Rund 40 Menschen versammelten sich am Mittwochabend auf dem Waldfriedhof, um einer 27-jährigen Frau und ihrem 19 Monate alten Kind zu gedenken. Beide waren am Sonntagmorgen Opfer einer Gewalttat geworden. Trotz dunkler Wolken und Regen blieben die Besucher stehen, in Stille, in Trauer, im Gebet. Die evangelische Martin-Luther-Gemeinde sowie die katholische Pfarrei St. Antonius und Bonifatius luden zu einer Gedenkfeier ein.
Peter Boßmann, Pfarrer in Holsterhausen und Hervest, erinnerte zu Beginn der Gedenkfeier an die beiden ermordeten Menschen, eine junge Mutter aus der Ukraine, und ihr Kleinkind. Trotz dunkler Wolken und Regen blieben die Besucher stehen, in Stille, in Trauer, im Gebet. Pfarrer Matthias Overath und Pastoralreferentin Stefanie Stappert (St.-Antonius) begleiteten ebenfalls die Andacht.

Gebet über Dorsten hinaus
Das Gedenken galt nicht nur den beiden Getöteten, sondern auch allen, die unter Gewalt und Krieg leiden – etwa in der Ukraine. Ich denke, wir alle sind schockiert, erschüttert“, so Pfarrer Boßmann.
Mit Blick auf das biblische Geschehen nahm Pfarrer Overath das Bild Jesu im Garten Gethsemane auf, allein, verzweifelt und voller Fragen. „Heute, wo wir hier zusammenkommen zum Gebet, zum Gedenken, da ist der Blick auf den einen, der auf dem Boden liegt – der heißt Jesus. Da ist ein Garten, er liegt dort, und er weint. Und er fragt: Wo bist du, Gott? Ich frage dich jetzt: Wo bist du?“
Er fuhr fort: „Ich denke, er weint ganz bestimmt für das kleine Kind und für die Mutter. Und er weint für die 13-jährige Tochter. Und er weint für die weiteren Familienangehörigen in der Ukraine.“
Seine Worte berührten die Anwesenden tief. Viele standen still, manche mit gesenktem Kopf, hörbar bewegt.

Ein Ort für Gedenken und Trauer
Auf das Entzünden von Kerzen während der Gedenkfeier wurde verzichtet, zu groß war die Brandgefahr aufgrund der Trockenheit. Doch der Wunsch, einen sichtbaren Ort des Gedenkens zu schaffen, war spürbar. „Wir haben überlegt, dass es ein Bedürfnis für viele Menschen ist, die davon gehört haben, denen das nahegeht“, sagte Pfarrer Boßmann. „Ein Ort, wo sie das verarbeiten können.“ Er betonte: „Es war uns wichtig, so einen Ort ganz konkret zu schaffen.“

Auch Matthias Overath zeigte sich persönlich tief betroffen: „Für uns selbst war das ebenfalls wichtig, dass wir gemeinsam hier die Möglichkeit haben, das ein Stück weit zu benennen und abzulegen.“ Am Waldfriedhof wurde deshalb ein Ort eingerichtet, an dem Kerzen entzündet werden können – als stilles Zeichen des Gedenkens für die beiden Menschen, die ihr Leben durch Gewalt verloren haben.
Allen, die in stiller Anteilnahme Abschied nehmen und eine Kerze anzünden möchten, steht der Gedenkort an der Kapelle des Waldfriedhofs am Tüshausweg in Holsterhausen offen.




























