Der frühere Grundschulstandort im Bereich Marienviertel und Holsterhausen soll wiederbelebt werden. Die Verwaltung der Stadt Dorsten plant, das Gebäude der ehemaligen Wichernschule erneut für den Grundschulbetrieb zu nutzen. Zunächst ist der Standort als Übergangs- und Ausweichlösung für die Antoniusschule und die Bonifatiusschule vorgesehen, perspektivisch soll er wieder als dauerhafter Teilstandort dienen.
Die SPD-Ratsfraktion unterstützt dieses Vorhaben ausdrücklich. „Leider mussten 11 Jahre ins Land gehen, um die Notwendigkeit eines Grundschul-Teilstandortes im Nahbereich Marienviertel/Holsterhausen zu bestätigen“, schreibt Dirk Groß, Fraktionsvorsitzender der SPD-Ratsfraktion in einer Pressemitteilung.
Rückblick auf die Entscheidung von 2015
Der Grundschulbetrieb an der Wichernschule war im Jahr 2015 eingestellt worden. Der entsprechende Ratsbeschluss wurde gegen die Stimmen der SPD gefasst. In der Pressemitteilung erinnert die Fraktion daran, dass der Standort „gegen die Stimmen der SPD und mit ausdrücklichem Willen der CDU geschlossen“ worden sei.
Aus Sicht der Sozialdemokraten bestätigt die aktuelle Entwicklung, dass die damalige Entscheidung langfristige Auswirkungen hatte. Die SPD erklärt dazu: „Die Dorstener SPD spricht sich klar für den von der Verwaltung angestrebten ‚neuen‘ Grundschulstandort aus – an derselben Stelle und vorerst als Übergangs- und Ausweichstandort der Antoniusschule und Bonifatiusschule, später als Teilstandort.“
Schulstandorte als soziale Anker
Nach Auffassung der SPD dürfen Schulstandorte nicht allein nach statistischen Kennzahlen bewertet werden. In der Mitteilung heißt es wörtlich: „Unabhängig vom immer wiederkehrenden Auf und Ab der Schüler/innen-Anmeldezahlen stand für die SPD von jeher fest: Schulstandorte sind mehr als Gebäude, die es bis zur Obergrenze zu füllen gilt.“
Weiter betont die Fraktion die gesellschaftliche Bedeutung von Grundschulen im Quartier. „Sie sind soziale Ankerpunkte und maßgeblich für Chancengerechtigkeit. Wer sie leichtfertig aufgibt, trägt die Verantwortung für die Folgen“, heißt es weiter.
Hinweise aus dem Schulentwicklungsplan
Bereits frühzeitig habe die SPD auf zusätzliche Entwicklungen hingewiesen. Dazu zählt sie unter anderem den Ausbau des Offenen Ganztags sowie die Beschulung von geflüchteten Kindern. „Schon vor 11 Jahren mahnte die SPD an, dass u.a. die OGS-Entwicklung und Beschulung von Flüchtlingen nicht zu unterschätzen sei“, heißt es in der Erklärung.
Auch der Schulentwicklungsplan 2012 habe klare Empfehlungen enthalten. Dort sei festgehalten worden: „Um den gegenwärtig und zukünftig noch mehr steigenden Anforderungen pädagogisch, personell und damit letztlich auch investiv gerecht werden zu können, sollten die Grundschulen mit unter die Zweizügigkeit sinkenden Schülerzahlen möglichst nicht geschlossen, sondern mit benachbarten Schulen als Teilstandorte gesichert werden.“
Kritik an früheren Prioritäten
Die SPD kritisiert, dass diese Hinweise im Jahr 2015 keine Mehrheit fanden. In der Pressemitteilung heißt es dazu: „Es ging schon immer nicht nur um Schülerzahlprognosen, sondern um Qualität im Grundschulbereich“. Nach Darstellung der Fraktion habe die CDU damals anderen Aspekten den Vorrang eingeräumt.
Rückblickend stellt die SPD fest: „Die letzten 11 Jahre haben gezeigt: Man hätte gleich die Förderschule baulich stärken müssen und den Grundschulteilstandort erhalten können“. Das Schulareal sei dafür ausreichend groß gewesen, was nun auch durch die veränderte Einschätzung der Verwaltung bestätigt werde.
Blick auf künftige Investitionen
Mit der geplanten Wiederbelebung des Standorts seien erneut Investitionen notwendig. „Geld muss auch nun vermehrt in die Hand genommen werden, nur eben 11 Jahre später“, heißt es in der Pressemitteilung. Zugleich mahnt die SPD an, den künftigen Rechtsanspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag frühzeitig zu berücksichtigen.
Abschließend setzt die Fraktion auf Unterstützung durch Bund und Land. „Wir alle müssen daraufsetzen, dass mit den angekündigten Investitionsmilliarden des Bundes die Dorstener Schulen für die Zukunft fit gemacht werden“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Groß.
Die Wiederaufnahme des Grundschulbetriebs am früheren Standort wertet die SPD als Signal für eine langfristiger ausgerichtete Schulpolitik in Dorsten.




























