Schadhafte Raketen lagern in der Muna Wulfen

Raketenwerfer MARS. Foto: Cpl Jamie Peters RLC http://www.defenceimagery.mod.uk/fotoweb/

Munition sondert hochexplosives Nitroglycerin ab – Einrichtung ab sofort gesperrt.

Gefechtsraketen, die für den bereits Jahrzehnte alten Raketenwerfer MARS vorgesehen waren, werden derzeit zu einem großen Problem für die Bundeswehr. Die Raketen, die auch im Munitionsversorgungszentrum West, besser bekannt als MUNA Wulfen, lagern, sondern hochexplosives Nitroglycerin ab. Zuerst hatte der SPIEGEL berichtet.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Redaktion der Heimatmedien / Dorsten Online daher eine Anfrage beim Landeskommando Nordrhein-Westfalen gestellt, ob eine Gefahr für die Bevölkerung von den schadhaften Artillerieraketen ausgeht. Bis Redaktionsschluss lag keine Antwort der Bundeswehr vor.

Problem seit Jahren bekannt

Nach Berichten überregionaler Medien sei das Problem bereits seit 2019 bekannt gewesen. Die Lagerung und der Transport der Munition sei aber von der Bundeswehr als „sicher“ bewertet worden. Nun scheint ein Umdenken stattzufinden: Neben der Muna sind auch sechs andere Munitionslager der Bundeswehr daher bis auf Weiteres gesperrt worden. Der Transport der Raketen ist ab sofort untersagt.

Bereits seit dem Bekanntwerden des Problems wird die Munition nicht mehr für Übungen verwendet, so dass eine Vernichtung durch Übungsverschuss nicht in Frage kommt. Nun sollen gewerbliche Unternehmen eine fachgerechte Entsorgung der Raketen leisten. Eine Selbstentzündung sei aber aufgrund der nur geringen Menge des austretenden Nitroglycerins nicht zu befürchten, so die Bundeswehr gegenüber dem NDR.