Ruhrgebiet – In Worte gefasst von Hustensaft und 0034
Wer als Kind im Ruhrpott aufgewachsen ist, der erinnert sich an die schwatten Fensterscheiben, die Mutter immer mit Essig und Zeitungspapiert auf hochglanz poliert hat.
… Der erinnert sich an den Husten von Vatta, auch an die Kohlenberge vor der Haustür, wenn die Kohle geliefert wurde. Dann hieß es: Die ganze Familie musste kräftig mit anfassen und die Kohle in den Keller schüppen.

Harte Zeiten zwischen Eierkohle und Briketts. Kohle, die am Straßenrand, die teilweise wie Gold glitzerte (Katzengold). Wenn Mutter den Kohleherd entrusste, kein Kind durfte dabei husten. Das tägliche Schleppen von Kohleeimer bis in die erste, oder oberste Etage. An die Tauben, die in den Hinterhöfen vor sich hin gurrten, an Zeche 0034, oder auch an den Hustensaft von Vater: „Expoctorans Solucampher“.
Das passende Gedicht dazu: Kohlenpott in Worte von ©Norbert van Tiggelen
Ziemlich genau zwischen Lippe und Ruhr
kam man dem schwarzen Gold auf der Spur.
Empor schossen Zechen und riesige Werke,
der Pott, wie er hieß, gewann arg an Stärke.
Hier wurde geschuftet, auf Teufel komm raus,
mit Stolz für Familie, den Garten, das Haus.
Schweiß wurd’ vergossen in dunklen Tiefen,
der Vater auf Nachtschicht – die Kinder, sie schliefen.
Heut’ ist die Kohle fast schon Geschichte,
die Gruben sind leer und meistens zunichte.
Der einstige Hauer sitzt sinnend im Garten,
und spielt mit den Nachbarn gelegentlich Karten.
Der Fußball regiert hier, wie in alten Zeiten,
die Fans sich wie damals noch raufen und streiten.
Mit „dat und mit wat“ wird von jeher gesprochen.
dem kleinen Malocher, dem schmerzen die Knochen.
Unser Revier, das liegt ganz tief im Westen.
Hier kannst Du Bierchen und Currywurst testen.
Hier hält man zusammen, egal was geschieht.
In unser Heimat – dem Ruhrgebiet.




























