Roland Winkler – ein Dorstener Naturfotograf

Von Martina Jansen

Naturfotograf Roland Winkler: Mit Geduld und einem guten Gespür zum Superfoto

Dorsten. Stundenlang liegt er auf der Lauer, der Moment scheint perfekt, die Blende ist eingestellt, Roland Winkler ist bereit. Doch dann verdirbt eine Wolke das lang ausgesuchte Motiv.

„Früher hätte ich mich darüber geärgert“, bemerkt Roland Winkler, „aber nun nehme ich es so hin.“ Steigende Lebensjahre fördern offensichtlich auch die Gelassenheit. Während der Rhader Naturfotograf früher bis zu 30 Kilo Gepäck zu seinen Fotoausflügen mitnahm, um auf alles vorbereitet zu sein, so sind es heute nur noch bis zu acht Kilogramm. „Wenn ich das passende Objektiv nicht dabeihabe, dann ist das eben so.“

Wer zuerst kommt, der malt zuerst

Wie so oft im Leben finden die ersten Erfahrungen hinsichtlich des Hobbys oder späteren Berufs in der Familie oder im Freundeskreis statt. „Wer zuerst kommt, der malt zuerst.“ So war es zumindest bei Roland und der Liebe zu seinem Fußballverein. Er wurde BVB-Fan. Es hätte jedoch auch anders kommen können, aber Rolands zweiter Onkel kam mit seiner Liebe zum S04 etwas zu spät zu seinem Neffen.

Roland Winkler auf der Pirsch.
Foto: privat

Die Liebe zum Fotografieren hingegen erweckte in dem damals 10-Jährigen sein Cousin. „Ich war fasziniert davon, wie wir im eigenen Labor unsere Fotos entwickelten“, erinnert sich der sympathische Fotograf. „Von meinem ersten Lehrgeld kaufte ich mir daher sofort meine erste Spiegelreflexkamera. Dann experimentierte ich mit verschiedenen Blenden und Belichtungszeiten.“ Ein paar alte, noch funktionsfähige „Schätzchen“ hat Roland auch heute noch in seinem Besitz.

Ein Paar mit Naturverbundenheit

Kurse besuchte der gelernte Walzendreher nicht, jedoch suchte er oft den Kontakt und den Austausch mit Gleichgesinnten. Durch sein Studium zum Maschinenbauingenieur musste sein Hobby kurzzeitig etwas zurückstehen. Später ging dann seine Familie vor. Aber sobald es wieder Zeit und Gelegenheit für Roland Winkler gab, packte er seinen Fotorucksack.

Eine Plattbauch-Libelle.
Foto: Roland Winkler

Durch seine Naturverbundenheit zog und zieht es Roland und seine Frau Carola, ebenfalls eine passionierte Fotografin, oft hinaus in die Dorstener Natur. „Mit der Zeit habe ich ein Gefühl dafür bekommen, wie die Tiere sich verhalten. Ich achte auf bestimmte Anzeichen und weiß dann, ob ein Elternvogel zum Füttern kommt oder andere Störche im Anflug sind.“

Die ersten 10.000 Aufnahmen sind die schlechtesten

Ein Zitat des bekannten Fotografen Helmut Newton lautet: „Die ersten 10.000 Aufnahmen sind die schlechtesten.“ So war es auch bei Roland Winkler und selbst heute braucht er manchmal 100 Fotos oder mehr, um genau das eine Foto herauszusuchen, das ihm optimal gefällt. Auf die Frage, ob er seine Fotos bearbeitet, erklärt mir Roland: „Ja natürlich. Alleine die Umwandlung vom ‚RAW-Format‘ ist schon eine Bearbeitung. Aber auch einen kleinen störenden Zweig in meiner Aufnahme retuschiere ich schon mal weg.“

Roland Winkler ist Mitglied im Dorstener Fototreff

Schon früher wurde in der analogen Fotografie mit Masken „getrickst“. Diese Tricks, nun natürlich digital verwendet, gibt Roland regelmäßig im Dorstener Fototreff bei den Bildbesprechungen an seine Fotokollegen weiter.

Rotwild ist sehr scheu.
Foto: Roland Winkler

An gestellten Aufgaben erklärt er anschaulich anhand von Beispielen und Tutorials die verschiedenen Möglichkeiten der Fotobearbeitungsprogramme. Aber selbst das beste Fotoprogramm kann aus einem schlechten Foto kein Topbild machen.

Da ein Betrachter nach fünf bis sechs Sekunden entscheidet, ob ihm das Foto gefällt oder nicht, ist es die Kunst der guten Fotografie, den Betrachter dazu zu bringen, sich das Motiv länger anzuschauen. Und das gelingt Roland Winkler so gut, dass einige seiner Aufnahmen auf den Schautafeln des Biotops in Hervest zu sehen sind oder auch beim Mühlenfest in Deuten zu bewundern waren. Ein Blick auf Roland Winklers Webseite www.naturfotografie-rw.de. lohnt sich jedenfalls immer.

Herbstliche Ansichten.
Foto: Roland Winkler
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Moin, ich bin André Elschenbroich. Vielen bekannt unter dem Namen Elsch. Der Eine oder Andere verbindet mich noch mit der WAZ, bei der ich 1988 als freiberuflicher Fotojournalist anfing und bis zur Schließung 2013 blieb. Darüber hinaus war ich in ganz Dorsten und der Region gleichzeitig auch für den Stadtspiegel unterwegs. Nachdem die WAZ dicht machte, habe ich es in anderen Städten versucht, doch es war nicht mehr dasselbe. In über 25 Jahren sind mir Dorsten, Schermbeck und Raesfeld mit ihren Menschen ans Herz gewachsen. Als gebürtiger Dorstener Junge merkte ich schnell: Ich möchte nirgendwo anders hin. Hier ist meine Heimat – und so freut es mich, dass ich jetzt als festangestellter Reporter die Heimatmedien mit multimedialen Inhalten aus unserer Heimat bereichern kann.