedem Fall gerecht werden. Wenn ein Einzelfall durchs gesetzliche Raster fällt und wir eine Lösung suchen müssen, die dem Menschen UND dem Recht gerecht wird, dann wird es spannend.
Ein einfaches, aber sicherlich emotionales Beispiel: Angehörige möchten, dass ein Verstorbener auf einem bestimmten Friedhof unter einem Baum beigesetzt wird – aber diese Beisetzungsform ist dort noch nicht vorgesehen, dann ist es unsere Aufgabe, eine Lösung zu finden, die emotionalen Wunsch und rechtliche Wirklichkeit in Einklang bringt. Das gelingt nicht immer, aber wir bemühen uns.
Demut vor unserem Tun empfinde ich außerdem immer dann, wenn Kollegen mutig und beherzt handeln, sich unter Umständen selbst in Gefahr bringen, um anderen zu helfen. Wir können gar nicht oft genug Danke sagen für das, was unsere Feuerwehr, der Rettungsdienst und andere Hilfsorganisationen jeden Tag leisten. Und dabei schließe ich ausdrücklich die Ehrenamtlichen ein, die neben ihrem Beruf in der Freizeit in der freiwilligen Feuerwehr, im DRK oder im THW ihren Mann und ihre Frau stehen.

Julian Fragemann (SPD): Gerade die Kommunalpolitik ist ganz nah bei den Menschen und die Auswirkungen dessen, was beispielsweise der Stadtrat beschließt, spürt man unmittelbar vor Ort in den verschiedensten Bereichen. Deshalb braucht es auch ein großes Verantwortungsbewusstsein und eine gewisse Portion Demut, um Entscheidungen im Sinner aller Bürger zu treffen.

Claas Römer (Grüne): Ich habe vor 5 Jahren das Vertrauen unsere Bürger erhalten und wurde in den Rat der Stadt Dorsten gewählt. Hier vertrete ich die Menschen unserer Stadt. Jedes mal wenn ich den Ratssaal betrete, erfüllt mich das mit Demut. Ich vertrete hier nicht meine eigene Meinung, sondern die von vielen.

Jürgen Chmielecki (AfD): Ich habe Anstand und Respekt den Dorstener Bürgern gegenüber und der gefassten Beschlüsse im Stadtrat, im Sinne der Dorstener Bürger.

Maurice Fröhlich (Die Linke): Die politische Arbeit im Allgemeinen erfüllt mich mit Demut. Die deutsche Vergangenheit hat unser Grundgesetz geformt und ich bin stolz darauf für die im Grundgesetz niedergeschriebenen Werte einzustehen!

Boris Benkhoff (Die Partei): Den demütigsten Respekt vor der politischen Arbeit spüre ich, wenn ich in den Ratssitzungen vom Chef (noch Bürgermeister Tobias Stockhoff) so richtig hart und ausdauernd durchverwaltet werde.

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3 Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um junge Menschen stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubinden?

Tobias Stockhoff (CDU): Es war mir von Anfang an wichtig, Kinder und Jugendliche früh dafür zu gewinnen, unsere Stadt mitzugestalten. Mit dem Jugendgremium für die ganze Stadt haben wir in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen sammeln können. Gelernt habe ich aber in den letzten Jahren aufgrund der abnehmenden Beteiligung auch, dass Politik für Kinder und Jugendliche nie abstrakt ist, sondern immer konkret. Politik findet für sie vor der Haustür statt. Auf dem Spielplatz in der Nachbarschaft, wo die Rutsche rostet. In der Schule, wo die Tür der Umkleide quietscht. An der Ampel, die Fußgängern zu lange Rot zeigt und Autos zu lange Grün. Wenn wir in unserer Flächenstadt die Kinder- und Jugendbeteiligung neu ausrichten und stärken wollen, dann müssen wir dahin gehen, wo sie Alltag und Freizeit verbringen, nämlich in der Schule, in Jugendzentren, in Sportvereinen. Und das meine ich nicht parteipolitisch, sondern gesamtgesellschaftlich. Wir müssen die jungen Menschen als Bürger ernst nehmen, mit ihnen über ihre Sorgen und Wünsche diskutieren und sie an Lösungen beteiligen. Und deshalb stehe ich hier für dezentralere Angebote – vor Ort, bei den Kindern und Jugendlichen!

