Torwart Kevin Müller im Interview zum Thema Mobbing: Mobbing betrifft Kinder und Jugendliche gleichermaßen und entsteht oft durch Ausgrenzung und Gruppendynamiken. Für das Filmprojekt „Mut gegen Mobbing“ reiste der Profi von FC Schalke 04 privat nach Dorsten und sprach über Erfahrungen und Verantwortung.
Mobbing früh erkennen und handeln
Mobbing tritt in vielen Lebensbereichen auf, in der Schule, im Sportverein oder im Alltag. Gruppen grenzen gezielt aus, Worte verletzen, Verhalten wiederholt sich. Kinder und Jugendliche sind gleichermaßen betroffen. Häufig beginnt Mobbing unauffällig und bleibt zunächst unentdeckt.

Dreh in Dorsten mit klarer Botschaft
Für einen Drehtag zum Thema Mut gegen Mobbing kam Fußballprofi Kevin Müller am Mittwoch privat nach Dorsten. Vor der Kamera übernahm er die Rolle eines Sportlehrers. Das Projekt will Kinder und Jugendliche sensibilisieren und ihnen konkrete Wege im Umgang mit Ausgrenzung zeigen. Wir berichteten bereits über den Dreh. Im Anschluss stellte sich Kevin Müller unseren Fragen.
„Ich habe es in Mannschaften erlebt“
Du bist ja Spitzsportler, wenn man das so sagen kann. Hast du in deiner Jugend auch Mobbing erlebt?
Kevin Müller: „Persönlich mit meiner Person nicht. Aber ich habe in Mannschaften gespielt, wo das definitiv ein Thema war. Das ist natürlich auch sehr traurig, gerade als Kind. Man nimmt das, glaube ich, unterschiedlich wahr, mal mehr, mal weniger. Es hängt auch davon ab, wie Sympathien verteilt sind, das muss man ehrlich sagen. Für das Kind, das diese Erfahrung macht, ist es aber natürlich sehr schlimm. Als Kind hat man nicht immer das Gefühl dafür, was wirklich schwerwiegend ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir Kinder darüber informieren und sie im Idealfall schützen.“
Veränderungen ernst nehmen
Was rätst du Eltern, wenn sie so etwas mitbekommen? Oder woran erkennt man im Sport, dass ein Kind gemobbt wird?
Kevin Müller: „Da sollte man eigentlich Experten fragen. Ich kann nur meine persönliche Sicht als Elternteil schildern. Ich glaube, dass sich das Verhalten eines Kindes verändert. Das ist aber sehr individuell. Es gibt auch Kinder, die sich schämen und nichts erzählen wollen. Irgendwann können sie das aber nicht mehr verbergen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern aufmerksam sind. Man sollte mit den Kindern sprechen, Empathie zeigen und ihr Selbstvertrauen stärken. Denn genau das leidet oft darunter. Im Profisport lernt man irgendwann, sich ein dickes Fell zuzulegen. Trotzdem kann man nicht alles verhindern. Entscheidend ist, sich auf das zu konzentrieren, was man selbst beeinflussen kann, und die Kinder zu unterstützen, ihnen zu zeigen, dass man sie versteht.
„Es geht um Sichtbarkeit“
Glaubst du, solche Projekte sind sinnvoll?
Kevin Müller: „Ja, absolut. Es geht nicht um einzelne Personen, sondern um Sichtbarkeit. Wenn man heute Nachrichten liest, sieht man viele Probleme. Kinder geraten dabei oft in den Hintergrund. Sie können selten selbst für sich sprechen. Deshalb braucht es solche Projekte, die sensibilisieren und aufmerksam machen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern indem sie das Thema sichtbar machen.“
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