Einmal mutig wie ein Fakir, lustig wie ein Clown oder elegant wie eine Hochseilartistin sein: Beim Zirkusprojekt an der Wilhelm-Lehmbruck-Schule in Östrich wurden Träume in der Manege wahr.
Schon von weitem ist zu sehen, dass sich an der Wilhelm-Lehmbruck-Schule in dieser Woche alles um das Thema Zirkus dreht. Das große grün-weiße Zelt des Circus Charlie nimmt fast den ganzen Pausenhof ein, und fröhliche Musik klingt aus dem Inneren. An diesem Freitagvormittag steht die große Generalprobe für die Abschlussvorstellung am Abend an, und die Kinder sind konzentriert bei der Sache.
Circus Charlie an der Wilhelm-Lehmbruck-Schule
Denn die 98 Jungen und Mädchen sind es selbst, die hier als Artisten auftreten und so über sich selbst hinauswachsen dürfen. Seit über 30 Jahren bietet der Circus Charlie ein pädagogisches Zirkusprojekt zum Mitmachen an, bei dem inzwischen schon die dritte Generation aktiv ist. „Ich kenne den Circus Charlie schon aus meiner Referendarzeit“, erinnert sich Schulleiterin Heike Lippert-Knospe. Später sei der Zirkus auf ihre Anregung an der Schule ihrer Tochter aufgetreten. „Meine Tochter ist jetzt 22 und sie redet immer noch davon“, berichtet Lippert-Knospe mit einem Lächeln. „Dieses Erlebnis wirkt noch ganz lange nach“.

So ist es kein Wunder, dass die Schulleiterin voll und ganz vom Konzept des Mitmachzirkus überzeugt ist. Seit zwölf Jahren ist der Circus Charlie bereits ein wiederkehrender Gast am Deutener Teilstandort der Wilhelm-Lehmbruck-Schule. Für Östrich ist es nun das erste Mal.
Zirkusfamilie Richter probt mit den Kindern Kunststücke
Das erfahrene Zirkusteam besteht vor allem aus der Familie Richter. Jaqueline und Raimond Richter betreiben den Mitmachzirkus mit viel Hingabe und Herzblut. Auch ihre drei Kinder Leyni-Lou (17), Jaden (12) und Jessie (8) helfen bei den Vorführungen in ihrer schulfreien Zeit schon mit.

Unter der Anleitung der Profis lernen die Östricher Kinder beim Zirkusprojekt schnell, kleine Kunststücke zu vollführen, akrobatische Tricks zu zeigen oder humorvolle Clownerien zu spielen. Dabei können sie ihre eigenen Fähigkeiten und Vorlieben einbringen. „Die Kinder durften drei Wünsche äußern, was sie im Zirkus gerne machen würden“, erklärt Heike Lippert-Knospe. Zusammen mit einer Kollegin schaut sie dann noch einmal über die Wunschzettel, und verteilt die Kinder dann auf die einzelnen Gruppen. Dabei spielen auch individuelle Charakterzüge eine Rolle: „Ein redegewandtes Kind fühlt sich bei den Clowns bestimmt wohl, während ein sportliches Kind sich gut bei den Akrobaten macht“, so Lippert-Knospe.
Eltern sind eine große Hilfe
Neben dem normalen Unterricht konnten die Kinder so ihren großen Auftritt vorbereiten, bei dem sie sich dann stolz ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern präsentieren können. „Die Eltern packen aber auch mit an“, betont die Schulleiterin. So leisten sie Auf- und Abbauhilfe beim Zirkuszelt, schminken und verkleiden die kleinen Artisten, und ermutigen sie für ihren Auftritt in der Manege. Finanziert wurde das Projekt vom Förderverein der Schule.
Schon bei der Generalprobe konnten sich die kleinen Artisten übrigens über begeistertes Publikum freuen: Die Kinder der Kita Am Rehbaum durften der Vorführung beiwohnen. Viele von ihnen freuen sich jetzt bestimmt noch mehr auf die Grundschule, wenn es auch für sie heißen wird: Manege frei!





























