Die Polizei Nordrhein-Westfalen erhält eine neue Generation von Streifenwagen. Im Dezember 2025 wurden landesweit die ersten 300 Fahrzeuge an die Polizeibehörden ausgeliefert. In Recklinghausen gingen zunächst drei neue Ford Tourneo Custom Titanium an die Polizeiwachen in Bottrop und Marl. Seit dem 6. Januar 2025 sind die neuen Einsatzfahrzeuge dort offiziell im Dienst. Sie ersetzen ältere Fahrzeuge, die aufgrund von Alter oder hoher Laufleistung ausgemustert werden mussten.
Optisch bleibt die Polizei beim bewährten Van-Konzept in silberner Lackierung mit blau gelber Folierung. Im Innenraum hat sich jedoch vieles verändert. Die neuen Streifenwagen verfügen über ein modernes Infotainment-System. Die Beamten können darüber unter anderem Blaulicht und Martinshorn steuern.
Eine der wichtigsten Neuerungen sind dabei die digitalen Rückspiegel. Sie ersetzen die herkömmliche Sicht nach hinten durch ein Kamerasystem, das im Rückspiegel einen Panorama-Blick anzeigt. Dadurch bleibt die Sicht auch dann frei, wenn der Kofferraum voll mit Einsatzmaterial beladen ist. Das erhöht die Sicherheit der Einsatzkräfte deutlich.
Gerade bei Einsätzen, in denen umfangreiche Ausrüstung mit muss, war die eingeschränkte Sicht bislang ein bekanntes Problem. Die neue Technik schafft somit spürbare Verbesserungen für die tägliche Polizeiarbeit.
Erster Schlüssel persönlich übergeben
Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen ließ es sich dabei nicht nehmen, den ersten neuen Streifenwagen persönlich zu übergeben. An der Polizeiwache Marl überreichte sie daher den Schlüssel an Polizeihauptkommissar Geisweid und Polizeihauptkommissar Porsch und wünschte dem Streifenteam eine sichere Fahrt.
„Die Polizeiarbeit entwickelt sich immer weiter und damit auch die Streifenwagen. Die Ausrüstung unserer Kolleginnen und Kollegen wird kontinuierlich an wachsende Herausforderungen angepasst. Moderne Technik gehört heute zu einer modernen Polizei. Besonders freue ich mich über sicherheitsrelevante Neuerungen wie die digitalen Rückspiegel. Zu viel Sicherheit im Dienst gibt es nicht“, erklärte Zurhausen.
Weitere Fahrzeuge folgen landesweit
An der Wache Bottrop wurden zwei ältere Fahrzeuge gegen neue Streifenwagen ausgetauscht. In Marl ist zunächst ein neues Fahrzeug im Einsatz. In den kommenden Wochen und Monaten sollen dann landesweit weitere Fahrzeuge ersetzt werden. Zudem wird der Mercedes Vito als Facelift-Variante mit der Bezeichnung Tourer PRO 119 CDI in den Fuhrpark integriert.
Leistungsstarke Motoren für den Polizeidienst
Auch technisch sind die neuen Fahrzeuge auf die Anforderungen des Einsatzalltags ausgelegt. Der Ford Tourneo Custom fährt mit einem 2,0 Liter Motor, 170 PS und 8-Gang-Automatikgetriebe. Der neue Mercedes Vito ist mit 2,0 Liter Hubraum, 190 PS und 9-Gang-Automatik ausgestattet.
Rückblick: 50 Jahre Streifenwagen der Polizei NRW
In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben sich die Streifenwagen der Polizei NRW grundlegend verändert. Die 1970er Jahre prägten Modelle wie der VW Käfer und der Opel Rekord das Straßenbild. In den 1980er und 1990er Jahren folgten dann Fahrzeuge wie der Opel Omega und der Mercedes W124, die erstmals größere Funktechnik und umfangreichere Sicherheitsausstattung mitführten.

Ab den 2000er Jahren kamen moderne Kombis und Vans hinzu, etwa der VW Passat, der Mercedes Vito und später der Ford S-Max. Heute steht der Streifenwagen für ein hochmodernes Einsatzmittel mit digitaler Technik, leistungsstarken Motoren und umfangreicher Sicherheitsausstattung. Die Entwicklung zeigt dabei deutlich, wie sehr sich die Polizeiarbeit und ihre technischen Anforderungen in 50 Jahren verändert haben.




























