StartLokalesKreis RecklinghausenTelenotarzt:Erste Erfahrungen in Dorsten und Oer-Erkenschwick gesammelt

Telenotarzt:Erste Erfahrungen in Dorsten und Oer-Erkenschwick gesammelt

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Zufrieden mit dem Start des Telenotarzt-Probebetriebs im Kreis Recklinghausen sind (v.l.) Markus Poles, Leiter der Feuerwehr Stadt Oer-Erkenschwick, Andreas Fischer, Leiter der Feuerwehr der Stadt Dorsten und stellv. Kreisbrandmeister, Gregor Krähling, Dezernatsleiter bei der Stadt Oer-Erkenschwick, Landrat Bodo Klimpel, Notfallsanitäter Lars Piontek, Oliver Weber, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, und Frank Pöpping, Projektleiter Telenotarzt beim Kreis Recklinghausen. ©Kreis Recklinghausen, Svenja Küchmeister

Telenotarzt: Probebetrieb im Kreis Recklinghausen läuft. Insgesamt werden über 150 Rettungswagen ausgestattet und mit der Telenotarzt-Zentrale in Münster verbunden werden.

Der Probebetrieb für den Telenotarzt im Regierungsbezirk Münster hat begonnen. Zwei Rettungswagen in Dorsten und Oer-Erkenschwick sind an das System angeschlossen. Notfallsanitäter können seit Anfang Juni einen Notarzt dazuschalten, wenn es erforderlich ist.

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„Das ist ein großer Vorteil. Manchmal geht es nur darum, dass ein Arzt die Verabreichung eines bestimmten Medikaments anordnet. Bislang musste dafür ein Arzt extra zur Einsatzstelle fahren“, erklärt Frank Pöpping, Projektverantwortlicher des Kreises Recklinghausen. „Jetzt kann der Arzt per Kamera zugeschaltet werden und nach Rücksprache mit den Notfallsanitätern direkt entscheiden. Die Notfallsanitäter können das Medikament dann verabreichen. Das spart im Zweifelsfall einiges an Zeit.“

Vorteile des Telenotarztes

Landrat Bodo Klimpel ergänzt: „Gerade in Zeiten wie diesen, in denen es immer schwieriger wird, Fachpersonal wie Ärzte zu bekommen, ist das eine hilfreiche Ergänzung zu dem bestehenden System. Auch wenn wir im Kreis Recklinghausen insgesamt eine gute Ausstattung haben, ist diese gemeinsame Einrichtung absolut sinnvoll.“

Gemeinsames Projekt

Der Telenotarzt ist ein gemeinsames Projekt auf Kreisebene und innerhalb des Regierungsbezirks. Die Stadt Münster und die Kreise Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt und Warendorf führen den Telenotarzt zusammen ein, mit einer Telenotarzt-Zentrale in Münster.

Ergänzung des bestehenden Systems

„Dadurch wird der Notarzt bei Einsätzen, bei denen er erforderlich ist, nicht ersetzt“, betont Andreas Fischer, Leiter der Feuerwehr Dorsten. „Dieser wird auch weiterhin zu Notfällen fahren, wenn es die Situation erfordert“.

Oliver Weber, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst beim Kreis Recklinghausen, ergänzt: „Manchmal stellt sich eine Situation vor Ort anders dar als telefonisch übermittelt. Es kann aber auch sein, dass sich der Zustand eines Patienten nach Absetzen des Notrufs verschlechtert. In solchen Fällen kann der Telenotarzt sofort hinzugezogen werden. Er kann dann auch abwägen, ob ein Notarzt zur Einsatzstelle entsendet werden soll oder ob es sinnvoller ist, den Patienten sofort ins Krankenhaus zu bringen.“

Gregor Krähling, Dezernatsleiter bei der Stadt Oer-Erkenschwick ergänzt: „Für Oer-Erkenschwick ist das eine gute Sache, da wir kein Krankenhaus in unserer Stadt haben. Die Versorgung aus den Nachbarstädten funktioniert gut, aber der Telenotarzt ist auf jeden Fall noch eine Verbesserung.“

Erste praktische Erfahrungen

„Die ersten Erfahrungen sind positiv“, sagt Notfallsanitäter Lars Piontek. „Jederzeit die Möglichkeit zu haben, einen Arzt hinzuzuschalten, der sich über die 360-Grad-Kamera im Rettungswagen und über die technische Übertragung der medizinischen Daten ein eigenes Bild machen und uns unterstützen kann, das ist einfach gut.“

Zukunft des Projekts

Drei Monate lang werden auf den beiden ersten umgerüsteten Fahrzeugen Erfahrungen gesammelt, ebenso in allen anderen beteiligten Kreisen und in Münster. Anschließend sollen bis zum Sommer 2025 nach und nach insgesamt über 150 Rettungswagen ausgestattet und mit der Telenotarzt-Zentrale in Münster verbunden werden, davon 50 im Kreis Recklinghausen. 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden geschult. Das sind alle Beschäftigten, die im Laufe eines Jahres auf den Fahrzeugen eingesetzt werden könnten. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

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