In Dorsten warten mehrere Solaranlagenbesitzer seit Monaten auf ihre Einspeisevergütung von Westnetz. IT-Umstellungen und Personalmangel sorgen offenbar für lange Verzögerungen.
Mehrere Betreiber von Solaranlagen in Dorsten melden derzeit deutliche Verzögerungen bei der Auszahlung ihrer Einspeisevergütung durch Westnetz. Nach Angaben eines betroffenen Dorsteners bleiben Zahlungen teils seit Monaten aus, in einigen Fällen sogar seit dem vergangenen Jahr.
Dorstener Kunde droht mit Mahnverfahren
Der Dorstener Werner Kapteinat berichtet, dass Westnetz ihm seit längerer Zeit keine Einspeisevergütung auszahlt. Mehrfach habe er telefonischen Kontakt gesucht, jedoch ohne Erfolg. Als Begründung sei ihm „Personalmangel“ genannt worden.
Nachdem er am 9. November 2025 ein gerichtliches Mahnverfahren angedroht hatte, erhielt er eine Antwort: Westnetz kündigte an, die rückständigen Zahlungen bis zum 15. Dezember 2025 zu überweisen. Bislang sei das Geld jedoch nicht eingegangen.
Kapteinat berichtet außerdem, dass weitere Solaranlagenbesitzer in Dorsten vergleichbare Probleme gemeldet hätten.
Verzögerungen bei Westnetz bundesweit bekannt
Die Schwierigkeiten in Dorsten sind Teil eines umfassenderen Problems. Bundesweite Medienberichte zeigen, dass Westnetz bereits seit Monaten mit erheblichen Verzögerungen bei der Abrechnung von Photovoltaikanlagen kämpft.
Als Gründe nennt das Unternehmen laut Presse:
- eine umfangreiche IT-Umstellung im Jahr 2024
- Probleme bei der Übertragung von Kundendaten in das neue System
- einen starken Solarboom, der die Bearbeitungskapazitäten überlastet
- steigende Antragzahlen für PV-Anlagen, Wärmepumpen und Speicher
Diese Faktoren führen zu einem massiven Bearbeitungsstau.
Bundesnetzagentur schaltet sich ein
Wegen der verzögerten Einspeisevergütungen hat die Bundesnetzagentur ein Aufsichtsverfahren gegen Westnetz eröffnet. Auch Kapteinats Fall wurde der Behörde gemeldet. Laut Bundesnetzagentur kommt es zwar in den meisten Fällen zu reibungslosen Auszahlungen, doch bei Westnetz habe sich die Zahl der Beschwerden zuletzt deutlich erhöht.
Westnetz verweist auf Nachzahlungen – Zeitplan unklar
Westnetz betont in Stellungnahmen gegenüber Medien, dass die Einspeisevergütungen vollständig nachgezahlt würden. Allerdings bleibt unklar, wann alle Abrechnungen wieder regulär erstellt werden können.
Für Dorstener Betreiber bedeutet das: Sie müssen weiter warten – und in vielen Fällen auch auf wichtige Einnahmen verzichten.
Kapteinat bringt die Frustration vieler Betroffener auf den Punkt:
„Mehrfache Anrufe führten, trotz Androhung eines gerichtlichen Mahnverfahrens, nicht dazu, dass Zahlungen wieder aufgenommen wurden.“




