Julian Fragemann (SPD): Die SPD fordert eine ,,Charta der Dorstener Kinderrechte“. In dieser Charta soll u.a. festgehalten werden, welche Orte und zusätzlichen Beteiligungsformate Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt besonders wichtig sind. Mein konkreter Vorschlag ist die Schaffung eines echten Kinder-und Jugendparlaments mit Beteiligungsrechten, z.B. ein Vorschlagsrecht in wichtigen Ausschüssen des Rates.

Claas Römer (Grüne): Der Leitlinienprozess zur Bürgerkommune ist ein guter erster Schritt, um Menschen mit einzubeziehen. Darauf müssen wir weiter aufbauen. Mitgestaltung und die daraus resultierenden Ergebnisse, schaffen vertrauen. Hier müssen wir weiter Bürger mit einbeziehen.

Jürgen Chmielecki (AfD): In Dorsten gibt es den Kinderbürgermeister, der immer für ein Jahr gewählt wird. Auch gibt es ein Kinder- und Jugendparlament, wo die Kids und Jugendlichen zwischen 11-21 Jahren vertreten sind. Dieses Parlament besteht aus 42 Delegierten. Seit Ende 2010 haben Jungen und Mädchen die Möglichkeit, sich einbringen zu können und Politik mitzugestalten. Sprechstunden für Jugendliche sollten öfter stattfinden.

Maurice Fröhlich (Die Linke): Ich würde die Jugendgremien reaktivieren und fördern.

Boris Benkhoff (Die Partei): Ich sagte im Video flapsig „mit der Peitsche“ und meinte damit in erster Linie meine erste Maßnahme (und die betrifft nicht nur junge Menschen, sondern alle zwischen 14 und tot). Das ist die verpflichtende Ratsarbeit per Losverfahren. Welche weiteren Möglichen wir ausschöpfen werden, wird sich zeigen. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass nach der Verteilung der Spielkonsolen und der feierlichen Übergabe der Kirchengebäude an die Jugend, ein erhöhtes Interesse an politischen Entscheidungsprozessen bei den jungen Menschen geweckt wird.

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4 Welche Strategien verfolgen Sie, um Schulgebäude in Dorsten zukunftsfähig und modern zu gestalten?

Tobias Stockhoff (CDU): Das Thema sind wir schon vor ein paar Jahren angegangen. Am Anfang stand 2017 das ehrliche Eingeständnis, dass unsere Infrastruktur insgesamt einen kräftigen Sanierungsstau vor sich herschiebt. Von den 1960er bis Anfang der 1990er Jahre haben wir vor allem Infrastruktur geschaffen. In den wirtschaftlich schwierigen Jahren zwischen 1990 und 2010 haben wir zu wenig für den Erhalt getan.
Seitdem haben wir kräftig investiert. Sanierung der Gesamtschule und des Schulzentrums Pliesterbecker Straße. Die Grüne Schule in Barkenberg und die Urbanusschule in Rhade wurden kernsaniert, die Agatha-Schule am neuen Standort ist heute ein Vorzeigegebäude, der neue OGS-Bereich der Wilhelm-Lehmbruck-Schule wird gerade fertig, die Haldenwangschule ist unsere aktuelle Baustelle. Als Kernsanierung folgt die Albert-Schweitzer-Schule. Bonifatius- und Antoniusschule werden durch Anbauten erweitert. Wie wichtig uns gute Rahmenbedingungen für Bildung sind, kann man auch daran sehen, dass wir unsere Schulen bereits mit moderner digitaler Infrastruktur ausgestattet haben, bevor wir darüber im Rathaus auch nur nachdenken.

Julian Fragemann (SPD): Unsere Kitas und Schulen müssen,  wo nötig,  schnellstmöglich saniert bzw. instand gesetzt werden. Hier ist das vom Bundestag beschlossene Investitionsvermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro ein erster Schritt. Es braucht aber eine dauerhafte Unterstützung der Kommunen im Land, keine einmaligen Zahlungen. Den Investitionsstau in unserer Stadt anzugehen, wird ganz oben auf meiner Agenda stehen.

