Wie europäische Fördermittel ganz konkret in den Kommunen wirken, hat sich der Europaabgeordnete Dennis Radtke am Montag im Bürgerbahnhof Dorsten angesehen. Bei seinem Besuch informierte er sich über die Sanierung, die heutigen Angebote und die Bedeutung des Gebäudes für die Stadtentwicklung.
Der Termin war Teil einer Fördermitteltour durch den Kreis Recklinghausen. Nach einem Besuch in Haltern am See reiste Radtke gemeinsam mit einer Delegation um Bürgermeister Andreas Stegemann nach Dorsten. Dort wurde die Gruppe vom Ersten Stellvertretenden Bürgermeister Jan Heppner, der Ersten Beigeordneten Nina Laubenthal und Stadtbaurat Holger Lohse empfangen.
Bei einem Rundgang stellten Vertreter der Stadt und der Bahnhofsfamilie die Räume und deren heutige Nutzung vor. Zudem informierte die Dorstener Arbeit gGmbH über ihre Projekte, die durch den Europäischen Sozialfonds Plus unterstützt werden.
Millionenförderung für Dorstens Innenstadt
Der Bürgerbahnhof war das größte Einzelprojekt des integrierten Handlungskonzeptes „Wir machen MITte“. Zwischen 2015 und 2023 wurden damit mehr als 30 soziale und bauliche Projekte in der Innenstadt und den angrenzenden Quartieren umgesetzt. Insgesamt flossen dabei mehr als 40 Millionen Euro in die Stadtentwicklung.
Die Sanierung und der Umbau des Bürgerbahnhofs kosteten rund 13,1 Millionen Euro. Davon wurden etwa 9,6 Millionen Euro durch Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes finanziert.
„Der Bürgerbahnhof zeigt eindrucksvoll, wie Europa ganz konkret vor Ort wirkt“, sagte Dennis Radtke. Die Fördermittel seien sinnvoll eingesetzt worden, um Geschichte zu bewahren, Zukunft zu gestalten und einen Ort zu schaffen, der den Menschen zugutekomme.

Treffpunkt, Bildungsort und Ausbildungsstätte
Heute ist der Bürgerbahnhof weit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Vereine, Initiativen und Bildungsträger können Gruppen- und Seminarräume nutzen. Die Dorstener Arbeit gGmbH betreibt dort die Ausbildungsgastronomie „Speisesaal“. Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt werden dort qualifiziert und auf eine Beschäftigung vorbereitet.

Daneben finden im Gebäude Beratungs-, Bildungs- und Kulturangebote statt. Eine wichtige Rolle spielt weiterhin die Bahnhofsfamilie, die aus einem Beteiligungsprozess mit Bürgern hervorgegangen ist und den Bürgerbahnhof bis heute ehrenamtlich mitgestaltet.
„Aus einem lange leerstehenden Gebäude ist ein lebendiger Treffpunkt für Begegnung, Bildung, Kultur und gesellschaftliches Engagement entstanden“, sagte die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal.
Auch Jan Heppner hob die gesellschaftliche Bedeutung hervor. Im Bürgerbahnhof begegneten sich Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe. Das Gebäude stehe damit für Zusammenhalt, Offenheit und Teilhabe.
Otto-Borst-Preis für den Umbau
Überregionale Anerkennung erhielt das Projekt zuletzt durch den Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung. In der Kategorie „Stadtbaustein“ wurden Feja + Kemper Architekten Stadtplaner sowie GREENBOX Landschaftsarchitekten für den Umbau des Dorstener Bahnhofs ausgezeichnet.
Der Preis würdigt Projekte, die historische Bausubstanz erhalten, behutsam weiterentwickeln und durch neue Nutzungen lebenswerte Stadträume schaffen. Vertreter der Stadt Dorsten nahmen die Auszeichnung im Juni in Trier entgegen. Eine Plakette im Treppenhaus erinnert an die Würdigung.

Die Stadt nutzte den Besuch des Europaabgeordneten zugleich, um den zahlreichen Beteiligten aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft zu danken. Besonders hervorgehoben wurde das ehrenamtliche Engagement der Bahnhofsfamilie.
Hinweis: Mehr über die Geschichte des Dorstener Bahnhofs, den langen Leerstand und den Weg zum heutigen Bürgerbahnhof lesen Sie hier:




























