Deuten. Tennis-Regionalligist TC Deuten hat bereits vor den entscheidenden Spielen um den Klassenerhalt in der dritten Liga eine wegweisende und spektakuläre Personalie zu vermelden.
Unabhängig vom Ausgang des Abstiegskampfes verstärkt ab der Wintersaison keine Geringere als die ehemalige Weltklassespielerin Dinah Pfizenmaier den Club von der Birkenallee. Pfizenmaier wurde noch am Sonntag mit dem TC Bredeney Deutsche Vize-Meisterin.

Die 27-Jährige mit Wohnsitz in Bochum stand bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mehrfach im Hauptfeld, gehörte dem Porsche-Talent-Team an und sicherte sich insgesamt neun ITF-Titel. Im März 2014 wurde sie auf Platz 79 der Weltrangliste geführt. Heute ist die A-Lizenz-Inhaberin Verbandstrainerin beim Westfälischen Tennisverband und betreut nach Absprache mit den Bundestrainern des DTB auch Jugend-Nationalteams bei größeren Turnieren. Ihre aussichtsreiche Profi-Karriere musste sie wegen anhaltender Schulterbeschwerden beenden.
Der Kontakt zu Deuten ergab sich zwangsläufig, denn viele der jungen Damen im Kader des Regionalligisten trainieren bei Pfizenmaier und ihren Kollegen in Kamen. „Erst haben wir immer über ein Engagement mit Dinah gescherzt. Nach ihrer Saison in Bredeney haben wir dann konkret gesprochen. Dinah wollte gerne wieder in ihrem Heimatverband spielen und unser Konzept, auf junge deutsche Spielerinnen aus der Region zu setzen, hat ihr sofort sehr gut gefallen“, sagt Deutens 1. Vorsitzender Jan-Henning Janowitz.
Dass die erfolgreichste westfälische Tennisspielerin aller Zeiten nicht nur im Falles des Klassenerhaltes in der Regionalliga West zum TC Deuten wechseln wird, ist für Janowitz ein entscheidender Punkt. „Wir haben bereits konkrete Pläne für den kommenden Sommer und möchten zusammen mit unserem Trainerteam um Jan Jung und Dinah Trainingstage und Events für alle Mannschaften des Vereins anbieten. Von ihrem Wissen und ihrer riesigen Erfahrung soll der gesamte TC Deuten profitieren und nicht nur die 1. Damenmannschaft“.
Drei Fragen an… Dinah Pfizenmaier
Von den Center-Courts in Wimbledon, New York, Paris oder Melbourne ins kleine Deuten. Wie passt das zusammen?
Dinah Pfizenmaier: Als ich vor vier Jahren nach Bredeney gegangen bin, wollte ich nach einer Schulter-Operation auf ein Tour-Comeback zusteuern. Das hat sich leider anders entwickelt und die Prioritäten haben sich verschoben. Ich bin Bredeney für die Jahre dort sehr dankbar, aber mein Beruf als Verbandstrainerin steht jetzt eindeutig im Vordergrund. Ich arbeite unheimlich gerne mit jungen Spielerinnen zusammen und in Deuten habe ich nun die tolle Möglichkeit, mit ganz vielen Mädels, die ich trainiere, in einem Team zu spielen. Mir gefällt es sehr, dass der Verein sehr stark auf regionale Spielerinnen setzt.
Deuten steckt mitten im Abstiegskampf in der Regionalliga West. Dinah Pfizenmaier könnte sich nächstes Jahr also auch in der Westfalenliga wiederfinden.
Dinah Pfizenmaier: Das ist mir natürlich bewusst. Wenn man wie Deuten auf einen so jungen Kader setzt, kann es nicht immer nur nach oben gehen. In der Regionalliga West spielen viele sehr stark besetzte Vereine, die ein völlig anderes Konzept haben. Ein Abstieg ist nie schön, wäre für mich aber absolut kein Grund, nicht für Deuten aufzuschlagen.
Wie sehen Ihre sportlichen Ziele mit Ihrem neuen Club aus?
Dinah Pfizenmaier: Im Falle eines Klassenerhaltes sollten wir im kommenden Sommer im Normalfall gute Karten haben, dass wir nicht wie jetzt bis zum letzten Spieltag bangen müssen. Ob dann mehr geht, wird sich zeigen. Sollten wir 2020 in der Westfalenliga antreten, wäre natürlich ein direkter Wiederaufstieg das klare Ziel. Ich sehe in der Mannschaft aufgrund ihres jungen Alters viel Potenzial.




























