StartNRWVerbraucherzentrale Dorsten: Knifflige Fälle und gestiegene Nachfrage

Verbraucherzentrale Dorsten: Knifflige Fälle und gestiegene Nachfrage

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Ruth Pettenpohl und Sonja Lichtenberg von der Verbraucherzentrale in Dorsten. Foto: Alexander Fichtner

Die Verbraucherzentrale NRW stellte am 25. Juni in ihrer Beratungsstelle Dorsten ihren Jahresbericht vor. Ruth Pettenpohl und Sonja Lichtenberg erörterten Verbraucherfragen aus dem Jahr 2023, für die sie eine Lösung erarbeitet haben.

Ein besonderer Fall war der von Marius Kentrup. Der Dorstener war im August umgezogen und hatte sich zum 31. August abgemeldet. Als letzten Zählerstand hatte Kentrup 3.548,247 kWh notiert. Doch dann begann ein verwirrender Fall. Mitte Oktober erhielt der inzwischen umgezogene Dorstener auf einmal eine erneute Rechnung mit einem Stand von 2.729.129 kWh.

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Was war schief gelaufen? Zwar hatte sich Kentrup zum 31. August abgemeldet. Sein Vermieter aber ordnete ihm den Zähler auch noch im Monat September zu. So erhielt der Dorstener im November trotz seiner Abmeldung eine weitere Rechnung über üppige 1633,88 Euro, die zudem unter einer völlig neuen Kundennummer lief. Argument: Die Energieversorgung laufe jetzt über die Grundversorgung.

„Es war eindeutig ein Fehler passiert“, erklärt Marius Kentrup, der keineswegs bereit war, die absurd hohe Rechnung zu bezahlen. Das Problem wurde schnell klar: Der Energiebetreiber hatte einfach den Gesamtverbrauch für 2021 bis 2023 abgerechnet, ohne den Auszug zu berücksichtigen. Im Dezember wurde somit auf einmal ein Verbrauch von 2.093,985 kWh als Verbrauchsmenge angegeben.

„Da diese Zahlen alle springen und nicht nachvollziehbar waren, habe ich erst einmal eine Korrektur beantragt“, so Kentrup. Eigentlich eine Formsache – aber weit gefehlt. Der Einspruch war aber immer noch nicht von Erfolg gekrönt. Auf Bitte für eine Prüfung zur Rechnungskorrektur sagte E.ON: „Unsere Prüfung hat ergeben, dass der Zählerstand vom örtlichen Netzbetreiber abgelesen wurde. Der ihnen in Rechnung gestellte Verbrauch ist somit korrekt“.

Neue Kundennummer

Besonders verwirrend: Auch diese Prüfung lief unter der neuen Kundennummer. Und der Ärger war dann noch lange nicht vorbei. Kurz darauf erhielt Marius Kentrup schon wieder eine Rechnung über 1633,88 Euro für 14.000 kWh Gas, was er nie verbraucht hatte. Im Januar erfolgte die erste Mahnung, kurz darauf die nächste. Markus Kentrup wusste sich nicht mehr zu helfen und ging zur Verbraucherzentrale. Hier nahm sich die Leiterin der Verbraucherzentrale, Ruth Pettenpohl, des verzwickten Falles an.

Marius Kentrup ist froh, dass seine Probleme aus der Welt geschafft sind. Foto: Alexander Fichtner

Die Verbraucherzentrale konnte den Fall endlich lösen

Nach drei Monaten und vier Schreiben der Verbraucherzentrale konnte das Problem bei E.ON endlich identifiziert und richtiggestellt werden. Kentrup musste im März 2024 dann lediglich 4,93 Euro nachzahlen. Besonders ärgerlich: Trotz des eindeutigen Vetos der Verbraucherzentrale hatte E.ON Anfang 2024 weitere Mahnungen verschickt.

Durch die Arbeit der Leiterin der Verbraucherzentrale, Ruth Pettenpohl, konnte dieser Fall für den Kunden gelöst werden. Doch das Thema Energie ist komplex und nimmt den größten Teil ihrer Arbeit ein. Die meisten Anfragen kommen zu diesem Thema. Pettenpohl rät: „Man sollte sich sorgfältig mit dem Thema Energie beschäftigen“. Leider passierten immer wieder Fehler in diesem umfangreichen Bereich.

Verbrauchzentrale über Fake Shops

Sonja Lichtenberg warnte zum Thema Verbraucherschutz besonders zum Onlineshopping. „Einige Shops sind gezielt drauf ausgelegt, den Kunden zu täuschen“, erklärt sie. „Um dem vorzubeugen, hilft ein Blick auf die Seite der Verbraucherzentrale. Hier gibt es einen Fake Shop Finder, wo man die Adresse des Shops prüfen kann.“ Hier findet man die Informationen zu den Fake-Shops: Abzocke online

Auch Werbeanrufe seien im letzten Jahr wieder eine große Problematik gewesen. „Meist geht es um Gewinnspiele oder ominöse Zeitungsabos“, berichtet Lichtenberg. Sie rät dazu: „Einfach auflegen!“

Immer mehr Anfragen an die Verbraucherzentrale

2023 waren die Verbraucheranliegen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10 % gestiegen. Insgesamt 3.309 Fälle kamen so in Dorsten zusammen. Auch die Rechtsberatungen und Vertretungen hatten deutlich zugenommen. Mit 1.410 Fällen verzeichnete die Verbraucherzentrale ein Steigerung von 20 %. Wichtiger Hinweis noch für Verbraucher mit Energiefragen: Ab August 2024 wird die Energieberatung bei der Verbraucherzentrale Dorsten wieder angeboten.

Viele nützliche weitere Informationen gibt es auf der Seite der Verbraucherzentrale NRW.

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