Aufeinander zugehen, zueinander stehen
Freizeitkünstler Steve Grothues aus Marl hatte Fußsohlen von Badegästen im Auge
von Denise Müller

Der Fuß (lateinisch pes, Genitiv pedis; altgr. πούς pous, Genitiv ποδός podos) ist der unterste Abschnitt des Beins der Landwirbeltiere. Er besteht beim Menschen aus der Fußwurzel, dem Mittelfuß und den fünf freien Zehen.
(Quelle: Wikipedia)
Eine Extremität, welche ganz unten angesiedelt ist und sich unserem Sichtfeld am weitesten entfernt befindet. Tag täglich tragen sie mächtig viel Verantwortung (nämlich uns!) und sind doch weitestgehend unberücksichtigt.
Die Fußsohlen der Badegäste
Diesen Gedankengang hatte auch der 36 jährige Steve Grothues aus Marl, als er am Beckenrand des Freibades Hüls, dessen Wiedereröffnung im Mai 2014 durch eine von Grothues initiierten Bürgeroffensive möglich wurde, saß und ihm die Fußsohlen der Badegäste ins Auge fielen.

Nichtssagende Fußsohlen
Wenn mal unter Unten den Menschen betrachtet, fällt eigentlich nur auf, dass nichts auffällt. Weder kann man Geschlecht und Herkunft erahnen, noch lassen sich sozialer Stand, Religionszugehörigkeit, sexuelle Orientierung und Alter (ab einem gewissen Alter) ersehen. Dies war der Startschuss für das Fotokollage Projekt „Wir sind Europa“.

Unter dem Motto: „Aufeinander zugehen, zueinander stehen“ arbeitet der bei dem zentralen Betriebshof der Stadt Marl beschäftigte Gärtner an einem Kunstprojekt, für welches er Fußsohlen ablichtet, zu einer Fotokollage auf Säulen zusammenstellt und mit diesen zum Innehalten und Nachdenken anregen möchte.

Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten
Natürlich kann man einen Kinderfuß von dem eines ausgewachsenen Menschen unterscheiden und die eine Sohle hat mehr Schwielen als eine andere, doch sind die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten viel offensichtlicher und lassen kaum Schlüsse auf die Person ‚darüber‘ zu.
„Wir alle sind eine große Familie“, stellt der Freizeitkünstler klar fest und möchte sich mit seinem Projekt gegen Rassismus und für ein menschliches Miteinander in Europa positionieren.
Hierzu konnte er seine bisherigen Exponate, zwei selbstgebaute Säulen mit je 144 Fotos von Fußpaaren, in Gemeindehäusern oder auch auf Festen und Märkten ausstellen. Zu solchen Gelegenheiten findet er unter anderem die Freiwilligen, die dieses Projekt und die Message dahinter unterstützen möchten und ihre Füße ablichten lassen.

Unterstützer gesucht
Nun möchte Grothues natürlich seine Sammlung vergrößern, möglichst viele Säulen mit Fotokollagen erstellen und diese der Öffentlichkeit präsentieren.
„Hierzu würde ich mich riesig über Unterstützer freuen, die sich entweder füßlings fotografieren lassen oder mir die Möglichkeit geben, auf einem Fest, einer Schulveranstaltung oder sonstiger Gelegenheit, mein Kunstprojekt und die Aktion dahinter vorzustellen.“, führt der Marler aus.

Kontaktieren kann man Steve Grothues via Facebook unter „Das Fotokollage Projekt“ oder unter der Mobilnummer 0173 40 66 560.
„Aufeinander zugehen, zueinander stehen“… ein schönes Motto.




























