Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Sportliches Shopping
„Wer rastet, der rostet“, besagt ein altes Sprichwort. Und ehrlich gesagt, knackt’s und zwirbelt es auch in meinen Ü-60-Gelenken, so dass ich es nicht mehr länger ignorieren kann. Also habe ich mich entschieden, etwas für das körperliche Wohlbefinden und die Gesundheit zu tun. Erster Schritt: Sportzeug kaufen. „Da kann ich Dir eine gute Adresse geben“, lotste mich eine Kollegin zu einer Filiale eines weltweit aufgestellten Sportartikelunternehmens mitten im Ruhrgebiet.
Einkaufskarre Marke „Bollerwagen“
Leicht irritiert betrat ich an einem besucherträchtigen Samstag die riesige Halle, die in meiner Vorstellung dem Charme des Berliner Zentralvieh- und Schlachthofes im Urzustand erstaunlich nahe kommt. Nur hängen dort keine toten Tiere am Haken, sondern nahtlose Badeanzüge, atmungsaktive Wanderjacken, Mikrofaser-Shirts und fliegenleichte Bra-Tank-Tops. Mit einer Einkaufskarre Marke „Bollerwagen“ rumpel ich durch ewig lange Gänge, vorbei an Sortimentreihen für Wassersportler, Bergwanderer, Radler, Nahrungsangebot-Regalen für Kraftsportler bis hin zur Abteilung Fitness.
Keine Verkäuferin in Sicht, die einer unerfahrenen reifen Dame ohne Idealmaße mit Rat und Tat buchstäblich auf die Sprünge hilft. Nachdem ich drei, vier erfolgversprechende Einzelteile von der Stange gepflückt habe, rumpel ich tapfer mit meiner Karre zu den Umkleidekabinen, die sich am Hallenhorizont aneinanderreihen.
Warteschlange vor dem Kassentrakt
Passt nicht. Steht mir nicht. Scheiß Farbe. Au weia! Am Ende liegen (fast) alle Klamotten wieder in der Karre. Ich beschränke mich auf die weißen Sneaker-Socken, lasse den Dreierpack dann aber angesichts der riesigen Warteschlange vor dem Kassentrakt doch unauffällig in einem Angebots-Wühltisch verschwinden und ergreife die Flucht.
Raus aus der Halle. Endlich an der frischen Luft! Donnerwetter, hätte gar nicht gedacht, dass ich noch so schnell laufen kann. Die flotte Florence Griffith-Joyner hätte an diesem Sprint ihre wahre Freude gehabt. Zweimal kräftig durchatmen und dann: Ab nach Hause! Zum Sportgeschäft in meiner City, mit dem übersichtlichen Sortiment und einer gut geschulten, freundlichen Verkäuferin.




























