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Reportage: Ein Hilfskonvoi für die Ukraine

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Viele Menschen möchten den Menschen aus der Ukraine helfen. Neben viele Spendern gibt es auch einige Menschen aus Schermbeck und Dorsten, die sich auf den langen Weg nach Polen machen. Dieses Wochenende waren sie unterwegs – eine Reise, die nicht nur körperlich anstrengend war.

In Dorsten kennt man Simon Rodriguez Garcia noch als schillernden Bürgermeisterkandidaten der Partei „Die Partei“. Dass er aber nicht nur gut reden, sondern auch handeln kann, stellte der studierte Sozialpädagoge zusammen mit einigen Mitstreitern aus Dorsten, Schermbeck und Oberhausen am Wochenende unter Beweis. Mit drei Kleinbussen und jede Menge Hilfsgütern an Bord machten sich Fiona Kuhlmann, Jennifer Meiritz, Manuel Schmidt, Benedikt Limberg und Simon Rodriguez Garcia am Freitag auf den Weg nach Polen.

Vor dem Reisebeginn noch schnell ein Foto. Alle Fotos und Videos: S. Rodriguez Garcia

Ursprünglich sollte die Tour bis an die ukrainische Grenze gehen. Das Team hatte Kontakte zu einer zentralen Stelle am Grenzübergang in Chełm. Noch während der Fahrt erfuhren die Dorstener aber, dass die Hilfsgüter von einem Konvent aus direkt in die Ukraine gebracht werden. „Wir hatten insbesondere Medikamente, Decken, Hygieneartikel, Desinfektionsmittel sowie Babynahrung und Windeln dabei, die vor Ort in der Ukraine dringender gebraucht werden als in Polen selbst“, erklärt Simon die Situation. Daher habe man sich entschieden. das Netzwerk der Schwestern zu unterstützen.

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Schon unterwegs wurde klar, dass noch andere Menschen ihre Hilfe angeboten hatten.

Herzliches Treffen in Warschau

In Piastów, einem Vorort von Warschau, hatten sie ein Treffen mit den Schwestern des Franziskanerordens vereinbart. „Eine von den Schwestern stammt aus der Ukraine, und ist kurz vor Beginn der Invasion ihrer Familie besuchen gefahren“, so Simon. „Jetzt koordiniert sie vor Ort von einem Kloster aus die Hilfe für die Menschen, und die Schwestern aus Piastów organisieren die Transporte dahin.“

Schwester Mirca (vorne Mitte) begrüßte die Gäste aus Deutschland.

Die Nonnen planen für die folgende Woche einen Transport nach Charkow und Odessa. Somit konnten die deutschen Gäste ihre Hilfsgüter direkt abladen und unter der Aufsicht der Ordensschwestern lagern. Die Spenden kamen zumeist von Privatleuten, aber auch von Apotheken oder Einzelhändlern aus unserer Region.

In Piastow konnten die Hilfsgüter ausgeladen werden.

Zum Dank für die Mühe, Sach- und Geldspenden wurden die Reisenden von Schwester Mirca mit einer besonders freundlichen Geste überrascht: Die als Deutschlehrerin arbeitende Nonne lud die Gruppe zu einem kräftigen Frühstück ein.

Leckeres Frühstück für die Helfer.

Bereit zur Rückfahrt

Da die Transporter nun leer waren, konnte der zweite Teil der Reise beginnen. „Mit Hilfe von Schwester Mirca und weiteren deutsch- und russischsprachigen Helfern vor Ort, die selbst private Hilfskonvois organisierten, konnten wir geflohene Familien aus der Ukraine am Bahnhof einsammeln“, erzählt Simon Rodriguz Garcia. Zwölf Frauen und Kinder, zwei Männer und sogar ein Hund und eine Katze passten schließlich in die beiden Transporter.

„Sie sind teilweise seit einer Woche auf der Flucht und total erschöpft“, berichtete Simon noch während der Fahrt. „Zwei der jüngeren Frauen sprechen englisch, und notfalls übersetzen wir durch russischsprachige Freunde über das Telefon. Wir hätten noch viel mehr Menschen in Not mitnehmen können, aber leider hatten wir nicht mehr Platz.“

Voll beladen ging es zurück nach Deutschland.

Dabei stellte sich heraus, dass die Verwandtschaft der Geflüchteten weit verstreut war. So wurden zwei Menschen auf einem Rastplatz nördlich von Berlin von Freunden der Dorstener abgeholt, und in Berlin zu ihren Verwandten gebracht. Vier Menschen mussten nach Hamburg und zwei nach Oldenburg. „Ein Ehepaar mit Oma, achtjähriger Tochter und Hund bringen wir nach Düsseldorf, von da aus geht es für sie weiter nach Straßburg“, lautete der weitere Plan während der Fahrt.

Bei Berlin trennte sich dann der Konvoi. „Ein Transporter ist das Ruhrgebiet und das Rheinland angefahren, und wir haben uns von Hamburg nach Süden vorgearbeitet“, erklärt Simon. „Die Kommunikation war kompliziert, aber nicht unmöglich, und entweder sind die Leute von Verwandten abgeholt worden, oder von Leuten aus unserem Netzwerk, so mussten wir nicht in die Städte rein fahren, sondern konnten uns in der Nähe der Autobahnen treffen.“

Emotionale Momente

Auf der Rückfahrt zeigte sich das enorme Leid der Geflüchteten, das auch an den Helfern nicht spurlos vorbeiging. So waren die großen Sorgen um die in der Ukraine zurück gebliebenen Verwandten sehr präsent.

„Alle hoffen, bald wieder zurückkehren zu können“

Simon Rodriguez Garcia

„Eine Frau, die in Oberhausen von ihrem in Deutschland arbeitenden Mann abgeholt worden ist, hat die ersten drei Stunden nur geweint, weil ihr 22-jähriger Sohn in Kiew fest sitzt und dort an Kampfhandlungen teilnimmt“, berichtet Simon. Auch wurde klar, dass niemand gerne seine Heimat verlassen hatte. „Wenn sie keine Verwandten in Deutschland hätten, wären sie auf jeden Fall vor Ort geblieben“, schildern die Helfer die Gespräche mit den Flüchtlingen. „Die räumliche Distanz zur Heimat schmerzt sie sehr. Alle hoffen bald wieder zurückkehren zu können“. Alle waren sich einig, dass eine Zukunft im Ausland nur „Plan B“ sein könne.

„Die schlimmste Erfahrung für uns selbst war es, einigen Menschen, darunter jungen Müttern, sagen zu müssen, dass wir keinen Platz mehr haben“, betont Simon.

Die nächste Tour ist in Planung

Die 2400 Kilometer lange Tour sei „emotional und körperlich anstrengend, aber jede Mühe wert“ gewesen, so das Fazit von Simon Rodriguez Garcia. Die nächste Tour ist bereits in Planung.

Wer seine Hilfe anbieten möchte, erreicht das Team unter [email protected] oder [email protected] oder die Social Media Kanäle der PARTEI Ortsverbände Oberhausen, Schermbeck und Dorsten.

Die Hilfsgüter werden in der kommenden Woche in die Ukraine gebracht.

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