„Was gibt’s denn da so Lustiges?“ Neugierig blicken die Erwachsenen am Geburtstagstisch in die Richtung meiner 13-jährigen Großnichte, die schon seit einiger Zeit glucksend vor Vergnügen auf ihrem Smartphone scrollt. „Soll ich Euch das mal vorlesen?“, antwortet die Teenagerin mit einer Gegenfrage, die rein rhetorischer Natur ist, schießt sie doch – ohne unsere Reaktion abzuwarten – sofort mit spitzbübischem Grinsen los: „Woran ist das Tote Meer gestorben?“
„Hä???“ Die Großeltern – pädagogisch trainiert, ihren Enkelkindern immer weise und gut überlegt, nach bestem Wissen und Gewissen, die Welt zu erklären – stutzen ein Sekündchen, bevor der Groschen pfennigweise zu fallen beginnt. Die nächste Frage: „Warum laufen Nasen, während Füße riechen?“, bestärken die Oldies dann in dem leisen Verdacht, dass es sich hierbei um ein Quiz mit paradoxen Scherzfragen handeln könnte.
Spaß-Denkaufgaben zum vergnüglichen Zeitvertreib liegen voll im Trend. Die absichtlich absurden oder paradoxen Fragen verfolgen nicht den Zweck, eine ernstgemeinte Antwort zu erhalten. Nein, sie sollen einen zum Nachdenken oder Lachen bringen. Das Gegenüber mal kurz zu verblüffen, grübeln zu lassen, scheint im menschlichen Erbgut verwurzelt zu sein. So stehen Fragen hoch im Kurs, die keinen Sinn ergeben, mit der Sprache spielen oder einen logischen Widerspruch erhalten, wie beispielsweise: „Was passiert, wenn man sich zweimal halbtot lacht?“
Natürlich hat das Internet diesen Bereich schon längst als Geschäftsmodell erkannt. Und so gibt es einige Portale, die diese Scherzfragen auf ihren Websites anhäufen. Ich habe meine Großnichte gebeten, mir den Link zu der Quelle ihrer Quizfragen zu schicken. Hat sie gemacht. Deshalb muss ich nun abbrechen, denn ich habe wichtigeres zu tun: Ich muss jetzt darüber nachdenken, wie ein „Betreten-Verboten-Schild“ in die Mitte einer Rasenfläche kommt, und ob sich Seiltänzer einen Seitensprung leisten dürfen…




