Claas Römer (Grüne): Die jeweiligen Schulen geben der Politik ihren Bedarf durch ihre unterschiedlichen Konzepte vor. In enger Zusammenarbeit mit den pädagogischen Leitungen der Schulen muss die Politik hier den erforderlichen Rahmen schaffen und umsetzten.

Jürgen Chmielecki (AfD): Das Grundproblem ist der jahrelange Investitionsstau. Neben der wenig vorhandenen Digitalisierung sind Schulhöfe und Einrichtungen sowie Gebäude stark renovierungsbedürftig. Kitas müssen besser ausgestattet werden. Kitas müssen gefördert werden. Wir brauchen mehr Pädagogen und Erzieher.

Maurice Fröhlich (Die Linke): Die Digitalisierung sollte konsequent in den Schulen umgesetzt werden.

Boris Benkhoff (Die Partei): Saubere und funktionierende Toiletten. Schnelle Glasfaser Internetanbindung. PV auf die Dächer und Batteriespeicher und Klimaanlagen in die Gebäude. Luftfilteranlagen. Regenwasser Auffangsysteme und Brunnen. Lebensmittel und Trinkwasservorräte für mindestens zwei Wochen pro Kopf. Modernen Ansprüchen genügende Luftschutzbunker. Eine eigene Drohnenflotte pro Schule (Pflichtfach ab Klasse 6: Aufklärung und Angriff mit unbemannten Fluggeräten). Zeitgemäße Flugabwehrstellungen. Einen ausgewogenen Vorrat an Sand- und Leichensäcken.

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5 Wie möchten Sie die Bürger in Dorsten dazu ermutigen, klimafreundlicher zu handeln – etwa durch Förderprogramme, finanzielle Anreize oder Aufklärungskampagnen?

Tobias Stockhoff (CDU): Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Leugner und Verharmloser argumentieren oft, eine Person, eine Stadt oder ein Land könne dagegen doch gar nichts ausrichten. Dabei kommt es – wie in der Demokratie bei Wahlen – auf jeden einzelnen an. Wir alle sollten – auch wenn die Stimme des einzelnen vielleicht nicht viel Gewicht hat – wählen gehen. Und wir alle müssen im Rahmen unserer Möglichkeiten klimafreundlich handeln. Als Stadt können wir das durch Information und Aufklärung fördern. Unsere Möglichkeiten zur Unterstützung sind allerdings begrenzt. Wenn sich jemand keine Photovoltaikanlage leisten kann, helfen ihm 200 oder 300 Euro Zuschuss aus der Stadtkasse auch nicht. Und wer so eine Anlage bezahlen kann, ist auf diesen Betrag nicht angewiesen. Wenn wir als Stadt also in den Kampf gegen den Klimawandel investieren, dann so, dass alle etwas davon haben, etwa durch PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden, die die Stadtkasse insgesamt entlasten, oder in Projekte, die die Folgen des Klimawandels abmildern, zum Beispiel Aufforstungen, öffentliche Ladesäulen für E-Autos oder Abwasser- und Regenrückhaltesysteme, die uns besser vor Schäden durch Starkregen schützen. Die Mischung macht es!

Julian Fragemann (SPD): Der Klimawandel ist in vollem Gange und daher ist ein ressourcenbewusster Umgang von uns Menschen gefordert. Dies sollte weniger über Verbote und Vorschriften als z.B. durch Aufklärung oder auch finanzielle Anreize geschehen. Entsprechende Förderprogramme sollten natürlich genutzt werden.

Claas Römer (Grüne): Wir möchten überzeugen und nicht vorschreiben. Viel kann schon in kleinem gemacht werden für wenig Geld. Alternativen für z.B. Schottergärten müssen erschwinglich und umsetzbar sein. Hier können wir uns gut vorstellen, dass es Unterstützung seitens der Verwaltung geben kann. Z.B. mit Förderprogrammen oder technischer Unterstützung der Fachämter.

Jürgen Chmielecki (AfD): Ich lehne den von Menschen gemachten Klimawandel ab. Für die Umwelt und Natur ist es aber möglich etwas zu tun, z.B. Aufforstung der heimischen Mischwälder.

