Schmunzelnd ins Wochenende mit Anke Klapsing-Reich
Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Jägerlatein
Seit 45 Jahren habe ich das „Große Latinum“ in der Tasche, doch beim Jägerlatein weiß ich wahrlich nicht, wie der Hase läuft. So zeugte auch meine spontane Reaktion auf die Nachricht meines Sohnes, er habe einen Überläufer zur Strecke gebracht, von fehlendem Fachverstand: „Wie, Du hast einen Fahnenflüchtigen erlegt?“
Das Augenrollen meines genervten Gesprächspartners war für meinen mütterlichen Instinkt deutlich durchs Handy zu vernehmen: „Mutter, ein Überläufer ist ein Wildschwein im zweiten Lebensjahr“, klärte mich der junge Jäger auf. Aha, ich hatte verstanden: Kein Frischling mehr, aber auch noch nicht so richtig erwachsen. Also hatte mein Sohn so eine Art pubertierende Wildsau in die ewigen Jagdgründe geschickt. Weiter erfuhr ich, dass das Schwarzwild mit seinen Tellern hören und seinen Lichtern sehen kann. Und wenn es schweißt, dann schwitzt es nicht, sondern ist verwundet.
Bin gespannt, wann meinem Sohn mal ein Bananenwidder vor die Büchse läuft; ein junges Muffelwild, dessen Horn noch nicht zu einer kompletten Schnecke ausgewachsen ist und eher einer Banane gleicht. Doch bevor jetzt noch die Pferde mit mir durchgehen, sollte ich an dieser Stelle lieber einen Haken und mich ins Gebüsch schlagen. Waidmannsheil!




























