Der Spielplatz am Schinkelweg in Deuten erstrahlt bald in neuem Glanz. Noch vor einem halben Jahr war die Anlage stark in die Jahre gekommen, Spielgeräte waren marode, vieles wirkte vernachlässigt. Jetzt steht die Wiedereröffnung kurz bevor – möglich gemacht vor allem durch das Engagement einer jungen Mutter aus der Nachbarschaft.
Die Deutenerin, deren Tochter fast zwei Jahre alt ist, kennt den Spielplatz noch aus ihrer eigenen Kindheit. „Ich fand es einfach schade, wie es dort aussah“, erzählt sie. Zunächst habe sie gezögert, das Projekt anzugehen. „Am Anfang dachte ich schon: Das ist eigentlich zu groß für eine Einzelne.“

Ein Anruf bringt das Projekt ins Rollen
Doch dann erinnerte sie sich an einen Besuch von Bürgermeister Tobias Stockhoff im vergangenen Jahr, bei dem dieser Bürgerinnen und Bürger ermutigt hatte, sich mit Ideen direkt an ihn zu wenden. „Da habe ich ihn einfach angerufen, und er hat mich an Herrn Thiehoff verwiesen“, berichtet sie.
Gemeint ist Joachim Thiehoff vom Verein „Dorsten dank(t) Dir“, der sich für bürgerschaftliches Engagement einsetzt. Von ihm erfuhr sie, wie eine Förderung möglich ist: 75 Prozent der Kosten übernimmt der Verein, 25 Prozent müssen vor Ort selbst organisiert werden. Insgesamt sollten die Umgestaltungen rund 18.000 Euro kosten.
Breite Unterstützung aus Stadt und Vereinen
Unterstützung fand die Deutenerin schnell. Die nötige Eigenleistung wurde durch die Sparkasse Vest ermöglicht, damals noch zugesagt vom ehemaligen Leiter Oliver Göttlich. Auch der Verein „Mr. Trucker Kinderhilfe“ beteiligte sich und spendete einen neuen Rutschenturm.
Fachliche Unterstützung kam vom Grünflächenamt der Stadt Dorsten. „Stefan Pesenacker und sein Team waren sofort bereit zu helfen und haben uns gut beraten, zum Beispiel bei der neuen Schaukel“, sagt die Initiatorin.
Nachbarschaft in Deuten packt mit an
Auch aus der Nachbarschaft kam tatkräftige Hilfe. Für den Abtransport der alten, teilweise vermoderten Spielgeräte und den Aufbau der neuen Anlagen unterstützte der GaLaBau-Betrieb Hüsken. Firmenchef Markus Hüsken sagte spontan Hilfe zu, nachdem er von der Aktion erfahren hatte. Auch vom Heimatverein Deuten erhielt die engagierte Mutter nützliche Unterstützung.
Das Projekt entwickelte schnell eine Eigendynamik. Auf einer Stadtteilkonferenz warb die Deutenerin für Unterstützung, klingelte bei Nachbarn und verteilte Plakate. Schließlich packten insgesamt 13 Freiwillige mit an. Gemeinsam schaufelten sie den alten Sand in drei Container, die die Stadt Dorsten zur Verfügung stellte, ebenso wie Bauzäune. Für die Arbeiten liehen sich die Helfer zusätzlich privat einen Radlader.

Neuer Treffpunkt für Familien entsteht
„Alle hatten geglaubt, eine Einzelne würde das eh nicht schaffen. Aber es geht, wenn man einfach mal nachfragt“, sagt die junge Mutter rückblickend. Heute ist sie vor allem dankbar für die breite Unterstützung: „Ohne die vielen helfenden Hände und die Förderer wäre das nicht möglich gewesen.“
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein neuer Rutschenturm, frischer Sand und eine moderne Korbschaukel prägen künftig das Bild des Spielplatzes. Eine neue Sitzbank soll noch folgen. Schon bald soll die Anlage offiziell eröffnet werden, als neuer Treffpunkt für Familien und Kinder im Stadtteil.
Für die Initiatorin ist das Projekt mehr als nur eine Baustelle gewesen. „Ich wollte anderen Mut machen, dass man etwas in seinem Stadtteil bewegen kann, wenn man nur will“, sagt sie.




























