StartFreizeitKulturTrauer um einen engagierten Künstler: Bernd Caspar Dietrich mit 68 Jahren verstorben

Trauer um einen engagierten Künstler: Bernd Caspar Dietrich mit 68 Jahren verstorben

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Hella Sinnhuber und Bernd Casper Dietrich. Foto: Artpark

Die Kunstszene am Niederrhein trauert um Bernd Caspar Dietrich. Der Maler, Konzeptkünstler und Ausstellungsmacher ist am 2. Juni 2026 im Alter von 68 Jahren verstorben. Er starb im Beisein seiner Frau Hella Sinnhuber und im Kreis enger Freunde.

Dietrich, geboren am 24. Juni 1957 in Eilenburg, lebte und arbeitete in Schermbeck. Dort wurde er zu einer prägenden Figur einer regional verwurzelten und zugleich international ausstrahlenden Kunstszene. Gemeinsam mit Hella Sinnhuber entwickelte er den artpark Hoher Berg zu einem offenen Ort für Kunst, Kultur, Natur, Musik und gesellschaftlichen Austausch.

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Sein künstlerisches Werk kreiste immer wieder um elementare Materialien und physikalische Phänomene. Sand, Beton, Gold, Licht, Reflexion und Oberfläche waren für ihn keine bloßen Werkstoffe, sondern Träger von Erinnerung, Widerstand und Erzählung.

Einblick in in das Atelier von Bernd Casper Dietrich kurz nach seinem Ableben. Foto: Alexander Fichtner

Die Wheels als konzentrische Erzählungen

In seinen kreisförmigen Arbeiten, den sogenannten Wheels, verdichtete Dietrich persönliche und gesellschaftskritische Geschichten zu konzentrischen Bildräumen. Die Oberflächen konnten fragil, rissig, aufbrechend oder zart erscheinen. Sie entschieden darüber, wie Bildhintergrund und Vordergrund miteinander agierten. In der Dunkelheit begannen manche dieser Arbeiten beinahe zu atmen, lumineszierend, als würde das Bild selbst noch einmal aus seiner Tiefe sprechen.

BetonGold und Die Urbanisten als ästhetische Gesellschaftskritik

Auch in den Werkserien „BetonGold“ und „Die Urbanisten“ verband Dietrich Materialbewusstsein mit gesellschaftlicher Kritik. In „BetonGold“, erstmals 2021 veröffentlicht, stellte er die Härte des Betons dem Glanz des Goldes gegenüber. Daraus entstand ein künstlerischer Diskurs über Wohnungsbau, Verstädterung, Rohstoffknappheit und gesellschaftliche Verantwortung.

In „Die Urbanisten“ weitete Dietrich diesen Blick. Dort thematisierte er den Untergang von Gesellschaften durch Kriege, Machtstreben und hegemoniale Gebietsansprüche einzelner Agitatoren.

Internationale Aufmerksamkeit durch Christie’s

Zuletzt erfuhr Dietrichs Werk auch international zunehmende Beachtung. Die Arbeiten „Metamorphose Magelone III“ aus dem Jahr 2023 und „Opal“ aus dem Jahr 2024 wurden beim Auktionshaus Christie’s versteigert. Die Schätzpreise konnten dabei mehr als verdoppelt werden. Werke von Bernd Caspar Dietrich befinden sich in privaten und institutionellen Sammlungen.

Der artpark Hoher Berg als Ort der Begegnung

Doch Dietrich war nicht nur Künstler im Atelier. Er war auch ein Ermöglicher. Als Initiator des KunstKompakt Festivals Virtuell Visuell und des Artpark Festivals schuf er Räume, in denen Kunst nicht als abgeschlossene Disziplin erschien, sondern als lebendige Form der Begegnung.

Der artpark Hoher Berg wurde durch ihn und Hella Sinnhuber zu einem Ort, an dem Offenheit, Widerspruch und schöpferische Freiheit selbstverständlich zusammengehörten.

Demokratie braucht Kultur

Der Satz „Demokratie braucht Kultur und Kultur braucht Anarchie“ wurde dort zum Leitgedanken. Er beschreibt auch Dietrichs Haltung. Kunst war für ihn kein Schmuck der Gesellschaft, sondern eine ihrer notwendigen Unruhen. Sie sollte verbinden, aber nicht gefällig sein. Sie sollte öffnen, aber nicht beschwichtigen.

Sommerfestival soll als Zeichen seines Wirkens stattfinden

Noch wenige Tage vor seinem Tod arbeitete Bernd Caspar Dietrich gemeinsam mit Hella Sinnhuber an den Planungen für das artpark Sommerfestival 2026. Trotz seiner schweren Erkrankung blickte das Künstlerpaar nach vorn. Die viertägige Veranstaltung soll vom 18. bis 21. Juni 2026 wie geplant auf dem Gelände des artpark Hoher Berg stattfinden.

Block auf den Artpark. Foto: Fichtner

Damit erhält das Festival eine besondere Bedeutung. Es wird zu einem Zeichen seines Wirkens und zu einer Würdigung dessen, was Bernd Caspar Dietrich hinterlässt: Kunst als Erfahrung, Kultur als gemeinsamer Raum, Widerstand als ästhetische Haltung.

artpark Sommerfestival 2026

Das artpark Sommerfestival 2026 findet vom 18. bis 21. Juni am artpark Hoher Berg, Hoher Berg 15 in 46514 Schermbeck statt. Der Eintritt bleibt frei, Spenden sind willkommen.

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