Während LANUV die Echtheit des Wolfes in einem Kornfeld bei Hünxe sowie die Schafsrisse durch Gloria von Wesel bestätigt hat, rücken seltene Wölfe aus Ost- und Südosteuropa nach
Wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) am Montag bestätigt hat, gibt es weitere Wolfsnachweise in Hünxe (Kreis Wesel) im Wolfsgebiet Schermbeck.
Dazu gehört das am 26. Juni 2020 gerissene Schaf, wo anhand der DNA-Spuren die im Wolfsgebiet Schermbeck ortstreue Wölfin GW954f als Verursacher nachgewiesen werden konnte.
Auch ein Video eines Traktorfahrer, der am 01. Juli 2020 einen durch ein Kornfeld laufenden Wolf beobachtete und filmte, wurde vonseiten LANUV der Beobachtungsort ebenfalls überprüft. Das Ergebnis ebenfalls bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt.
Haplotyp HW06
Heute teilt LANUV mit, dass erstmals ein Wolf mit dem Haplotyp HW06 in Nordrhein-Westfalen, Meschede im Hochsauerlandkreis nachgewiesen wurde.
Das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen konnte jetzt die Identität dieses Wolfes klären. Es handelte sich um einen männlichen Wolf mit der Kennung GW1724m. Er wurde am 20. März 2020 in Sachsen-Anhalt erstmals genetisch erfasst. Er trägt als genetisches Merkmal den in Mitteleuropa seltenen Haplotyp HW06.
Nach Auskunft des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen, welches deutschlandweit genetische Untersuchungen an freilebenden Wölfen durchführt, ist das Individuum GW1724m der erste in Deutschland nachgewiesene Wolf mit dem Haplotyp HW06.
Dieses genetische Merkmal wird hauptsächlich in Wolfspopulationen in Ost- und Südosteuropa (Polen, Weißrussland, Ukraine, Russland, Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Ungarn) gefunden. Junge Wölfe können bei ihrer Suche nach einem eigenen Territorium nachweislich sehr weite Strecken von mehreren Hundert bis über eintausend Kilometer wandern. Das Herkunftsrudel des Wolfsrüden wird daher voraussichtlich nicht zu ermitteln sein.
Aus alpenpopulation stammende Tiere
Wölfe aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation tragen entweder den Haplotyp HW01 oder HW02. In den letzten Jahren wurden auch immer wieder einzelne aus der Alpenpopulation stammende Tiere in Deutschland genetisch bestätigt, welche durch den dort exklusiv vorkommenden Haplotyp HW22 gekennzeichnet sind.
In diesem Jahr konnte ein Alpenwolf erstmalig auch in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen werden. Der Wolfsrüde GW1559m mit dem Haplotyp HW22 wurde am 17. Februar 2020 bei Odenthal im Rheinisch-Bergischen Kreis an einem Wildtierriss genetisch erfasst. Aktuell gilt dieses Individuum als verschollen.
Alle anderen bislang genetisch nachgewiesenen Wölfe in NRW gehören zur mitteleuropäischen Flachlandpopulation.




























