Bei bestem Wetter hat die Maria-Montessori-Schule am Donnerstag, 28. Mai, ihre Feier zum Weltbienentag nachgeholt. Von 13 bis 15.30 Uhr öffnete der Schul und Bienengarten seine Tore und bot Kindern, Eltern und Gästen einen lebendigen Einblick in die Welt der Bienen. Zwischen frischen Honigwaffeln, duftendem Wachs und summenden Völkern wurde deutlich, wie eng Natur, Umweltbildung und schulisches Engagement miteinander verbunden sind.
Ein besonderer Anziehungspunkt war der neue Schaukasten. Dort konnten Besucher die Bienen bei der Arbeit beobachten, ohne das Volk zu stören. Für viele Kinder war es ein seltener Moment: Plötzlich wurde sichtbar, was sonst im Inneren eines Bienenstocks verborgen bleibt. Die Tiere sammelten, ordneten, arbeiteten, kommunizierten. So wurde aus einem Unterrichtsthema eine unmittelbare Naturerfahrung.

Die Schulimkerei bietet inzwischen rund 200 000 Bienen ein Zuhause. Begleitet wird das Projekt auch durch den Dorstener Imkerverein. Engagiert vor Ort waren unter anderem die Kolleginnen Susanne Wolter, Sonja Wallstein und Birgitt Wesseling-Busch, die den Kindern seit längerer Zeit die Zusammenhänge im Bienenvolk und in der Natur näherbringen.

Der erste eigene Honig zum Probieren
Ganz ohne Honig ging es natürlich nicht. Ein wenig von der ersten selbst geernteten Menge konnte bereits probiert werden. Für die Kinder war das mehr als eine Kostprobe. Es war das Ergebnis vieler kleiner Handgriffe, Beobachtungen und Lernmomente im Jahreslauf.

Auch frische Honigwaffeln und weitere Produkte rund um die Biene gehörten zum Angebot. Damit wurde deutlich, wie vielfältig das Thema ist: Honig, Wachs, Bestäubung, Artenvielfalt und nachhaltiges Handeln greifen ineinander.
Wenn Kinder Bienen-Schwärme entdecken

Wie aufmerksam die Schüler inzwischen auf ihre Umgebung achten, zeigte sich ebenfalls: Zwei Kinder hatten bereits gemeldet, dass sie einen Bienenschwarm entdeckt hatten. Solche Beobachtungen sind ein Zeichen dafür, dass Natur und Umweltpädagogik nicht nur im Unterricht stattfindet, sondern den Blick der Kinder im Alltag verändert.
Genau darum geht es im Schul und Bienengarten: Die Kinder sollen verstehen, welche Zusammenhänge in der Natur bestehen und warum Bienen für Pflanzen, Menschen und Ökosysteme eine zentrale Rolle spielen.
Wildbienen, Wachs und Winterarbeit
Neben den Honigbienen spielte auch das Wildbienenhotel eine wichtige Rolle. Dort finden verschiedene Arten geeignete Nistmöglichkeiten. Insgesamt konnten fünf bis sechs Arten beobachtet oder thematisiert werden. So wurde der Blick nicht nur auf die Honigbiene gelenkt, sondern auch auf die oft weniger beachteten Wildbienen.

Das Projekt lebt vom Einsatz der Kinder über das ganze Jahr hinweg. Im Winter werden Kerzen aus Wachs hergestellt, im Frühjahr und Sommer wird beobachtet, gepflegt und geerntet. Die Arbeit im Bienengarten folgt damit einem klaren Gedanken: lokal, nachhaltig und nah an der Natur.
Lernen mit allen Sinnen
Die Schüler hatten sichtlich Spaß. Sie konnten riechen, schmecken, sehen und fragen. Aus Naturkunde wurde eine Erfahrung mit allen Sinnen. Gerade dadurch entfaltet das Projekt seine besondere Stärke: Es verbindet Wissen mit Verantwortung und zeigt, wie Schule zu einem Ort werden kann, an dem Umweltbewusstsein wächst.

Die nachgeholte Feier zum Weltbienentag war deshalb mehr als ein kleiner Aktionstag. Sie zeigte dazu, wie viel pädagogische Kraft in einem Garten, einem Bienenvolk und dem Engagement einer Schulgemeinschaft liegen kann.




























