Dorsten/Berlin. Mit einer klaren Positionierung zur Industriepolitik und einer deutlichen Kritik am Antrag der AfD hat der Dorstener Bundestagsabgeordnete Nicklas Kappe (CDU) am 22. Mai 2025 seine erste Rede im Deutschen Bundestag gehalten.
Anlass war ein AfD-Antrag mit dem Titel „Deindustrialisierung stoppen – Verbrenner-Verbot aufheben“, in dem ein Aus für die EU-Flottengrenzwerte gefordert wurde.
Kritik an populistischer Rhetorik und handwerklicher Schwäche
Kappe, studierter Ingenieur, widersprach der Darstellung der AfD deutlich: „Ihre Zustandsanalyse ist nicht falsch, aber Ihre Rhetorik populistisch, Ihre Lösungsansätze kurzsichtig, Ihr Antrag handwerklich schlecht gemacht.“ Er warf der AfD vor, auch auf Bundesebene keine substanziellen Beiträge zu komplexen Themen leisten zu können – ein Verhalten, das er bereits aus dem Dorstener Stadtrat kenne.
Für technologieoffene Klimapolitik
Inhaltlich sprach sich Kappe für eine technologieoffene Mobilitäts- und Klimapolitik aus: „Wir setzen auf E-Mobilität – ja, aber nicht als Dogma. Auf Elektronen genauso wie auf Moleküle. Moleküle wie Wasserstoff, E-Fuels und Biokraftstoffe. Denn jedes eingesparte Gramm CO₂ zählt – ganz gleich, ob es am Auspuff oder in der Produktion entsteht.“
Dabei betonte Kappe, dass Klimaschutz nur im Schulterschluss mit der Industrie funktioniere – nicht gegen sie: „Klimaneutralität erreichen wir nicht im Widerspruch zur Industrie, sondern nur mit ihr – im Vertrauen auf das Know-how unserer Fachkräfte und Ingenieure.“
CDU will verlässliche Industriepolitik
Kappe kritisierte die frühere grüne Wirtschaftspolitik, die „getrieben von ideologischen Leitbildern“ Schlüsselindustrien verunsichert habe. Die neue Koalition, so Kappe, stelle die Weichen neu – mit Katharina Reiche an der Spitze des Wirtschaftsministeriums und einem klaren Fokus auf Verlässlichkeit, Standorterhalt und Innovation.
Abschluss mit deutlichem Appell
Zum Ende seiner Rede unterstrich Kappe den Anspruch der Union: „Wir fördern ein klimaneutrales Deutschland mit wirtschaftlicher Stärke, mit leistungsfähiger Industrie und sicheren Arbeitsplätzen – Schritt für Schritt. Nicht gegen das Auto, sondern mit modernen Antrieben. Nicht gegen den Mittelstand, sondern mit ihm gemeinsam.“
Hintergrund: Nicklas Kappe gewann bei der Bundestagswahl im Februar 2025 das Direktmandat im Wahlkreis Bottrop – Recklinghausen III. Er ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und setzt sich dort insbesondere für eine zukunftsfähige Industriepolitik ein.
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