Auf dem Gelände des Heimatvereins Wulfen am Rhönweg ist der Bau des neuen historischen Backhauses inzwischen deutlich vorangekommen. Nach dem symbolischen Spatenstich im Frühjahr steht mittlerweile der Rohbau. Auch der Dachstuhl ist errichtet, während die Fachwerkfassade nach und nach ihre endgültige Form erhält.
In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten im Inneren beginnen. Ob das neue Gebäude bereits zum Wulfener Flachsmarkt am Sonntag, 20. September 2026, vollständig fertiggestellt werden kann, ist derzeit noch offen. Beim Heimatverein zeigt man sich jedoch zuversichtlich, das Projekt möglichst bald der Öffentlichkeit präsentieren zu können.
Holzbackofen wird zum Herzstück
Das Backhaus entsteht in massiver Bauweise und verfügt über eine Nutzfläche von rund 38 Quadratmetern. Mit seiner Fachwerkfassade und dem klassischen Satteldach orientiert sich das Gebäude gestalterisch am benachbarten Heimathaus. So soll es sich harmonisch in das bestehende Ensemble auf dem Vereinsgelände einfügen.
Herzstück des Gebäudes wird ein holzbefeuerter Backofen. Dort sollen künftig gemeinschaftliche Backtage stattfinden und traditionelle Techniken der Brotherstellung vorgeführt werden. Besucher sollen dabei nicht nur zuschauen, sondern nach Möglichkeit auch selbst Teig herstellen und das Backen im Holzofen ausprobieren können.
Damit erhält der Heimatverein einen weiteren Ort, an dem Geschichte nicht ausschließlich durch Ausstellungen und historische Gegenstände vermittelt wird. Das neue Backhaus soll altes Handwerk praktisch erlebbar machen.

Lernort für Kinder und Schulklassen
Besonders Kinder, Schulklassen und interessierte Bürger sollen künftig erfahren können, wie Brot früher hergestellt wurde. Das Backhaus ist daher nicht nur als Funktionsgebäude geplant, sondern zugleich als Lern-, Veranstaltungs- und Begegnungsort.
Neben öffentlichen Backaktionen sind dort Angebote zur Vermittlung regionaler Geschichte und alter Handwerkstechniken denkbar. Zugleich entsteht ein neuer Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. Das gemeinsame Backen soll Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringen und dazu beitragen, Wissen über traditionelle Arbeitsweisen weiterzugeben.
Förderung unterstützt ehrenamtliches Projekt
Möglich wird das Vorhaben auch durch die Unterstützung der LEADER-Region Hohe Mark. Das Förderprogramm hilft bei der Umsetzung von Projekten, die den ländlichen Raum stärken und das ehrenamtliche Engagement vor Ort unterstützen. Ohne diese Förderung hätte der Heimatverein den Bau nach eigenen Angaben nicht in Angriff nehmen können.
Der Verein verfolgt mit dem Backhaus ein Ziel, das auch die übrige Arbeit auf dem Gelände prägt: Geschichte soll nicht nur bewahrt, sondern für Besucher anschaulich und lebendig vermittelt werden.

Ensemble am Rhönweg wächst weiter
Das Backhaus ergänzt zwei Gebäude, die bereits seit vielen Jahren für die Arbeit des Heimatvereins von Bedeutung sind. Das Flachsrösthaus wurde 1997 in Eigenleistung errichtet und anlässlich des 75-jährigen Vereinsjubiläums beim dritten neuzeitlichen Wulfener Flachsmarkt eingeweiht.
Ein weiteres großes Projekt folgte mit dem Heimathaus. Der erste Spatenstich erfolgte im August 2009, bereits zwei Monate später konnte der Verein Richtfest feiern. Im Frühjahr 2011 war das Gebäude fertiggestellt und wurde am 15. Mai desselben Jahres offiziell eingeweiht. Das Haus bündelt seitdem zahlreiche Aktivitäten des Heimatvereins und dient anderen Vereinen und Gruppen als Begegnungsstätte.
Mit dem neuen Backhaus setzt der Heimatverein diese Entwicklung konsequent fort. Aus dem Gelände am Rhönweg ist über die Jahre ein kleiner Heimathof entstanden, an dem Brauchtum, Dorfgeschichte und traditionelles Handwerk zusammenkommen. Künftig soll dort auch wieder regelmäßig der Duft von frisch gebackenem Brot zu erleben sein.




























