Beim Rathaussturm in Dorsten an Weiberfastnacht haben die Narren erneut das Alte Rathaus erobert. Stadtprinzessin Simone I. führte ihre Jecken in diesem Jahr alleine durch das närrische Spektakel und bewies, dass es auch ohne Rammbock geht.
Rathaussturm in Dorsten: Mit Charme zum Ziel
Pünktlich um 11.11 Uhr versammelten sich die Karnevalisten vor dem Alten Rathaus in Dorsten. Anders als im Vorjahr setzte Stadtprinzessin Simone I. diesmal nicht auf rohe Gewalt. Statt mit einem Rammbock klopfte sie zaghaft an die Tür und versuchte es mit Charme. „Tobias“, säuselte sie, „Lass uns hinein. Wir sind ganz liebe Leute.“
Doch Bürgermeister Tobias Stockhoff blieb standhaft und ließ sich nicht so leicht erweichen. Die Tür blieb verschlossen und es galt erneut, knifflige Fragen zu beantworten. Für jede richtige Antwort durfte Simone eine Zahl in das Zahlenschloss am Rathausfenster einsetzen.

Gefragt wurde nach dem im vergangenen Jahr am häufigsten vergebenen Kindername in Dorsten. Nicht Rudi oder Simone waren richtig, sondern Leo. Auch die Frage nach dem hochrangigen Politiker, der seine Neujahrsansprache in Dorsten hielt, wusste die Prinzessin zu beantworten. „Das war Hendrik Wüst“, erinnerte sie sich richtig. Zudem musste Simone I. wissen, welches Tier nicht in einem Lied der Höhner vorkommt. Kein Problem für die Tollität: Der Löwe war hier die richtige Lösung. Schließlich wurde nach einem Dorstener Ratspolitiker gefragt, der früher Kinderkarnevalsprinz war. Auch diese Hürde meisterte Simone souverän. „Ich habe ganz süße Bilder gesehen“, lachte sie, und tippte richtig auf Claas Römer.
Zahl für Zahl ergänzte sie das Schloss, bis sich schließlich das Fenster öffnete und der Weg zum Stadtschlüssel frei war.
Krawatten fallen beim Rathaussturm
Kaum war das Fenster offen, ging es den Krawatten an den Kragen. Tobias Stockhoff wurde von seiner weißblau gestreiften „schönsten Krawatte“ befreit. Auch der stellvertretende Bürgermeister Jan Heppner musste seine „rentnergraue“ Krawatte lassen.

Bei der mühsamen Arbeit mit der Schere witzelte Simone I., sie wünsche sich eine Scherenschleifmaschine. Trotz des Regens war die Stimmung vor dem Alten Rathaus bestens. Die Narren ließen sich vom Wetter nicht die Feierlaune nehmen und jubelten ihrer Prinzessin zu.
Gemeinsam ging es dann in die heiligen Hallen des Alten Rathauses, wo die Jecken bei Berlinern und Erfrischungen anstoßen konnten.

Zweite Amtszeit endet an Aschermittwoch
Für Stadtprinzessin Simone I. ist es bereits die zweite Regentschaft, die sie in diesem Jahr alleine führt. Am Aschermittwoch endet ihre Amtszeit. „Ich habe meinen Kuschelpulli schon auf mein Sofa gelegt“, sagte sie lachend und freut sich auf eine verdiente Pause.

Doch bevor es so weit ist, stehen noch weitere Termine im Dorstener Karneval an. Heute wird in den Mercaden das traditionelle Prinzessinnenwiegen gefeiert. Außerdem fiebern die Jecken dem großen Rosenmontagszug entgegen, der wieder zahlreiche Besucher in die Innenstadt locken wird.
Der Rathaussturm in Dorsten hat damit einmal mehr gezeigt, dass Charme, Schlagfertigkeit und gute Laune ausreichen, um das Alte Rathaus zu erobern.




























