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SPIEL 2024 – Besuch auf der weltgrößten Spielemesse

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Der Franzose Gaëtan Ekszterowicz gehörte zu den rund 1000 Ausstellern auf der diesjährigen SPIEL 2024. Foto: Alexander Fichtner

Nur wenige Autominuten von Dorsten entfernt fand in der ersten Oktoberwoche wieder die weltgrößte Brettspielmesse statt. Mit 204.000 Besuchern und 923 Ausstellern aus 52 Ländern konnte die SPIEL nicht nur neue Rekorde verzeichnen, sondern auch viele spannende Eindrücke für große und kleine Spielefans vermitteln.

Über 1500 Neuheiten hatten die Aussteller für die vier Messetage in Essen mitgebracht. Dafür öffneten die Veranstalter sechs der acht möglichen Messehallen, und fuhren mit 68.500 Quadratmetern bespielter Fläche direkt auch noch den Rekord für die größte SPIEL aller Zeiten ein. Wie groß das Interesse der Besucher an „klassischen“, also nicht-digitalen Spielen ist, bewies ein weiterer Rekord: Erstmals waren alle Eintrittskarten für die drei Publikumstage komplett vergriffen.

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Spaß für große und kleine Besucher

Einen runden Eindruck von der Faszination, die haptische Spiele auch im digitalen Zeitalter immer noch ausüben, bekam man auch beim gemeinsamen Besuch mit dem eigenen Kind. „Das ist lustig“, quietscht der Fast-Achtjährige und wirft ein Gummischweinchen auf ein Mini-Trampolin.

Fliegende Schweinchen: Geschicklichkeits- und Wurfspiele waren bei den kleinen Gästen beliebt. Foto: Fichtner

Zwar ist das Kind auch für Brettspiele zu haben, aber Wurfspiele sind sein Liebstes. Das hat der Kleine mit dem Franzosen Gaëtan Ekszterowicz gemeinsam, der zusammen mit einem Kollegen das Startup „Tossit“ gegründet hat. „In der Coronazeit konnten wir nicht viel gegen unsere Langeweile tun, also begannen wir, Dinge an die Wand zu werfen“, scherzt der Unternehmer im quietschgelben Outfit.

Nach einigem Tüfteln kombinierten sie das Spielprinzip von Boule mit Silikonpfeilen, die an jeder glatten Oberfläche haften bleiben. Das Spielprinzip ist simpel und spaßig, und nicht nur Kinder haben ihre Freude daran. „Wir haben schon unsere eigene Variante von Bier-Pong damit entwickelt“, verrät eine junge Mitarbeiterin am Stand. Auch der eigene Sohn wirft mit Begeisterung die Pfeile umher und pappt sie an die Wände des Messestandes.

Einige Fans kamen in fantasievollen Verkleidungen. Foto: Fichtner

Verkleidungen und geliebte Miniaturen

Zu amüsanten Momenten kommt es auch, als sich die gelbbetuchten Mitarbeiter mit Besuchern im Super Mario-, Deadpool- oder Indiana-Jones-Kostüm mischen. Immer wieder trifft man auf der Messe Menschen in Verkleidung, die dafür mit vergünstigtem Eintritt belohnt wurden. Auch aufwändige Großkostüme sorgen für Aufsehen, wie etwa das eines Space Marines aus dem Warhammer-Universum.

Martialischer Auftritt: Dieser Darsteller trägt eine „Space Marine“-Verkleidung aus der Warhammer-Spielewelt. Foto: Fichtner

Warhammer ist inzwischen einer der Klassiker in der analogen Spielewelt. Sein Erfolg liegt auch darin, dass seine Erfinder in den 80er Jahren ein strategisches Spielprinzip mit einer martialischen Geschichte und bemalbaren Figuren verknüpften.

Selbst Hollywood-Star Henry Cavill outete sich als Fan dieser Serie und gab freimütig zu, immer noch einen großen Haufen unbemalte Figuren, einen „grey pile of shame“ („Grauer Haufen der Schande“), zu horten. Auf der SPIEL konnte man etwas dagegen tun: In besonderen Arealen konnten die Besucher selbst zum Lackpinsel greifen und ihre eigenen Figuren bemalen. In einem Wettbewerb, bei dem über 1000 Figuren bemalt wurden, wurde die schönste Figur stilecht mit einem besonderen Deko-Schwert belohnt.

Akribisch bemalten die Fans ihre Figuren. Foto: Fichtner

Doch nicht nur die Warhammer-Fans legen Wert auf eine ansprechende Optik bei ihren Spielfiguren. Längst sind die meisten modernen Spiele aufwändig und fantasievoll gestaltet und bieten einen großen Schauwert.

Foto: Fichtner

Das gilt besonders für Spiele, die für eine Runde schon einmal mehrere Stunden in Anspruch nehmen können oder sogar als wochenlange Kampagne bestritten werden können. Damit man solche Runden nach stundenlangem Einsatz nicht einfach abbrechen muss, boten einige Hersteller spezielle Spieltische an.

Oben Esstisch, unten Spieltisch: Solche Möbel wurden speziell für Brettspieler entwickelt. Foto: Fichtner

Zum Speichern in den Keller

„Unsere Tische haben einen sogenannten Keller“, erklärt etwa Adrian Kuiter von der Firma Hüne. In einem solchen doppelten Boden kann man das Spiel aufbauen und ganz normal spielen. „Wenn die Pizza kommt oder man an einem anderen Tag weiterspielen möchte, legt man die Tischplatten auf und hat einen funktionalen Esstisch“, so Kuiter. „Dadurch hat man bei den Spielen eine Speichermöglichkeit.“

Adrian Kuiter stellte seine Spieltische vor. Foto: Fichtner

Auf der Messe konnte man diese Tische vielfach im Einsatz oder als Ausstellungsstück sehen, wobei Premiummodelle mit eingebautem Bildschirm und Beleuchtung gerne den Gegenwert eines Kleinwagens erreichen konnten.

Kostenlos ausprobieren und bei Gefallen zuhause weiterspielen

So viel Geld musste man auf der SPIEL allerdings nicht ausgeben, um dennoch viel Freude zu haben. An den meisten Ständen konnte man die gezeigten Spiele kostenlos ausprobieren und bekam dabei Hilfe von geschulten Mitarbeitern. Neben kompletten Neuentwicklungen konnte man hier auch Erweiterungen für Klassiker wie „Carcassonne“, „Die Siedler von Catan“ oder „Monopoly“ testen.

Überall in den Messehallen kamen die Besucher zum Spielen zusammen. Foto: Fichtner

Wer wollte, konnte sein Lieblingsspiel dann auch direkt kaufen und mit nach Hause nehmen. Schließlich hat mit der dunklen Jahreszeit auch die Saison der langen Abende begonnen, die man zusammen mit Freunden, Familie und einen guten Spiel genießen kann.

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