Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Verbales Foulspiel
Ich liebe die Vielfalt der deutschen Sprache und schrecke auch nicht davor zurück, in emotional angespannten Phasen manch unflätige Wortverbindung in den Mund zu nehmen. Angestaute Wut zum Beispiel lässt sich für mein Empfinden herrlich mit gleichen Anlauten wie „Schöne Sch…“ durch die Zähne zischen.
Doch, wenn ich Jugendliche auf dem Sportplatz beim Wettkampf beobachte, zweifle ich oft: Ist das hier ein Fußballplatz oder ein Kriegsgefangenenlager, wie es der erfolgreiche, 1999 verstorbene deutsche Belletristik-Autor Heinrich Konsalik in seinen bestverkauften Romanen beschreibt? „Du Hurensohn!“, beschimpfte neulich ein Elfjähriger seinen Gegenspieler und rotzte ihm zur Bekräftigung noch eine Ladung Spucke aufs Trikot. Abgesehen, davon, dass man nur Wörter benutzen sollte, die man auch schreiben kann, bin ich der Meinung, dass dieses Verbal-Foul durchaus mit dem Verweis ins „Strafbataillon 999“ geahndet werden sollte, um bei Konsalik-Bestsellern zu bleiben.
Da hilft auch nicht mehr „Der Arzt von Stalingrad“. Doch mit dieser Forderung würde ich mich höchstwahrscheinlich als „Die Tochter des Teufels“ entlarven, und wer endet schon gerne wie „Die Verdammten der Taiga“?




























