Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Der Klügere gibt nach
Mit zunehmendem Alter ist es ratsam, seine Ressourcen behutsam zu nutzen. So habe ich schon vor einiger Zeit für mich den Vorsatz gefasst, mein oft überschäumendes Temperament zu zügeln, indem ich vor einer energiezehrenden Auseinandersetzung für mich erst einmal prüfe: „Lohnt sich der Stress, oder lasse ich die Angelegenheit auf sich beruhen und gebe als Klügere einfach nach.“
Ein Gyros-Teller mit Pommes-Mayo zum Mitnehmen!
Manchmal gelingt’s mir. Und manchmal auch nicht, wie letzten Sonntag in einer griechischen Imbissbude in der City: Ausgehungert trat ich an die Theke, um mir begierig so ein richtig ungesundes, vollfettiges Fast-Food-Gericht „To Go“ zu bestellen – „Ein Gyros-Teller mit Pommes-Mayo zum Mitnehmen! Und würden Sie bitte die Pommes/Mayo getrennt einpacken? Ich mag’s nicht, wenn alles in einer Schale zu einem Brei zusammenpappt.“ Entschiedenes Kopfschütteln. „Nein, das geht nicht. Beim Gyros-Teller werden Fleisch, Salat und Beilagen immer auf einen Teller gepackt“, schlug er meinen Spezialwunsch aus.
Ich versuchte, mich kurz zu sammeln: „Sie wollen mir also gerade sagen, dass es Ihnen nicht möglich ist, das Fleisch und den Salat getrennt von der Pommes mit Mayo einzupacken?“ „Genau“, bestätigte der Chef. Dann sei es kein Gyros-Teller mehr, aber ich könnte ja eine normale Portion Gyros bestellen und separat eine Portion Pommes mit Mayo – das würde dann aber 2 Euro extra kosten.
Ungastliche Servicewüste
Bei so viel Borniertheit brach sich mein überkochendes Temperament wieder Bahn: „Tja, dann werden Sie mir wohl heute nicht helfen können“, fauchte ich und flüchtete aus der ungastlichen Servicewüste, laut fluchend: „Unverschämtheit, Beutelschneiderei …“
Beim nächsten Döner-Laden versuchte ich’s noch mal mit der Bestellung eines Dönertellers. Mein „Spezial-Verpackungswunsch“ erzeugte diesmal keinen Widerstand. Der freundliche Mann sagte „Gerne“, packte alles schön ein – und kassierte 2 Euro mehr als angeschlagen.
Zu Hause entdeckte ich, dass in einem Päckchen – wie bestellt – die Pommes mit Mayo steckten. Im zweiten Schälchen aber fand ich nur eine „nackte“ Portion Hähnchen-Döner, ohne Salat und Beiwerk.
Nun, ich denke, der tiefenentspannte Mann wird sich gedacht haben: Ehe ich meine kostbaren Ressourcen in einer Diskussion mit dieser merkwürdigen Kundin verpulvere, packe ich ihr einfach zwei Päckchen ein – und guten Appetit!




























