Geschäftiges Treiben zwischen Tieren und Trödel: Das Frühlingsfest am Tierheim Dorsten zog am Sonntag Hunderte Besucher an. Vor Ort informierten viele verschiedene Tierschutzorganisationen über ihre Arbeit.
Große Freude herrschte beim Team des Tierheim Dorsten am Sonntag. „Wir freuen uns, dass wir wir so wunderschönes Wetter und so viele Besucher bei uns haben“, sagte Marina Hinz, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Das Frühlingsfest ist besonders wichtig für uns, da wir damit Spendengelder für unsere Tiere sammeln.“

Auf dem Tierheimgelände in Hervest luden viele verschiedene Stände zum Bummeln ein. An einigen Ständen wurde Trödel angeboten, während andere Heimtier-Zubehör wie Näpfe, Leinen oder Halsbänder zu kaufen waren. Auch Künstler und Handwerker zeigten ihre Arbeiten.
Spannend wurde es auch an den Ständen zahlreicher ehrenamtlicher Tierschutzorganisationen, die über ihre Arbeit berichteten und für Fragen und Informationen zur Verfügung standen.
Hilfe für kleine Piepmätze
Um kleine Vögel kümmert sich der Verein „Wat ne Feder e.V.“ aus Bochum. Die Schwestern Kim Janotte und Meike Jahn haben sich der Rettung von Wildvogelküken verschrieben, die aus dem Nest gefallen sind oder von ihren Eltern verlassen wurden. „Wir kommen auf rund 800 Küken pro Jahr“, berichten die beiden Tierschützerinnen. An ihrem Stand konnten die großen und kleinen Besucher die Fütterung von Meisen- oder Spatzenküken beobachten. Einige Kinder durften sogar selbst zur Pinzette greifen und die hungrigen Piepmätze mit Futterinsekten beglücken.

„Die Küken werden halbstündlich bis stündlich gefüttert“, erklärt Kim Janotte. Ihr Chef habe sich längst daran gewöhnt, dass die kleinen Federtiere auch mit ins Büro gebracht würden. „Er fragt nur, wie viele kleine Kinder denn heute wieder dabei wären“, lächelt Janotte. „Nachts schlafen die Kleinen aber zum Glück.“

Hamster sind kein Kinderspielzeug
Um kleine Nagetiere kümmert sich die Hamsterhilfe NRW. Seit 2007 beraten die Ehrenamtlichen nicht nur zur richtigen Haltung und Anschaffung von Hamstern, sondern nehmen auch Tiere auf. Dabei gibt es ganz verschiedene Gründe, aus denen die Hamster abgegeben werden. „Wir haben Tiere aus Versuchslaboren, schlechter Haltung bis hin zum sogenannten Animal Hoarding“, erklären die Helferinnen. Letzteres ist der englische Begriff für das massenhafte Halten von Tieren unter unkontrollierten Bedingungen.

Generell sei die Haltung der Kleintiere anspruchsvoller, als man vermuten würde. „Trotz ihres niedlichen Aussehens sind Hamster für Kinder nicht geeignet. Sie sind nachtaktiv, wenn die Kinder im Bett sind. Und auch anfassen lässt sich nicht jeder Hamster gerne“, erklären die Tierschützerinnen.
Coronazeit hat Meerschweinchen nicht gut getan
Ebenfalls um Nagetiere, aber auch um Kaninchen kümmern sich die Notmeeris Ruhrgebiet. Den Verein gibt es schon seit 2006, aber vor allem seit der Coronazeit haben die Ehrenamtlichen mehr als je zuvor zu tun. „Während der veranstaltungsarmen Zeit haben sich viele Menschen Haustiere angeschafft, darunter auch viele Meerschweinchen oder Kaninchen“, berichten Christina Budzynski und Nicole Schmidt. So manches Tierpärchen hätte sich dann aber allzu freudig vermehrt, und sei den Haltern über den Kopf gewachsen.

Die Notmeeris nehmen die Tiere dann auf, sorgen für medizinische Betreuung und Kastration, und vermitteln die Kleintiere dann in gute Hände weiter. „Leider sind die Kosten für die Kastration regelrecht explodiert“, bedauern die Helferinnen. „Früher hat man beim Tierarzt 35 Euro pro Tier bezahlt, heute sind es rund 150 Euro“.
Legehühnern einen Start ins Leben ermöglichen
Um die häufigste Vogelart des Planeten geht es der Hühnerrettung NRW. Mehr als 22 Milliarden Hühner gibt es auf der Welt, aber viele von ihnen fristen ein kümmerliches Dasein. So auch Legehennen aus der sogenannten Bodenhaltung. „Die ersten 12 bis 18 Monate ihres Lebens sehen diese Hühner weder Himmel noch Sonne, legen aber bis zu 350 Eier pro Jahr“, erklärt die Sprecherin des Vereins, Birgit Raukamp. „Danach sinkt ihre Legeleistung und sie werden für die Betriebe unwirtschaftlich.“

Als Resultat würden die Hühner getötet und zu Tierfutter verarbeitet, oder Biogasanlagen zugeführt. Der Verein schließt daher Abkommen mit Landwirten, um die Tiere stallweise kostenlos abzunehmen. Die Hennen werden dann in tiergerechte Haltung mit viel Auslauf vermittelt. „Wenn die Hühner aus dem Stall kommen, haben sie oft kaum noch Federn und sind schwach“, so Raukamp. „Innerhalb weniger Wochen blühen sie in guter Haltung dann aber zu gesunden Hühnern auf. Das ist dann ihr eigentlicher Start ins Leben.“
Papageien auf Partnersuche
Um ganz andere Vögel kümmert sich die Papageienhilfe NRW. Wie der Name schon sagt, haben sie sich dem Schutz der großen Exoten verschrieben. Dabei spielt auch die hohe Lebenserwartung der Tiere eine Rolle. „Oft vermitteln wir Papageien, deren Halter verstorben sind“, berichten Cornelia Schulz-Zierke und Manuel Brohn. „Zu uns kommen aber auch junge Menschen, die Tipps für die artgerechte Haltung brauchen“, erklären die Helfer.

Dabei legen sie viel Wert auf eine freundliche Beratung und müssen auch sensibel sein. Denn Menschen, die ihre Tiere sehr lieben, sind oft ganz bestürzt, wenn man sie auf Haltungsfehler hinweist. „Es ist zum Beispiel nicht schön für die Tiere, wenn man sie alleine hält. Deshalb machen wir auch eine Partnervermittlung für Papageien“, betonen die Ehrenamtlichen.
Tierheim Dorsten lädt im Sommer zum nächsten Fest
Viele der ehrenamtlichen Organisationen werden auch am 6. August wieder im Tierheim Dorsten vor Ort sein. Dann lädt der Tierschutzverein nämlich zum Sommerfest ein – wieder mit einem bunten und abwechslungsreichen Programm.





























