Unter dem provokanten Titel „Widerstand ist zwecklos!?“ lädt die Tisa-Stiftung zu einem besonderen Schauspiel- und Performance-Workshop ein. Das Zitat aus der beliebten Science-Fiction-Serie „Star Trek Voyager“ bildet dabei den Aufhänger für eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Thema Widerstand – ein Thema, das heute aktueller ist denn je.
In der Serie geht es um die Begegnung der Crew der Voyager mit den „Borg“, einer feindlichen Spezies, die andere Lebensformen assimiliert und deren Eigenheiten auslöscht. Widerstand scheint in der Science-Fiction-Welt der Borg tatsächlich zwecklos zu sein. Doch in der Realität ist es gerade der Widerstand, der Gesellschaften formt und Menschenrechte schützt. Das Fragezeichen im Titel des Workshops ist somit bewusst gesetzt: Ist Widerstand wirklich zwecklos?
Vergangenheit und Gegenwart im Dialog
Die Tisa-Stiftung, die dem Vermächtnis der Künstlerin und Widerstandskämpferin Tisa von der Schulenburg gewidmet ist, bietet mit diesem Workshop die Möglichkeit, über Generationen hinweg in den Dialog zu treten. Tisa von der Schulenburg selbst war eine Ikone des Widerstands: Ihre Werke und ihre Lebensgeschichte spiegeln mutige Entscheidungen in Zeiten der Unterdrückung wider. Sie war eine Verfechterin der Arbeiterrechte und stand in den 1990er Jahren den Bergleuten bei, die gegen die Schließung ihrer Zeche Fürst Leopold kämpften. Ihre Unterstützung reichte von künstlerischen Arbeiten bis hin zur aktiven Teilnahme an Demonstrationen.

Dieser historische Kontext macht den Veranstaltungsort, das Tisa-Archiv auf dem ehemaligen Zechen-Gelände Fürst Leopold, besonders symbolträchtig. Das Areal, das einst von den Bergleuten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze verteidigt wurde, wird zum Schauplatz eines interaktiven Labors. Dort soll Zivilcourage und Protest neu erforscht und interpretiert werden.
Generationenübergreifender Austausch im Fokus
Der Workshop, der vom 14. bis 25. Oktober 2024 stattfindet, richtet sich an Teilnehmer im Alter von 12 bis 102 Jahren. Mit oder ohne Schauspielerfahrung ist dabei nicht entscheidend. „Wir freuen uns auf den Austausch zwischen den Generationen. Wir sind gespannt, wie junge Menschen und Zeitzeugen ihre Sichtweisen auf das Thema Widerstand einbringen und reflektieren“, erklärt Josefine Jordan, Geschäftsführerin der Tisa-Stiftung.

Unter der Leitung von Samira Julia Calder, Schauspielerin und Coach, und Jens Dornheim, Regisseur und Theaterpädagoge, werden die Teilnehmer in die Welt des improvisierten Theaters eintauchen. Gemeinsam entwickeln sie eine szenische Collage. Die dann sowohl persönliche Eindrücke als auch historische Ereignisse aufgreift und in eine dramaturgische Form bringt. Die erarbeiteten Szenen werden abschließend in einer öffentlichen Aufführung am 25. Oktober präsentiert.

Ein Ort mit Geschichte für den Workshop
Die Wahl des Tisa-Archivs als Veranstaltungsort ist kein Zufall. Vor mehr als 25 Jahren kämpften die Bergleute von Fürst Leopold hier mit einer Mahnwache für den Erhalt ihrer Zeche – ein Kampf, der letztlich verloren ging. Doch die Geschichte dieses Widerstands und die Solidarität, die damals gezeigt wurde, bleiben unvergessen. Tisa von der Schulenburg schuf damals eine Gedenktafel, die bis heute an den Einsatz der Bergleute erinnert.

Der Workshop lädt dazu ein, aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen und sie in einen aktuellen Kontext zu stellen. Wie können wir heute Widerstand leisten? Was bedeutet es, sich gegen Unrecht zu wehren? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos
Der Workshop „Widerstand ist zwecklos!?“ ist für alle Interessierten kostenlos. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an [email protected]. Die Aufführung der erarbeiteten Szenen findet am 25. Oktober 2024 um 17:00 Uhr im Tisa-Archiv in Dorsten statt.
Ein spannendes Projekt, das nicht nur künstlerisch, sondern auch gesellschaftlich bedeutend ist. Widerstand – das zeigt dieser Workshop – ist alles andere als zwecklos.




