Maurice Fröhlich (Die Linke): Denkbar wäre eine Social-Media-Kampagne und mit gutem Beispiel voran zu gehen

Boris Benkhoff (Die Partei): Förderprogramme und finanzielle Anreize. Aufklärungskampagnen wirken erwiesenermaßen nicht. Weltweit ist sich die Wissenschaft seit Jahrzehnten einig und den Menschen ist es trotzdem egal. Sogar heute, wo uns permanent die Wälder abfackeln und die Omas tot umkippen. Wo wir geltendes Recht durchsetzen können, werden wir dies natürlich tun. Stichwort Schottergärten asphaltieren. Darüber hinaus werden wir Menschen und Konzepte fördern, die sich um den Schutz unseres Planeten verdient machen und nicht an seiner Zerstörung profitieren.

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6 Gab es im bisherigen Wahlkampf eine Situation, die für Sie persönlich herausfordernd oder unangenehm war? Falls ja, würden Sie diese mit uns teilen?

Tobias Stockhoff (CDU): Nein, aus den letzten Wochen und den letzten Jahren kann ich nichts Unangenehmes berichten. Wahlkampf ist ja auch kein Ausnahmezustand. Wir sprechen in den Wochen vor Wahlen aber mehr über Politik, über die Gestaltung unserer Stadt und unserer Gesellschaft. Insofern ist der Wahlkampf aus meiner Sicht von der Tonlage geprägt, die in Dorsten immer herrscht: Wir führen gute, an der Sache orientierte Gespräche in persönlicher Wertschätzung. Das heißt nicht, dass man immer einer Meinung sein muss. Es gibt auch Meinungsverschiedenheiten und konstruktive Kritik. Solange die nicht persönlich wird, ist das aber ein angenehmer, engagierter, sachlicher Wettstreit ums beste Rezept.

Julian Fragemann (SPD): Bislang habe ich schon zahlreiche Veranstaltungen besucht und viele Gespräche mit Bürgern, Vertretern von Vereinen und Verbänden führen können. Hierbei habe ich durchgehend positive Erfahrungen sammeln können.

Claas Römer (Grüne): Leider wird das immer mehr zum Normalfall. Beleidigungen gegenüber der politischen Partei oder gar persönlich, kommen immer öfter vor. Oft unsachlich und ohne Kontext. Wir können mit sachlicher Kritik umgehen. Diese Kritik muss aber auch benannt werden. Sobald es persönlich wird, sind wir aber raus aus der sachlichen Diskussion.
Meine schlimmste Erfahrung war beim letzten Europawahlkampf. Eine Person kam zuerst freundlich lächelnd auf mich zu. Dann sagte sie leise zu mir: „Ich weiß auf welche Schule deine Kinder gehen. ich werde sie da mal abholen.“ Das hat mich tatsächlich sehr getroffen. 
Wir Mitglieder des Rates und sachkundige Bürger sind durchweg Ehrenamtler. Genauso wie Menschen, die in Sportvereinen oder in sozialen Einrichtungen mitwirken. Der größte Teil der Ratskollegen die ich im Rat engagieren, macht das um Dorsten jeden Tag etwas besser zu machen. So funktioniert eine Stadtgesellschaft. Hass, Hetze und Bedrohungen haben hier keinen Platz. Ich sehe das wie die alte Fußballweisheit: „In den Farben getrennt, in der Sache vereint.“ 

Jürgen Chmielecki (AfD): Meinungen sind vielfältig und unterschiedlich. Eine Demokratie lebt von der Entscheidung des Volkes. Die AFD ist eine demokratisch gewählte konservative und liberale Partei. Mit Herausforderungen wird jede politische Partei immer konfrontiert sein. Ich empfinde es als unangenehm, wenn ich nicht mehr meine Meinung sagen darf. 

Maurice Fröhlich (Die Linke): Die ersten Haustürgespräche waren eine Überwindung gewesen, da ich nicht wusste was mich erwartet, wenn man an fremde Haustüren klingelt. Aber meine Sorgen waren völlig unbegründet gewesen!

Boris Benkhoff (Die Partei): Viele würden jetzt natürlich eine Antwort von mir erwarten, wie „ als ich mit dem Bürgermeister heimlich im Rathaus rumgeknutscht habe“. Aber sowas ist mir natürlich überhaupt nicht peinlich. Als sehr bescheidener Mensch empfinde ich es stets als besonders unangenehm, wenn meine diversen Mediakanäle aufgrund des exquisiten Contents viel positiven Zuspruch erfahren, Bra. [product placement!]

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