StartNRWTierschutz - NRW setzt klare Zeichen

Tierschutz – NRW setzt klare Zeichen

Veröffentlicht am

Symbolfoto: Pixabay

Bundesrat setzt mit nordrhein-westfälischen Initiativen klare Zeichen für mehr Tierschutz

Tierschutz. Online-Verkauf von Hundewelpen einschränken und tierwohlgerechte Ställe privilegieren. Ministerin Heinen-Esser: „Ich freue mich, dass unsere Initiativen dazu beitragen, die Welt tierschutzfreundlicher zu gestalten„.

NRW (pd). Eine Beschränkung des Online-Verkaufs von Hundewelpen und die Privilegierung tierwohlgerechter Ställe sollen den Tierschutz stärken. Ein Teil der über 130 Tagesordnungspunkte der heutigen Bundesratssitzung mündeten in wegweisenden Beschlüssen zum Tierschutz. „Das ist heute ein guter Tag für den Tierschutz. Ich freue mich, dass wir ganz wesentlich mit nordrhein-westfälischen Initiativen dazu beitragen haben, die Welt tierschutzfreundlicher zu gestalten. Den Weg einer nachhaltigen Nutztierhaltung müssen und werden wir konsequent weiter verfolgen. Zudem setzen wir uns dafür ein, Tierleid im Online-Handel einzudämmen“, kommentiert Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser die heutigen Ergebnisse.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.

Tierleid beim Online-Handel unterbinden

Unter anderem stimmten die Länder mehrheitlich der nordrhein-westfälischen Initiative zu, Online-Angebote zum Verkauf von Hundewelpen zu begrenzen. Durch einen Entschließungsantrag anlässlich der Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung wird der Bund aufgefordert sicherzustellen, dass künftig nur noch eingetragene Züchter_innen ihre Tiere über Kleinanzeigen im Internet verkaufen. Sie müssen über eine tierschutzrechtliche Erlaubnis verfügen.

Der Handel mit Hundewelpen boomt nicht erst im Zuge der Corona Pandemie. Oftmals werden Welpen „beliebter“ Rassen unter tierschutzwidrigen Bedingungen aufgezogen und überwiegend über das Internet verkauft. „Bilder von kranken, schwachen und zu früh von ihren Eltern getrennten Welpen sind erschütternd. Sie sind die Kehrseite eines freien Handels und zeigen leider, dass manche Händler Tiere immer wieder einfach nur als Ware betrachten und so behandeln. Das müssen wir dringend beenden“, so Heinen-Esser.

Privilegien für tierwohlgerechte Ställe

Ebenfalls eingebracht wurde eine gemeinsame Entschließung Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens zur Erleichterung tierwohlbezogener Bauvorhaben. Das Problem: Die Umsetzung tierwohlbezogener Umbaumaßnahmen scheitert bislang häufig an bestehenden bau- und immissionsschutzrechtlichen Regelungen. Eine entsprechende Bundesregelung soll dies ändern, die Verabschiedung lässt auf sich warten.

Tierwohl NRW Gesetz Tierhaltung Stall
Der Umbau hin zu einer nachhaltigen Nutztierhaltung soll durch ein flexibles Umwelt- und Baurecht ermöglicht werden. Foto: Pixabay

Daher fordern die Länder nunmehr den Bund auf, die Neuausrichtung der Nutztierhaltung weiter zu forcieren. Wenn bauliche Änderungen der Verbesserung des Tierwohls dienen, sollen sie baurechtlich privilegiert werden. Dies soll explizit auch für Ersatzneubauten oder bauliche Erweiterungen (ohne Erweiterung der Tierhaltungskapazität) gelten. „Ein flexibles Umwelt- und Baurecht muss den Umbau hin zu einer nachhaltigen Tierhaltung ermöglichen. Wer mehr Tierwohl in seine Ställe bringen will, müssen wir dabei unterstützen und nicht ausbremsen“, so Heinen-Esser.

Tierschutz – Zukunft der Nutztierhaltung nachhaltiger gestalten

Die Zukunft der Nutztierhaltung nachhaltiger zu gestalten ist ein zentrales Ziel der nordrhein-westfälischen Landesregierung. So wurden im Rahmen der nachhaltigen Nutztierhaltungsstrategie für Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus maßgebliche Weichen zur Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung gestellt. „Wenn wir der Tierhaltung eine Perspektive geben wollen, dann müssen wir hier jetzt zukunftsfähige Wege aufzeigen, Zielkonflikte im Dialog auflösen und Planungssicherheit schaffen“, so Heinen-Esser.

Derzeit läuft die Pilotphase zur Etablierung einer Tiergesundheitsdatenbank, die als Früherkennungssystem Tierhalter und Behörden unterstützen und möglichen Fehlentwicklungen vorbeugen soll. Das absehbare Ende der Kastenstandhaltung in der Sauenhaltung geht maßgeblich auf eine nordrhein-westfälische Bundesratsinitiative zurück. Gleiches gilt für Bundesratsinitiativen zur Videoüberwachung in Schlachtbetrieben und für Einschränkungen bei Tiertransporten. Eine im vergangenen Jahr erstmals ernannte Tierschutzbeauftragte fungiert als Vermittlerin zwischen Landwirtschaft, Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Überwachungsbehörden.

Tierhaltung billigfleisch Tierwohl NRW
Ende der Kastenstandhaltung in der Sauenhaltung soll gegen möglichen Fehlentwicklungen vorbeugen. Foto: Pixabay

Abkehr von Billigfleisch – mehr Engagement honorieren

Passend zur Aufwertung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung haben am heutigen Tag einzelne Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels angekündigt, perspektivisch in den Kühltheken nur noch Fleisch aus Außenklima- und Biohaltung führen zu wollen. „Mehr Tierwohl ist nicht zum Nulltarif zu haben. Eine Abkehr von Billigfleisch und eine Zuwendung zur Qualitäts- statt Preiswerbung ebnet den Weg in eine nachhaltige Tierhaltung. Die Ankündigungen sind sehr zu begrüßen und machen hoffentlich Schule, damit die Wertschätzung einer hochwertigen Fleischerzeugung und – vermarktung auch an der Ladentheke honoriert werden und bei den Landwirten ankommt“.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Geschichtsstation an der Agathaschule zerstört

Mit großer Bestürzung hat die Agathaschule die Zerstörung der 49. Dorstener Geschichtsstation festgestellt. Unbekannte hatten am Wochenende das Glas der Station auf dem Schulgelände so...

Klick mich!