Schmunzelnd ins Wochenende mit Anke Klapsing-Reich
Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Buchstaben-Baden
Die Deutschen sind nicht nur das Volk der Dichter und Denker, sondern auch Liebhaber von komplexen Verordnungen und Gesetzen, die sich in unaussprechlichen Bandwurmwörtern manifestieren. So galt das 1999 vom Land Mecklenburg-Vorpommern eingeführte „Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“ einige Jahre als längstes, real angewendetes Wort der deutschen Sprache. Bei fließender Aussprache des 63 Buchstaben zählenden Wortes drohten nicht nur Asthmatiker an Atemnot und Sauerstoffmangel zu kollabieren. Gott sei Dank schaffte der Schweriner Landtag dieses sprachliche Ungetüm 2013 wieder ab.
Kurzfristenenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung!
Aber die Deutschen können ihre Vorliebe zum „Bandwurmen“ einfach nicht lassen: Seit dem 1. September 2022 ist eine Verordnung in Kraft, die in Zeiten galoppierender Energieknappheit Raumtemperatur und Lichtverschwendung „einfriert“. Ja, wir müssen zwar alle sparen, dürfen dafür aber verschwenderisch in Buchstaben baden, bringt es die Verordnung doch tatsächlich auf die stattliche Anzahl von 58! Zählen Sie selber: Kurzfristenenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung!
Ein Trost ist, dass dieses „Prachtexemplar“ mit Ablauf des 28. Februar 2023 wieder außer Kraft tritt. Bewerbungen für den nächsten Bandwurm-Nachfolger werden schon bald entgegengenommen. Ich befürchte, dass die dazugehörige Nachfolgerbandwurmwörterbewerbungsvorschlagsgewinnerlistenverordnung noch in Arbeit ist.




























