StartLokalesFreizeitVatertag und seine Geschichte: Bier und Schinken

Vatertag und seine Geschichte: Bier und Schinken

Veröffentlicht am

An Christi Himmelfahrt feiern viele den „Vatertag“ mit einer „Herrenpartie“. Der zweite Sonntag im Mai hingegen ist seit 100 Jahren in Deutschland traditionell der „Muttertag“. Doch woher kommt das eigentlich?

„Der Muttertag ist ein Import aus den USA“, weiß Christiane Cantauw, Volkskundlerin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Er wurde bereits 1914 in Amerika zum Staatsfeiertag erklärt. Sieben Jahre lang hatte die Methodistenpredigertochter Ann Jarvis zuvor für diesen Tag geworben. In der Schweiz war es die Heilsarmee, die den Muttertag kurz danach einführte, in Schweden war es 1919 auf Drängen der Gattin eines Volksschullehrers soweit. Die Holländer ließen sich bis 1932 Zeit.

Anzeige
Anzeige zum Freizeitspezial 2026 auf Dorsten-Online

„Falsch ist auf jeden Fall, dass die Nationalsozialisten den Muttertag in Deutschland eingeführt haben“, stellt Cantauw klar. Zwar haben sie ihn seit ihrer Machtergreifung 1933 propagiert, doch der Muttertag wurde in Deutschland bereits 1923 ausgerufen.“

Niederländer riefen 1936 den „Vaderdag“ ins Leben

An Christi Himmelfahrt haben die Väter ihren Tag. Dabei geht es aber deutlich weniger familiär zu als am Muttertag: Ausgerüstet mit Bollerwagen und Bierflaschen ziehen sie durch die Gegend. Der „Vatertag“ ist eine holländische Erfindung aus dem Jahr 1936. Dahinter steckten Zigarrenhändler und Metzger, sie wollten am „Vatertag“ ebenso gut verdienen wie die Blumenhändler an „Muttertag“.

Flurumgehungen wurden immer fröhlicher

Seinen Ursprung hat der Vatertagsausflug in den sogenannten Flurumgehungen, die es in vielen Bistümern am Himmelfahrtstag im 18. und 19. Jahrhundert als nachgestellten Gang der Apostel gab. Im Laufe der Zeit wurde aus diesem kirchlichen Brauch ein fröhlicher Ausflug – vor allem Vereine und die Städter zogen in die Ausflugslokale am Stadtrand und in den Dörfern. So wurden aus dem nachgestellten Gang der Apostel „Schinkentouren“ und „Herrenpartien“. Unter dem Motto „Los von Muttern“ führten die ausgelassenen Touren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf Lastautos in die Wälder und Wirtschaften der näheren Umgebung.

Berliner Brauereien förderten den „Herrentag“

Diese fröhlichen Herrenpartien wurden schon um die Jahrhundertwende von Brauereien aus Berlin gefördert und gezielt bekannt gemacht. Gesetzlicher Feiertag wurde Christi Himmelfahrt im Jahr 1934, damals aber noch als christlicher Festtag. Im christlichen Glauben stieg Jesus Christus 39 Tage nach Ostern als Gottes Sohn in den Himmel auf.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Für körperbehinderten Freund: Zwei Brüder radeln durch Europa

Seit über 17 Jahren sind Leo und Thomas mit Maceo befreundet. Sie gingen zusammen in den Kindergarten, wuchsen gemeinsam auf und wurden Freunde fürs Leben....

Mit Geschichten Kindern den Weg zum Lesen öffnen: Dorsten sucht Lesepaten

Vorlesen unterstützt Kinder beim Spracherwerb, erweitert den Wortschatz und weckt die Neugier auf Bücher. Das Netzwerk „Dorsten liest vor“ engagiert sich seit 24 Jahren in...

DTC Jüntgen feiert historischen Meistertitel vor heimischer Kulisse

Der Dorstener TC Jüntgen hat das erfolgreichste Wochenende seiner Vereinsgeschichte mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gekrönt. Bei der erstmals im Final-Four-Format ausgetragenen Endrunde der...

Radfahrer nach Unfall am Lippe-Deich geschlagen und geflüchtet

Nach einem Zusammenstoß zweier Radfahrer am Lippe-Deich in Dorsten sucht die Polizei nach einem bislang unbekannten Mann. Er soll seinen Unfallgegner nach dem Sturz geschlagen...

Klick mich!