Ein Job mit Relevanz

(djd). Eine Pflegebedürftigkeit kommt für viele Betroffene und ihre Angehörigen ganz plötzlich – etwa nach einem Sturz oder einem Krankenhausaufenthalt. Dann ist die Not oft groß: Wie kann man die Pflege organisieren? Wo gibt es Hilfe? Wer trägt die Kosten? Zwischen Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag, Hilfsmitteln und wohnumfeldverbessernden Maßnahmen verlieren Laien schnell den Überblick.

Was viele nicht wissen: Es besteht ein Anspruch auf Pflegeberatung. So bieten zum Beispiel die Mitarbeiter der compass, der Pflegeberatung der privaten Krankenversicherungen, auch telefonisch Ratsuchenden eine erste Anlaufstelle. Sie haben – auf Wunsch auch anonym – ein offenes Ohr für Fragen zu Pflegethemen, kennen sich mit den Versorgungsangeboten aus und zeigen Wege in mögliche Pflegerichtungen.

Abholen, aufbauen und begleiten

Von den Standorten Köln und Leipzig aus beraten die Fachleute auch telefonisch Pflegebedürftige, Angehörige und vorsorglich Interessierte in der ganzen Republik. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt ständig und der Bedarf an Unterstützung ist hoch. Bewerber erwartet eine professionelle sechsmonatige Einarbeitung und ein spannender Job mit Sinn und gesellschaftlicher Relevanz.

„Wir sprechen oft mit Menschen, die verzweifelt sind und teilweise auch weinen am Telefon“, erzählt Pflegeberaterin Petra Schlengermann. „Wir holen über das Gespräch denjenigen ab, können aufbauen und begleiten.“ Dafür hat sie bei ihrer Einarbeitung 2018 unter anderem eine Kommunikationsschulung bekommen, in der etwa der Aufbau eines Gesprächs sowie Sprach- und Stimmbildung Bestandteile waren.

Bei gestellten Anrufen konnte dann weiter geübt werden, bis es in die Praxis ging: „Worum es in meinem ersten Gespräch ging, weiß ich nicht mehr. Ich war sehr aufgeregt und wollte alles perfekt machen. Aber es ist sehr gut gelaufen“, erinnert sich die Beraterin.

Ausbildung in Pflege- oder Sozialberuf erforderlich

Voraussetzung für den Beruf des Pflegeberaters ist eine Berufsausbildung als Pflegefachkraft, Sozialversicherungsfachangestellter oder ein Studienabschluss in Sozialer Arbeit beziehungsweise Sozialpädagogik.

Lust am Kontakt mit Menschen gehört auch dazu, „Verkaufstalent“ ist dagegen nicht erforderlich. Denn die Pflegeberatung richtet sich ausschließlich nach den Bedürfnissen der Ratsuchenden.

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