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Pumpwerke sichern den Hochwasserschutz

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Vor genau vier Jahren übernahmen die Emschergenossenschaft und der Lippeverband (EGLV) 156 Pumpwerke der RAG und integrierten sie vollständig in ihr Entwässerungssystem. Die Anlagen sind ein zentraler Teil der Wasserwirtschaft in der Region und sichern die Entwässerung der durch den Bergbau abgesunkenen Polderflächen. Ohne diese Technik würden weite Teile des Ruhrgebiets vernässen oder im schlimmsten Fall unter Wasser stehen.

Durch bergbaulich bedingte Senkungen entstanden großflächige Gebiete ohne natürlichen Abfluss. Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband betreiben heute mehr als 500 Pumpwerke, die Polder künstlich entwässern und so Überflutungen verhindern. Seit der Übernahme im Januar 2022 haben die Verbände rund 700.000 Euro in die Sanierung und Modernisierung der Anlagen investiert.

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86 der übernommenen Pumpwerke gingen in das Eigentum von EGLV über. 70 weitere Anlagen werden zwar von den Verbänden betrieben, bleiben aber im Eigentum der RAG. Alle Anlagen wurden systematisch auf Betriebssicherheit und Kosteneffizienz geprüft. Dabei stand insbesondere Arbeits- und Anlagentechnik im Fokus. Die Verbände haben IT- und Controlling-Systeme aller Anlagen in ihre internen Systeme eingebunden. Das verbessert die Störungserkennung und Wartung erheblich. Zukünftig sollen Wartungen dort, wo sinnvoll, verstärkt durch eigene Mitarbeiter durchgeführt werden. Dadurch steigt die interne Reaktionsfähigkeit und Wissen über die Anlagen.

Pumpwerk Bottrop Wiesental
Unscheinbar an der Oberfläche: das Pumpwerk Bottrop Wiesental. Foto: Markus Matzel/EGLV

Investitionen und Zukunftspläne

EGLV plant weitere Investitionen in die Pumpwerke, insbesondere in Steuerung, Überwachung und Arbeitssicherheit. Parallel wird dabei geprüft, wie die Zahl der betriebenen Anlagen langfristig reduziert werden kann. Möglich sind wasserwirtschaftliche Maßnahmen, die Pumpwerke überflüssig machen, oder Übertragungen an Kommunen. Bisher wurden Übergangsregelungen für mehrere Anlagen im Gebiet getroffen.

Die Pumpen in der Emscher-Lippe-Region arbeiten rund um die Uhr: Bei Ausfall droht schneller Wassereintritt in die Polder, was zu erheblichen Schäden führen kann. An vielen Standorten sind die Pumpwerke daher Herzstück des Hochwasserschutzes. Historisch gesehen entstand das erste EGLV-Pumpwerk bereits 1914 an der Alten Emscher in Duisburg. Dieses gilt heute als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst und ist weiterhin in Betrieb.

Lippe Hochwasser
So sähe es ohne Pumpwerke überall im Ruhrgebiet aus: Das Lippehochwasser im Winter 2023 / 24. Foto: Bosse

Pumpwerk Dorsten-Hammbach: KI-Pilotprojekt stärkt Hochwasservorsorge

Ein besonderes Beispiel für die Bedeutung der Pumpwerke ist das Pumpwerk Dorsten-Hammbach. Es ist die leistungsstärkste Anlage im Dorstener Raum und entwässert große Teile der Polderflächen, die durch Senkungen des Bergbaus entstanden sind. Das Pumpwerk kann pro Sekunde bis zu 17.000 Liter Wasser heben und entwässert eine Fläche von etwa 14.800 Hektar. Seit seinem Bau 1994 ist es für den Hochwasserschutz der Region unverzichtbar.

Am Pumpwerk Dorsten-Hammbach läuft seit 2023 ein Pilotprojekt zur Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) für die Pumpwerks-Warnung bei Starkregen und Hochwasser. Im Rahmen des sogenannten PuwaSTAR-Projekts entwickeln der Lippeverband gemeinsam mit Forschungspartnern ein Echtzeit-Vorhersagesystem. Es soll innerhalb weniger Minuten Hochwasserflächen und mögliche Pumpwerksausfälle prognostizieren und so frühzeitige Warnungen ermöglichen. Dies verbessert die Katastrophenvorsorge für Behörden und Bevölkerung deutlich.

Laut Risikostudien wären bei einem kompletten Ausfall des Pumpwerks große Schäden im zweistelligen Millionenbereich möglich. Betroffen wären nicht nur private Haushalte, sondern auch Schulen, Altenheime und öffentliche Einrichtungen. Die Städte Dorsten und Bottrop sowie Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) sind Partner im Projekt, um Maßnahmenkonzepte für den Ernstfall zu erarbeiten.

Schlüsselrolle für die Region

Pumpwerke wie Dorsten-Hammbach zeigen, wie wichtig künstliche Entwässerung für das Ruhrgebiet ist. Die kontinuierliche Pflege, Modernisierung und Weiterentwicklung dieser kritischen Infrastruktur ist eine langfristige Aufgabe. EGLV bleibt dabei verantwortlich für den Schutz von Menschen und Gemeinden vor den Folgen des Bergbaus, des Klimawandels und intensiver Niederschläge. Die Integration der Pumpwerke in moderne Systeme und innovative Projekte wie PuwaSTAR stärkt die gesamte Region nachhaltig.

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