Wulfener Markt soll völlig neu konzipiert werden

Stadtplaner wollen mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie eine bedarfsgerechte Einzelhandelsstruktur. Architektenwettbewerb und Bürgerbeteiligung sind in Vorbereitung.

von Markus Fuhrmeister

Es sollte das Bindeglied zwischen dem alten und dem neuen Teil des Stadtteils Wulfen werden, doch übrig geblieben ist vom Wohn- und Geschäftszentrum Wulfener Markt eine heute in Teilen einsturzgefährdete Bauruine. Der vielstimmig geforderte Totalabriss ist nun auch politisch beschlossen.

Mit einem entsprechenden Mehrheitsbeschluss im Umwelt- und Planungsausschuss sind die Tage des zwischen 1979 und 1982 erbauten einstigen Vorzeigeobjekts nun bald gezählt.
Und was soll auf dem Gelände neu entstehen?

Architektenwettbewerb

Antwort darauf soll ein Architektenwettbewerb geben, den die Verwaltung nun vorbereitet. Klar ist aber schon, welche Kriterien die Stadt den Planern dann mit auf den Weg geben. Vor allem soll die bisherige Überdimensionierung der Immobilie nicht wiederholt werden. Zu viele Ladenlokale, zu viele Wohnungen – dieses Überangebot hat nicht zuletzt zur Insolvenz des bisherigen Eigentümers beigetragen. Jetzt soll der Bedarf an Wohn- und Geschäftsflächen neu ermittelt und in die Planungen einbezogen werden.
In einem Abriss und anschließender neuen Bebauung sieht die Verwaltung auch die Chance, das ganze Areal neu zu strukturieren.

Barrierefreie Fortbewegung

So könnte der davorliegende Markplatz neu in zwei Teile gegliedert werde. Den zentralen Platz am Markt etwa sehen die Ideen der Stadtplaner als Eingang in das neu zu bauende Quartier. Er könnte „mit einer anregenden Bodengestaltung aufgewertet“ werden und eine „barrierefreie Fortbewegung“ garantieren. Vorstellbar seien laut der Verwaltungsvorlage dort auch neue Bänke und Bepflanzungen, die die Aufenthaltsqualität erhöhen sollen. Außerdem werden mit dem Neubau kleinteilige Einzelhandelsstrukturen angestrebt, die das Angebot der bestehenden Supermärkte ergänzen und so ein attraktives Nahversorgungszentrum entstehen lassen könnten.

Planung Wulfener Markt
©SCHMIDTplanun

Neue Strukturen und Nutzungen

Das neue Quartier profitiere von seiner zentralen Lage, zeigen sich die Stadtplaner optimistisch, und gehen davon aus, dass es dem Stadtteil mit seinen neuen Strukturen und Nutzungen neuen Schwung verleihen könnte. Auch im Freizeitbereich, der mit einem Niedrigseilgarten oder einem Parcours-Park aufgewertet werden könnte. Von der hochliegenden Bushaltestelle am Toom-Gebäude zu der Unterführung der Fußwegverbindung nach Alt-Wulfen ist außerdem eine neue Fuß- und Fahrradrampe geplant. Von hier aus könne dann auf direktem Weg der Prisma-Einkaufspark, die Passage des Wulfener Marktes und die Kultur- und Bildungseinrichtungen, wie die Gesamtschule oder das Gemeinschaftshaus erreicht werden.


Der planerische Rahmen ist in der Verwaltungsvorlage schon gesteckt, der finanzielle aber noch nicht benannt. Seit Ende Februar 2021 ist die städtische Entwicklungsgesellschaft Dorsten (EW) nun Eigentümerin der Immobilie. Bis Ende April dieses Jahres ist ein Antrag auf den vollständigen Abriss im „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in NRW“ zu stellen.

Antragstellerin ist die Stadt Dorsten, die Mittel sind im Fall einer Zuwendung an die EW weiter zu leiten, die den Abriss dann durchführen wird. Und ebenfalls noch im April will die Stadt ein Beteiligungskonzept für die Öffentlichkeit auflegen und starten.

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